Bremsrollen

Bremsrollen: Bremsen im Gefälle

Kontrolle der Behälter-Fahrgeschwindigkeit mit Bremsrollen. Damit unterschiedlich schwere Behälter in Durchlaufregalen sicher und kontinuierlich von der Beschickungs- zur Entnahmeseite laufen können, setzt der Automobilzulieferer BorgWarner Turbo Systems auf Bremsrollen, weil die ein langsames Abbremsen der Behälter und Trays ermöglichen.

Die neuen Bremsrollen sorgen für einen kontinuierlichen Lauf – auch wenn mehrere Trays übereinandergestapelt sind.

Mittleres oder schweres Nutzfahrzeug? Land- oder Baumaschine? Marine- oder Industriemotor? BorgWarner Turbo Systems entwickelt für jedes Fahrzeug- und Antriebskonzept ein Aufladesystem nach Maß. Denn Fahrzeuge für den Stadtlieferverkehr stellen andere Anforderungen an Motor und Aufladung als Fahrzeuge im Fernverkehr oder wiederum als Off-Highway-Anwendungen. Hinzu kommen unterschiedliche Anforderungen wegen verschiedener Emissionslösungen. Der Hauptstandort des Unternehmens ist im rheinland-pfälzischen Kirchheimbolanden. Hier befindet sich neben der Produktion und dem Vertrieb auch das Entwicklungszentrum mit umfangreichen Test- und Prüfstandeinrichtungen. In Werk I und II erfolgt die Montage der Aufladesysteme für den Pkw- und Nutzfahrzeugbereich, außerdem verfügt BorgWarner über ein Logistikzentrum in Kirchheimbolanden. „Um die Teile für die Montage bereitzustellen, setzen wir verschiedene Regalsysteme ein“, sagt Heiko Koch, zuständig für den Bereich Operational Logistics bei BorgWarner. Der Lieferant sitzt quasi nebenan. Der Hauptsitz des Lagerspezialisten liegt gerade mal 30 Minuten von dem des Automobilzulieferers entfernt. „Diese Regalsysteme basieren auf dem Rohrregalsystem Ergo und auf dem Durchlaufregalsystem SDS. Beide Systeme ermöglichen das FiFo-Prinzip“, erklärt Koch. Die zur Montage benötigten Kleinteile werden in standardisierten VDA-KLT-Behältern in den Durchlaufregalsystemen untergebracht, einzelne Fertigungsteile in spezifischen EPP-Trays im Format 600 mal 400 Millimeter in den flexiblen Rohrregalsystemen. Die Trays lassen sich auch mehrfach übereinanderstapeln. Über Rollenleisten, die in leichtem Gefälle in den Kanälen eingebaut sind, laufen sie dann selbstständig von der Beschickungsseite zur Entnahmeseite. „Da die Ladungsträger mit unterschiedlich schweren Teilen beladen sind, war es schwer, die Gefälle der Rollenleisten festzulegen“, bemerkt Koch und spricht damit ein Problem an, für das er dringend eine Lösung benötigte. Denn bei geringem Gefälle bewegen sich die leichten Trays kaum und kommen ohne Unterstützung nicht bis zur Entnahmeseite. „Machen wir deswegen die Gefälle größer, besteht die Gefahr, dass schwer beladene Trays, besonders wenn mehrere übereinander gestapelt sind, zu schnell nach vorne schießen und aus dem Regal kippen.“ Damit also auch die leichten Ladungsträger schnell nach vorn rollen, orientierten sich die Zulieferer an denen mit dem geringsten Gewicht. Und um die Kippgefahr zu umgehen, wurden nur wenige Trays gestapelt. Doch das kostete erheblich Platz im Regal“, bemängelt Koch.

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Kontrollierte Geschwindigkeit

Andreas Pessara ist Fachberater bei Bito und kennt BorgWarner schon seit einigen Jahren. "Als wir Anfang 2011 unsere Bremsrollen für Rollenleisten entwickelten und auf den Markt brachten, bin ich mit einigen Mustern nach Kirchheimbolanden gefahren. Ich war überzeugt, damit die Lösung gefunden zu haben." Diese standardisierten Bremsrollen wurden speziell für die Stückgut-Durchlaufkanäle SDS entwickelt. Sie sorgen dafür, dass sowohl leere als auch maximal beladene Behälter in einem Durchlaufkanal mit einer einheitlichen Neigung fahren können. Die Neigung der Kanäle wird auf den leichten Behälter eingestellt. Die Bremsrollen bremsen die unterschiedlich schweren Behälter beim Durchlauf optimal ab, so dass sie sicher und ohne Hilfsmittel wie Haken nach vorn laufen können. Durch den Einsatz der Bremsrolle wird eine kontrollierte Laufgeschwindigkeit ermöglicht. Sie basieren auf einem patentierten mechanischen Bremssystem, das aus nur vier Bauteilen besteht. "Sie können auch in vorhandenen Systemen nachgerüstet werden", erklärt Pessara. Zur Reibwerterhöhung weisen sie außerdem TPE-Laufflächen auf.

BorgWarner hat die Bremsrollen ausgiebig getestet. Eingesetzt werden sie nun in sehr tiefen Bereitstellregalen, um durch ein höheres Gefälle auch den kontinuierlichen Durchlauf von leichten Ladungsträgern zu ermöglichen. „Schwere Ladungsträger müssen wir bei diesen Gefällen abbremsen – mit den Bremsrollen ist das jetzt aber kein Problem mehr“, freut sich Koch. In den weniger tiefen Regalen ermöglichen sie, dass Trays auch hoch gestapelt werden und damit den Platz optimal nutzen können. Denn durch das sanfte Abbremsen ist ein Kippen so gut wie ausgeschlossen.

Vielfältig einsetzbar

Andere spezifische Teile werden in VDA-Behältern in kurzen SDS-Regalen mit abgeknickten Durchlaufrahmen bereitgestellt. "Die Behälter können bis zu zehn Kilogramm wiegen", sagt Koch. "Hier stellen die Bremsrollen durch sanftes Abbremsen sicher, dass die Kleinteile nicht aus den Behältern fallen und Mitarbeiter gefährden", erläutert er. Heiko Koch ist von der vielseitigen Einsetzbarkeit der Bremsrollen überzeugt. "Wir haben diese in einigen Regalen sogar auf der Beschickungsseite eingesetzt. Hier dienen sie als Gewichtskontrolle", sagt er: "Wenn die Mitarbeiter die Trays in die Regale einlagern, können sie so viele aufeinander stellen, bis der Stapel anfängt zu rollen." Außerdem hat das Unternehmen zudem einen Kostenvorteil erzielt. Denn mit den Bremsrollen entfallen die seitlichen Bremsschienen an den Regalen. bw

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