Salzgitter Service und Technik vertraut auf Remmert-Brückenlager

900 Tonnen auf die Brücke

"Mit acht Geschäftsbereichen sind wir sehr breit aufgestellt und bieten der Salzgitter-Gruppe umfangreiche Serviceleistungen aus einer Hand", beschreibt Dr. Armin Lohse, Leiter der Werkstätten der SZST, das große Leistungsspektrum der Tochtergesellschaft von Salzgitter. Im Bereich Technik ist die Hauptwerkstatt zentraler Ansprechpartner und Komplettdienstleister für Reparaturen, Instandhaltungen und Neubauaufträge. Die weiteren Arbeitsgebiete in diesem Bereich liegen in der mechanischen und schweißtechnischen Präzisionsbearbeitung von Großbauteilen bis zu 100 Tonnen sowie aller Komponenten, Aggregate und Bauteile eines stahlherstellenden und stahlverarbeitenden Unternehmens. Da Betriebsstillstandzeiten bei der Salzgitter AG schnell Kosten von mehreren Hunderttausend Euro verursachen, hat besonders die Behebung von Betriebsstörungen höchste Priorität. Die Mitarbeiter der SZST müssen nicht nur jederzeit sehr schnell agieren, um Maschinen- und Anlagenstillstände auf ein Minimum zu begrenzen, sie haben es außerdem mit extrem großen und schweren Montage- und Ersatzteilen zu tun. Bislang bevorratete die SZST die schweren Komponenten per Bodenlagerung auf einer insgesamt rund 1.500 Quadratmetern großen Fläche auf dem gesamten Firmengelände verteilt oder in externen Lagern. Wurde ein bestimmtes Material benötigt, mussten die Mitarbeiter oftmals weite Wege zurücklegen. Auch die Einhaltung der Arbeitssicherheit sowohl bei der Lagerung als auch beim Transport der schweren Komponenten war sehr aufwändig. Zudem besaß die Werkstatt weder eine zentrale Materialdisposition noch einen zentralen Wareneingang. ¿Durch die vielen verschiedenen Wareneingänge war die Warenannahme sehr unübersichtlich¿, erklärt Dr. Armin Lohse die Ausgangssituation. "Viele Materialien wurden nicht gekennzeichnet und es bestand wenig Transparenz über die Lagerbestände." Um die Situation grundlegend zu verbessern, entschied sich die SZST für die Integration eines zentralen Lagersystems.

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Zentralisierung der Logistik

Zentralisierung der gesamten Logistik und Materialwirtschaft, gesteigerte Transparenz, eine deutliche Reduzierung der Lagerfläche, ein sicheres und effizientes Materialhandling waren die wesentlichen Ziele für SZST dbeim Brückenlagers. (Fotos: Remmert)

Die wichtigste Anforderung an das neue Lager war, eine Zentralisierung der gesamten Logistik- und Materialwirtschaft des Unternehmens zu erreichen. "Für uns stand nicht so sehr die Automatisierung oder die Platzeinsparung im Lagerbereich im Vordergrund", erläutert Lohse. "Viel wichtiger war uns, ein leistungsstarkes Kommissionier- und Montagelager zu haben, um schnell und flexibel auf Störungsaufträge reagieren zu können." So sollte es mehr ein Puffer- als ein Bestandslager sein, bei dem durch eine permanente Inventur jederzeit das richtige Material in der benötigten Menge vorhanden ist. Eine zusätzliche Anforderung bestand darin, die unterschiedlichen, meist sehr schweren und großen Ersatzteile platzsparend und akkurat gekennzeichnet an einem Ort zu lagern und damit die Transparenz zu steigern. Aufgrund des Gewichts der Komponenten war auch die Arbeitssicherheit ein wichtiger Aspekt bei der Wahl des Lagersystems. Durch den Einsatz eines Regalbediengerätes sollte ein sicherer und zugleich schneller Transport des Materials ermöglicht werden. ¿Interessant war für uns zunächst ein Schwerlastpaletten-System¿, beschreibt Dr. Armin Lohse den Prozess der Auswahl des Lagers. ¿Allerdings hätten wir mit einem solchen Lager die Hallenhöhe nicht voll ausnutzen können und hätten dadurch eine größere Lagergrundfläche benötigt. Auch die Kosten wären sehr hoch gewesen.¿ Nach intensiven Gesprächen mit mehreren Anbietern waren für die SZST schließlich das Vertrauen in die Firma Remmert und die maßgeschneiderte Langgutlager-Lösung ausschlaggebend.

