Automatisierungsplattform

Schneller zum kompakten Handlingsystem

Automatisierungsplattform. Das Automatisierungskonzept für Handlingsysteme muss so kompakt wie möglich sein und sich schnell in neue Maschinenkonzepte einfügen. Die Automatisierungsplattform ctrlX Automation von Bosch Rexroth reduziert den Platzbedarf und den Engineering-Aufwand bei kartesischen Robotern um bis zu 50 Prozent.

Mit ctrlX Automation verringert Bosch Rexroth den Platzbedarf für die Automatisierung kartesischer Systeme und vereinfacht die mechanische Integration. © Bosch Rexroth

Ob Werkzeug-, Kunststoff- oder Verpackungsmaschinen, Fertigungszellen oder Montagelinien: Kartesische Systeme und andere Roboter haben einen entscheidenden Einfluss auf die Produktivität. Sie verkürzen unproduktive Nebenzeiten zur Be- und Entladung von Maschinen oder dem Transfer zwischen den einzelnen Stationen. Auf der anderen Seite benötigen Handlingsysteme entweder eigene Schaltschränke oder Platz in bereits bestehenden. Der Trend bei den Endkunden geht aber eindeutig in Richtung kleinere Schaltschränke und kompaktere Maschinen, um die Fabrikfläche optimal zu nutzen.

Automation auf 100 Millimeter
Mit der neuen Automatisierungsplattform ctrlX Automation verringert Bosch Rexroth den Platzbedarf für die Automatisierung kartesischer Systeme erheblich und vereinfacht die mechanische Integration. Neben dem verkleinerten Formfaktor sparen die neuen Antriebe ctrlX Drive durch eine hohe Funktionsintegration bislang notwendige Zusatzkomponenten. Die Antriebe sind im 50-Millimeter-Raster mit Ein- und Doppelachsreglern beliebig erweiterbar. Über den gemeinsamen DC-Bus steigert ctrlX Drive die Energieeffizienz. Dadurch muss nicht für jede Einzelachse die Netzversorgung auf den Spitzenstrom ausgelegt werden. Die intelligente Funktion Smart Energy Mode regelt den Energieaustausch zwischen den Achsen so, dass die Anschlussleistung für den Spitzenstrom um bis zu 70 Prozent verringert werden kann. Weniger Bauraum und Gewicht sind im Handling auch deswegen besonders wichtig, weil die Antriebe oft mit den Achsen mitfahren. Je geringer die zu bewegende Masse, desto weniger Leistung ist erforderlich.

Anzeige
Der Antrieb ctrlX DRIVE mit integrierter Steuerung eröffnet neue Freiheitsgrade für innovative Lösungen. © Bosch Rexroth

Konstrukteure sparen mit der neuen Antriebsgeneration im Vergleich zu den Vorgängermodellen und marktüblichen Antrieben anderer Hersteller bis zu 50 Prozent Platz im Schaltschrank. Dazu trägt auch bei, dass die neue Steuerungsgeneration ctrlX Core ohne zusätzlichen Bauraum komplett in den Antrieb integriert werden kann. In der Praxis werden beispielsweise für ein Drei-Achs-Handling mit Reglern und Steuerung 100 Millimeter Baubreite im Schaltschrank benötigt. Je nach Anwendung kann die CPU aber auch in Embedded- oder Industrie-PCs integriert werden.

Engineering-Aufwand halbiert
Genauso wichtig wie der geringe Platzbedarf ist der um bis zu 50 Prozent reduzierte Engineering-Aufwand. Die Inbetriebnahme erfolgt ohne Installation von Programmen auf dem PC. Das Engineering ist web-basiert und liegt direkt auf dem Web-Server der Steuerung ab. Maschinenhersteller können wie gewohnt die Bewegungsabläufe in den SPS-Sprachen nach IEC 61131 programmieren. Sie haben aber zusätzlich auch die Möglichkeit, mit C/C++ zu arbeiten oder die grafische Programmierumgebung Blockly sowie Textsprachen wie Python zu nutzen. Bei der Programmierung und Parametrierung können Inbetriebnehmer auch zwischen diesen Optionen wechseln. Die Software übernimmt ihre Eingaben unabhängig von der gewählten Programmiersprache. Damit ist jeder Techniker, auch ohne SPS-Programmier-Kenntnisse, in der Lage, die Erstinbetriebnahme zu übernehmen – übrigens auch virtuell, noch bevor die erste Achse eingebaut ist.

ctrlX Automation nutzt eine moderne Software-Architektur mit dem stabilen Linux-Echtzeit-Betriebssystem, in dem Funktionen als Apps installiert werden. Das ctrlX Data Layer sammelt und verteilt alle Echtzeit- und Nicht-Echtzeit-Informationen zwischen den installierten Apps. In der App ctrlX Motion von Bosch Rexroth sind alle handlingtypischen Bewegungen bereits vordefiniert. Der Inbetriebnehmer kann elektronische Gantry, Point-to-Point, lineare oder zirkulare Bewegungen anwählen, die Bewegungen verschleifen und Sicherheitszonen definieren. Eine integrierte Kollisionsvermeidung schützt das Handling bereits beim Programmieren. Zusätzlich sorgen weitere Smart Apps wie die Vibrationsvermeidung für eine höhere Dynamik und Produktivität. Eigene Funktionen können Maschinenhersteller und Integratoren in nahezu beliebigen Programmiersprachen selbst erstellen oder Apps aus Entwicklungsplattformen nutzen.

30 Wege direkt ins IoT
Eine dritte, immer wichtigere Anforderung ist die einfache Integration in unterschiedliche Maschinenkonzepte und IT-Umgebungen. Gerade die Programmierung von Kommunikationsschnittstellen ist mit SPS-Code besonders aufwändig. Diese Zeitfresser fallen bei ctrlX Automation weitestgehend weg.

Bosch Rexroth setzt für die Feldkommunikation Ethercat ein und öffnet die neue Automatisierungsplattform damit dem wohl größten Ökosystem für Peripheriegeräte. Darüber hinaus unterstützt crtlX Automation weitere gängige Ethernet-Echtzeitsysteme. Für die Kommunikation zu Maschinen und anderen Stationen sowie zu übergeordneten Systemen der IT und des Internets der Dinge (IoT) stellt sie mehr als 30 direkte Verbindungsmöglichkeiten bereit, darunter auch OPC UA und MQTT.

Fazit: ctrlX Automation erfüllt die Nachfrage nach kompakteren Automatisierungslösungen für Handlingsysteme mit geringerem Engineering-Aufwand. Mit ihrer durchgängigen Offenheit fügen sich die Lösungen ohne Zusatzaufwand in vernetzte Umgebungen ein. Die moderne Software-Architektur von ctrlX Automation erschließt neue Möglichkeiten, zusätzlich zur SPS-Programmierung auch IT-Sprachen zu nutzen und so eigene Funktionen zu erstellen. as

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Bionic Soft Hand und Soft Arm

Wo Pneumatik auf KI trifft

Im Alltag nutzen wir unsere Hände selbstverständlich für unterschiedliche Aufgaben. Es liegt nahe, Roboter in kollaborativen Arbeitsräumen mit einem Greifer auszustatten, der diesem natürlichen Vorbild nachempfunden ist und durch künstliche...

mehr...