Autostore-Lager

32 autonome Roboter für Backbedarf

Hörmann errichtet für den Pati-Versand für Patisserie- und Konditoreibedarf ein automatisches Kleinteilelager. Mit 25.000 Behältern, sechs Carousel-Arbeitsplätzen sowie zwei Conveyor-Arbeitsplatzmodulen können 110 Wareneinlagerungen sowie die 1.040 Warenauslagerungen pro Stunde realisiert werden.

Das Autostore-System besteht aus einem Aluminium-Rastersystem, in dem Stapel mit jeweils zwölf Behältern direkt auf dem Hallenboden stehen. Über den Behälterstapeln ist das Fahrschienensystem montiert, auf dem sich 32 autonome Roboter bewegen. (Bild: Hörmann)

Der Pati-Versand hat sich seit 2007 auf Patisseriebedarf, Konditorei- und Backzutaten sowie Zubehör spezialisiert. Das umfangreiche Produktsortiment, das jährlich erweitert wird, steht auch im maßgeschneiderten Online-Shop zur Verfügung. Am Standort in Herzlake wird in einer neuen Lagerhalle ein automatisches Kleinteilelager für die Lagerung von Backzubehör errichtet. Mit seinem Autostore-Konzept hat Hörmann überzeugt und den Auftrag zur Realisierung der Anlage inklusive des Hilis AS Lagerverwaltungssystems erhalten. Das Autostore-Lager wird in der Neubauhalle mit einer lichten Höhe von 5.500 Millimeter errichtet. An allen Arbeitsplätzen können jederzeit Wareneingänge und Kommissionierungen durchgeführt werden.

Für die individuell abgestimmte Auslegung des Autostore-Systems für Pati-Versand wurden bei der Planung von Hörmann mehrere Anlagensimulationen mit Originaldaten in Realzeit durchgeführt. Die Netto-Betriebszeit beträgt acht Stunden täglich an fünf Tagen pro Woche. Die Kundenparameter führten zusammen mit den Simulationsergebnissen zu einer Systemkonfiguration mit zwölf Ebenen, 25.000 Behältern, sechs Carousel-Arbeitsplätzen sowie zwei Conveyor-Arbeitsplatzmodulen. Damit können die geforderten 110 Wareneinlagerungen sowie die 1.040 Warenauslagerungen inklusive der circa zehn Schnellaufträge pro Stunde realisiert werden. Für eine mögliche Erweiterung sind bereits drei beziehungsweise zwei zusätzliche Rahmen für Carousel- oder Conveyor-Arbeitsplätze vorgesehen.

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32 autonome Roboter sind unterwegs

Das Autostore-System besteht aus einem Aluminium-Rastersystem mit den Gesamtabmessungen von 24,5 mal 33,3 mal 4,1 Meter inklusive der Service-Bühne und einer Verkleidung aus einseitig beschichteten MDF-Platten an drei Seiten. In dem Rastersystem stehen Stapel mit jeweils zwölf Behältern direkt auf dem Hallenboden. Über den Behälterstapeln ist das Fahrschienensystem (Grid) montiert, auf dem sich die 32 batteriebetriebenen, autonomen Roboter bewegen. Die Roboter nehmen kooperativ Behälter auf, sortieren sie um und sind für die Ver- und Entsorgung der Carousel- und Conveyor-Arbeitsplätze zuständig.

Das maximale Gesamtgewicht der 649 mal 449 mal 330 Millimeter großen Behälter beträgt 35 Kilogramm bei einer Netto-Zuladung von rund 30 Kilogramm. Zur Absicherung des Maximalgewichts findet bei der Einlagerung eine Übergewichtsprüfung statt. Die Behälter können durch Trenneinlagen flexibel für die Nutzung mehrerer Artikel unterteilt werden.

Die Roboter bewegen sich durch ihre vier über Eck angeordneten Räderpaare in zwei Richtungen und erreichen so jede Position im Raster mit einer Geschwindigkeit von 3,1 Meter pro Sekunde. Sie kommunizieren über WLAN mit der Autostore-Steuerung, die die Transportaufträge an die einzelnen Roboter vergibt. Bei geringer Auftragslast oder zu geringer Batteriekapazität fahren die Roboter selbstständig zu einer der 32 am Rand des Grids befindlichen Ladestationen. Die Autostore-Steuerung ist auf der angebundenen Serviceplattform untergebracht.

Alle Arbeitsplätze sind so ausgestattet, dass jederzeit Wareneingänge oder auch Kommissionierungen durchgeführt werden können. Für die Einlagerung von Waren in das System werden diese auf Paletten an die Arbeitsplätze gebracht, dort ausgepackt und eingelagert. Der Transport der Waren bis zum WE-Arbeitsplatz erfolgt kundenseitig. Autostore stellt für die Einlagerung Leerbehälter bereit. An einem gesonderten Arbeitsplatz erfolgt die Wareneinlagerung der vom Kunden individuell zusammengestellten Pralinenhohlkörper.

Für die Kommissionierung können an Autostore komplette Kommissionieraufträge („Taskgroup“) mit einzelnen Kommissionierpositionen („Task“) übergeben werden. Je mehr Freiheiten das System hat, desto besser kann es die Aufträge abarbeiten, da dann die implementierten Optimierungsalgorithmen voll greifen. Dazu benötigt Autostore idealerweise einen Vorlauf von mindestens 30 Minuten. Die Roboter dienen die zu kommissionierenden Waren an einem der Arbeitsplätze an. Dort wird die Ware entnommen und in einen Versandbehälter abgelegt.

Steuerung über Hilis AS

Die Steuerung der Anlage übernimmt das speziell konzipierte Lagerverwaltungs- und -steuerungssystem Hilis AS. Autostore kennt „nur“ die Behälternummer im System, nicht aber den Inhalt. Das übergeordnete LVS kennt den Inhalt jedes Behälters, übernimmt die übergeordnete Verwaltung und Steuerung und setzt die logistischen Prozesse inklusive der Schnittstellen zum ERP-System um. Die einfach verständliche, grafische Benutzeroberfläche von Hilis AS stellt via Touch-Screen klare Arbeits- und Kommissionieranweisungen zur Verfügung. Zusätzlich unterstützt Hilis AS permanente Inventurprozesse, Leerbehälter-Einbringung, Status-Dialoge, Sonderzugriff auf die Behälter und vieles mehr.

Das Autostore-Kleinteilelager bei Pati-Versand in Herzlake soll im Januar 2019in Betrieb gehen. as

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