Metallbearbeitung

C-Teile-Beschaffung via Kanban-System

Das Metallbearbeitungsunternehmen Bleyer ist auf Komponenten für KFZ-Prüfstände spezialisiert. Ein Kanban-System von Otto Roth sorgt dafür, dass die in Fertigung und Montage benötigten Artikel in der gewünschten Menge vorrätig und leicht zu finden sind.

Der Spezialist für Fahrzeugfixierungen und Prüfstandsperipherie Bleyer setzt in Fertigung und Montage auf Kanban-Lösungen von Otto Roth. © Otto Roth

Auch wenn es die wenigsten wissen: Fast jeder Automobilbesitzer hatte schon einmal direkt oder indirekt mit den Produkten von Bleyer zu tun. Das Metallbearbeitungsunternehmen mit Sitz in Schorndorf bei Stuttgart entwickelt und realisiert Komponenten aus Stahl und Edelstahl, die auf Prüfständen für Kraftfahrzeuge zum Einsatz kommen. Zu den Kunden zählen sowohl Automobilhersteller, aber auch Prüforganisationen wie TÜV und Dekra. Bleyer rüstet unter anderem Abgas- und Rollenprüfstände mit Fahrzeugfixierungen, Abgas-Abführungsadaptern und verfahrbaren Monitoranlagen aus. Aus dem 1996 gegründeten Ein-Mann-Betrieb ist mittlerweile ein international gefragtes Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitern gewachsen.

Standardprodukte und Sonderanfertigungen
Das Portfolio umfasst zum einen Standardprodukte wie Haken- und Radnabenfixierungen, die in großen Stückzahlen hergestellt werden. Andere Lösungen wie Adapter zur Abgasabführung müssen individuell an jeden Fahrzeug- und Auspufftyp angepasst werden und sind daher Sonderanfertigungen in Kleinserien oder sogar Einzelstücke. Um für die unterschiedlichen Anforderungen in der Produktion bestmöglich ausgerüstet zu sein, hat Bleyer diese in eine Serienfertigung und eine Einzelmontage unterteilt. Beide Bereiche arbeiten unabhängig voneinander und verfügen auch jeweils über eine eigene C-Teile-Versorgung.

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Die Kanban-Behälter sind mithilfe von Querteilern in zwei Fächer unterteilt. © Otto Roth

„Für unsere Kunden aus der Automobilindustrie zählen natürlich Qualität, Präzision und die Einhaltung strenger Vorschriften, aber auch eine zuverlässige, termingerechte und schnelle Lieferung“, erläutert Armin Fischer, verantwortlich für spanende Fertigung und Maschinenpark bei Bleyer. „Deshalb ist es wichtig für uns, dass alle benötigten Einzelteile jederzeit verfügbar sind – vom größten Stahlrohr bis zur kleinsten Schraube.“ Damit das der Fall ist, setzt das Unternehmen unter anderem auf ein Kanban-System des Verbindungstechnik-Spezialisten Otto Roth: Dieses beinhaltet sowohl Schrauben, Muttern, Rohrbögen und andere Befestigungselementeals auch verschiedene Zeichnungsteile. Auch Schleifmittel und anderes Verbrauchsmaterial bezieht Bleyer über das Stuttgarter Handelshaus.

Chaotische Lagerung kostete Zeit und Geld
„Früher hatten wir unsere C-Teile mehr oder weniger chaotisch in Regalen gelagert“, erinnert sich Fischer. „Das hatte allerdings so seine Nachteile: Oft dauerte es lange, den benötigten Artikel zu finden. Für Nachbestellungen gab es keinen definierten Prozess, jeder Mitarbeiter bestellte einfach, wenn er es für nötig hielt. Das führte dazu, dass wir von einigen Teilen unnötig hohe Bestände auf Lager hatten, die wertvollen Platz in Anspruch nahmen und Kosten verursachten. Oder es wurden Artikel zu spät bestellt, so dass es zu vermeidbaren Wartezeiten kam.“ Deshalb entschlossen sich die Verantwortlichen zur Einführung des Kanban-Systems – und zur Zusammenarbeit mit Otto Roth.

In jedem Kanban-Behälter befindet sich außerdem eine Kanban-Karte mit ausführlichen Informationen – zum Beispiel Artikelnummer und -bezeichnung, Lagerplatz und Füllmenge. © Otto Roth

Gemeinsam analysierten sie die Anforderungen an das neue System und entschieden sich für eine klassische Ein-Behälter-Kanban-Lösung. Dazu wurde in der Montage eine Kanban-Regalwand installiert, die insgesamt 575 verschiedene Artikel fasst. Diese sind in einheitliche Kanban-Behälter eingelagert, beschriftet und sortiert, damit alles schnell auffindbar ist. Die meisten Boxen sind mithilfe von Querteilern in zwei Fächer unterteilt.

„In jeder Kiste befindet sich außerdem ein Kärtchen mit ausführlichen Informationen – zum Beispiel Artikelnummer und -bezeichnung, Lagerplatz und Füllmenge“, erklärt Fischer. „Stellt nun ein Mitarbeiter fest, dass sich der Vorrat in dem vorderen Fach dem Ende nähert, entnimmt er dieses Kärtchen und legt es in unserem sogenannten Kanban-Briefkasten ab. Diesen leere ich regelmäßig und bestelle die benötigten Artikel über den Online-Shop von Otto Roth nach.“ In der Zwischenzeit können die Mitarbeiter auf das hintere, gefüllte Fach des Kanban-Behälters zurückgreifen.

Das Kanban-Regal in der Serienfertigung ist als mobiler Kanban-Rollwagen ausgeführt – das sorgt für mehr Flexibilität. © Otto Roth

Kurze Wege für schnelle Lieferung
Mehrmals wöchentlich liefert der Händler die Bestellungen mit seinem eigenen Fuhrpark aus. Eilaufträge sind per Express noch am selben Tag beim Kunden. „Damit sind wir extrem flexibel und können auch auf kurzfristige Aufträge schnell reagieren“, verdeutlicht Fischer. „Auch die Bestellmengen kann ich je nach Bedarf frei wählen.“ Der kurze Weg zwischen Stuttgart und Schorndorf kommt der Bleyer dabei sehr zugute. „Es war tatsächlich auch ein Kriterium bei unserer Entscheidung für Otto Roth, dass das Unternehmen hier im Ländle sitzt und keine langen Anfahrten anfallen“, ergänzt er.

Auch die Kollegen in der Serienfertigung arbeiten mit einem Kanban-System. Dieses ist allerdings nicht in einem statischen Regal, sondern in einem mobilen Kanban-Rollwagen untergebracht. „In dieser Abteilung benötigen wir viel weniger unterschiedliche Artikel, dafür aber höhere Stückzahlen“, beschreibt Fischer die Anforderungen. „Der Rollwagen bietet uns den Vorteil, dass wir ihn beliebig in der Nähe unserer Arbeitsplätze stationieren können und damit Wege und Zeit einsparen.“ as

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