Blechlager

Wohin mit dem Blech?

Zusätzliches Blechlager. Beim niederländischen Stahlhändler und Blechlohnfertiger De Cromvoirtse sorgen ein Längslagersystem und ein Turmlager von Kasto für ein schnelles, schonendes und fehlerfreies Materialhandling. An beide Lagersysteme sind insgesamt drei Laser-Bearbeitungsmaschinen vollautomatisch angebunden.

Als die Leistung des vorhandenen Lagers nicht mehr ausreichte, installierte Kasto ein zusätzliches Turmlagersystem vom Typ Unitower bei De Cromvoirtse. (Bild: Kasto)

Immer häufiger bestellen Fertigungsbetriebe ihre benötigten Materialien online. Die Händler sind dadurch gefordert: Wer erfolgreich sein will, muss ein breites Produktsortiment und attraktive Preise und zugleich mit kurzen Lieferzeiten und einem umfangreichen Dienstleistungsspektrum punkten. Das niederländische Stahlhandels- und Blechlohnfertigungsunternehmen De Cromvoirtse hat diese Entwicklung erkannt. „Snel metaal op maat“ – schnelles Metall nach Maß, so lautet das Motto des in Oisterwijk bei Tilburg ansässigen Betriebs.

1982 gegründet, hat sich die Firma auf angearbeitete Halbzeuge in kleinen Losgrößen spezialisiert. Bereits seit 2008 betreibt De Cromvoirtse ein eigenes Online-Portal, über das mittlerweile etwa 70 Prozent der Aufträge eingehen. Die Fertigungskapazitäten bei De Cromvoirtse umfassen mehrere Laserschneidmaschinen und Abkantpressen. Verarbeitet werden zu etwa 90 Prozent Bleche aus Stahl, Inox und Aluminium, der Rest sind Rohre und Profilmaterialien. Mit der maßgeschneiderten Fertigung von Kleinmengen hat De Cromvoirtse sich erfolgreich am niederländischen Markt etabliert. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sind die kurzen Lieferzeiten.

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Kurze Lieferzeiten durch automatiserte Teilefertigung
Daher hat De Cromvoirtse nicht nur den Bestellprozess, sondern auch die Teilefertigung weitgehend automatisiert: Die Bearbeitungsmaschinen laufen rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, davon 1,5 Tage komplett mannlos. Ein anderer wichtiger Faktor für den Erfolg ist der hohe Lagerbestand. Zwischen 400 und 500 Tonnen Material liegen am Standort durchschnittlich auf Vorrat. Auch die Lagertechnik ist modern: Ein doppelseitiges Kasto-Längslagersystem vom Typ Uniline mit knapp 1.000 Lagerplätzen sorgt schon seit 2011 für eine effiziente Bereitstellung der Bleche. Für die verschiedenen Materialien, Formate und Reststücke stehen unterschiedliche Palettentypen zur Verfügung.

Zwei Flachbett-Laserschneidmaschinen sind nahtlos an das doppelseitige Längslagersystem vom Typ Uniline angebunden. (Bilder: Kasto)

Manipulatoren heben Bleche auf Wechseltische
Ein Regalbediengerät, das zwischen den beiden Reihen des Systems verfährt, lagert die gewünschten Artikel auf Anforderung vollautomatisch ein und aus. Zwei Flachbett-Laserschneidmaschinen wurden nahtlos in den durchgängigen Materialfluss integriert. Dazu installierte Kasto an den Auslagerstationen des Uniline zwei Manipulatoren, die die Bleche aus dem Lager mithilfe von Vakuumsaugern direkt auf die Wechseltische der beiden Maschinen heben und auch die fertigen Teile und Reststücke wieder entnehmen.„Um die Wechselzeiten zu verkürzen, ist das Regalbediengerät mit zwei Palettenplätzen ausgestattet. Das vermeidet Leerfahrten, weil immer ein Ein- und ein Auslagervorgang parallel stattfinden“, so Ronnie van den Hurk, ebenfalls Geschäftsführer bei De Cromvoirtse.

Durch das boomende Online-Geschäft und wachsende Auftragszahlen stieß jedoch auch dieses System nach wenigen Jahren an seine Leistungsgrenzen. Der Stahlhändler wandte sich daher 2016 erneut an Kasto, um auszuloten, wie sich die Performance des Lagers noch weiter steigern ließe. Kasto entwickelte folgende Lösung: Ein separates Turmlager vom Typ Unitower B wurde neben dem bestehenden Längslager installiert, um für zusätzliche Kapazitäten zu sorgen.

Turmlager schafft zusätzliche Kapazitäten
Das kompakte Lagersystem besteht aus einem Doppelturm. Dieser bietet mit einer Höhe von 8,5 Metern auf einer geringen Grundfläche Platz für knapp 80 Paletten, die Bleche mit Abmessungen bis zu 3.000 mal 1.500 Millimeter aufnehmen. Das Handling der Ladungsträger übernimmt ein Regalbediengerät mit Lasttraverse, das in der Mitte angeordnet ist. Damit muss zur Ein- und Auslagerung nicht das ganze Lager bewegt werden, sondern nur die jeweilige Palette. Das sorgt für schnelle Zugriffszeiten und ermöglicht in Verbindung mit der energieeffizienten Antriebstechnik deutliche Energieeinsparungen. Für maximale Flexibilität ist das Unitower- an das bestehende Uniline-Lager angebunden: Eine Brücke mit einem Längswagen, der auf einer Schiene verfährt, verbindet die beiden Systeme in luftiger Höhe miteinander.

Laserschneidmaschne mit dem Unitower verknüpft
Ebenfalls mit dem Unitower verknüpft ist eine weitere Laserschneidmaschine. Das Be- und Entladen erfolgt über ein vollautomatisches Handling-System eines Drittanbieters, das mithilfe von verschiedenen Greifern sowohl ganze Bleche als auch geschnittene Teile und Reststücke flexibel handhaben kann. Ein besonderer Pluspunkt der Kasto-Lösung ist, dass sich Bearbeitungsmaschinen verschiedener Fabrikate problemlos integrieren lassen.

Kasto installierte das Turmlager in nur wenigen Wochen im laufenden Betrieb. Die Steuerung des neuen und des bereits vorhandenen Lagers übernimmt das Kasto-eigene Verwaltungssystem Kastologic. Die Software ist so programmiert, dass sie beide Bereiche als ein zusammenhängendes Lager ansieht und regelt. Das erleichtert die Bedienung und erhöht die Bestandstransparenz. as

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