Das Brückenlager im Detail

Die Brücke mit ihren 183 unterteilbaren Kassetten auf einer Fläche von insgesamt 250 Quadratmetern bietet Platz für bis zu 915 Tonnen Material. Diese große Lagerkapazität erreicht das System zum einen durch die sehr kompakte Bauweise des Brückenmodells, zum anderen durch die Anlagenhöhe von knapp 17 Meter. Eine besondere Herausforderung beim Bau des Lagers waren das Fundament und die Statik auf dem sehr sandigen Hüttengelände. Schließlich entschied sich die SZST dafür, eine neue Bodenplatte mit einem Meter Dicke einzuziehen und so die benötigte Stabilität zu gewährleisten. "Um die unterschiedlichen Lagergüter wie Rollenmäntel, Zapfen, Profile oder Halbzeuge mit einem Durchmesser von bis zu 325 mm und einer Länge von maximal sechs Meter zu lagern, haben wir die Kassetten speziell an die Anforderungen der SZST angepasst", erklärt Frank Baudach, Prokurist der Friedrich Remmert GmbH. In den acht Meter langen Kassetten kann der Komplettdienstleister nun bis zu 700 Kilogramm Material pro Meter Länge lagern. "Da die Komponenten für die meist sehr dringenden Wartungs- und Reparaturaufträge innerhalb kürzester Zeit bereitzustellen sind, musste das Lager einen sehr hohen Durchsatz gewährleisten", beschreibt Lohse eine der Hauptanforderungen an das System. Die Anlage wurde daher mit einem Hochleistungs-Regalbediengerät ausgestattet, das selbst 5 t schwere Ladeträger mit einer Hubgeschwindigkeit von 60 m/min befördert. Mit maximal 2,5 Minuten. pro vollständigem Ein- und Auslagerungsprozess ermöglicht das System so 24 Doppelspiele pro Stunde. Zur Ein- und Auslagerung ist die Brücke an der Vorderseite mit einer Einfachlängsstation ausgestattet. Auch an eine Erweiterung des Lagers ist gedacht: Das Fundament ist bereits gelegt und in einer weiteren Ausbaustufe werden voraussichtlich innerhalb der nächsten zwölf Monate Bearbeitungsmaschinen angeschlossen.

Material- und Datenfluss

Nach der Anlieferung der Lagergüter im Wareneingang des Hallenbaus werden die bereitgestellten Kassetten mit Hilfe eines Deckenkrans oder eines Staplers bestückt. Ist die Kassette in das Lagersystem eingefahren, übernimmt das Regalbediengerät und transportiert die Ladeträger zum Lagerplatz. Um die Fahrwege des Regalbediengerätes zu optimieren und damit eine schnelle Ein- und Auslagerung zu gewährleisten, entschied sich die SZST nicht nur im gesamten Lager, sondern auch in den einzelnen Kassetten für eine chaotische Lagerhaltung. Die Lagerverwaltung übernimmt das Remmert-Lagerverwaltungssystem Pro WMS Enterprise. "Mit unserer Software gewährleisten wir der SZST permanent aktuelle Bestände, eine extrem schnelle Warenbereitstellung und verkürzte Durchlaufzeiten. Das System ist mit einer Standardschnittstelle an das SAP-System der SZST angeschlossen und gewährleistet so durchgängige Prozesse und maximale Transparenz", erklärt Frank Baudach. Wird ein Auftrag generiert, entnimmt das Regalbediengerät die entsprechende Kassette mit den gewünschten Artikeln und transportiert sie zur Warenausgangsstation.

Transparenz erreicht

¿Durch die Integration des Brückenlagers von Remmert haben wir die gesamte Logistik- und Materialwirtschaft an einem Ort zentralisiert und besitzen dadurch nun die notwendige Transparenz über die vorhandenen Lagerbestände¿, fasst Dr. Armin Lohse die wichtigsten Ergebnisse des neuen Lagersystems zusammen. Darüber hinaus erreichte die SZST folgende Ziele: ¿ Durch die Integration der ¿Brücke¿ konnte die Lagerfläche um rund 83 Prozent reduziert werden. ¿ Der Einsatz des Lagerverwaltungssystems PRO WMS Enterprise ermöglicht permanent aktuelle Bestände, eine extrem schnelle Warenbereitstellung, verkürzte Durchlaufzeiten sowie durchgängige Kommunikationsprozesse mit dem SAP-System. ¿ Das Hochleistungsregalbediengerät steigert sowohl den Warendurchsatz als auch die Flexibilität im Lager deutlich. ¿ Durch die Integration des Brückenlagers konnte die Arbeitssicherheit bei der SZST erheblich verbessert werden. bw

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