Pilotprojekt

KI hilft Ressourcen sparen

Der Erfolg eines Unternehmens hängt bald vom Einsatz künstlicher Intelligenz ab. Die Schorisch-Gruppe hat unter dem Stichwort „Schorisch1920.io“ ein Pilotprojekt ins Rollen gebracht, das den Einsatz von Ressourcen im Mittelstand optimiert.

Mit dem Pilotprojekt Schorisch1920.io werden die Ressourcen im Mittelstand optimiert, demonstriert Emil Schlumberger, Geschäftsführer von Schorisch Elektronik in Wentorf, beim Einsatz an einer Schweißanlage bei der Stahlbaufirma Schorisch Magis in Karstädt. © Schorisch

Ob in der Fertigung oder auf einer Baustelle: „Wo heute Daten ausgewertet werden können, entsteht ein Wettbewerbsvorteil“, sagt Initiator Emil Schlumberger, Geschäftsführer von Schorisch Elektronik.

Anhand der regional gesammelten Daten, die in der Cloud zusammengeführt werden, entstehen zum Beispiel bei der Schwesterfirma Schorisch Magis Nutzungsprofile für Schweißanlagen, anhand derer die Dimensionierung der Geräte für die jeweiligen Aufgaben besser gesteuert und ihr idealer Betriebszustand vorausberechnet werden können.

Weitere erste Erhebungen betreffen die Lüftungsanlage und die Verbesserung des Lichtprofils in den Fertigungshallen. Die Einsatzmöglichkeiten der Mikrocomputer, die dafür verwendet werden, sind enorm.

Erstmals haben die beiden Schorisch-Geschäftsführer Emil Schlumberger (Elektronik-Kompetenzzentrum in Wentorf) und Detlef Möhr (Stahlbau-Kompetenzzentrum in Karstädt) beim Technologietag im brandenburgischen Perleberg das Gemeinschaftsprojekt vorgestellt. Dabei warteten sie bereits mit Praxisbeispielen im Rahmen eines Workshops auf, der aufzeigte, wie Industrie 4.0 in alltägliche Arbeitsabläufe und Produktionsprozesse integriert werden kann.

Anzeige

Bislang gebe es zwar schon erste Konzepte, die für große Industriebetriebe entwickelt wurden, betonte Emil Schlumberger, doch für den Mittelstand seien sie in der Regel viel zu komplex, um pragmatische Ergebnisse zu liefern. Anders bei der von Schorisch entwickelten Dienstleistung, die künftig vor Ort angeboten wird und die neben der Datenanalyse auch ein Handlungskonzept vorsieht. „Wir machen Daten sichtbar, die in jeder Maschine stecken und sofort ausgewertet werden können“, sagt Schlumberger, der großes Potenzial für dieses Nischenangebot sieht.

Außerdem stehen neben den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Mikrocomputer auf jeder Baustelle mit dem Stahlbau- und dem Elektronikzentrum auch gleich zwei Demofabriken zur Verfügung, in denen die Erfolge für den Kunden vor Ort sichtbar sind. Der Denkansatz geht sogar so weit, dass Anlagen wie zum Beispiel beim Schweißen, auf den jeweiligen Bediener zugeschnitten und Daten vorausschauend analysiert werden können. Dahinter steckt die Idee, das Leistungsspektrum von Maschinen aller Art zu messen und mögliche Störungen sowie den Wartungsbedarf ähnlich wie beim Auto vorauszusehen, erklärt Tobias Wolter. „Dadurch können Kunden auf Dauer immense Kosten einsparen“, ist sich der Wirtschaftsinformatiker bei Schorisch Magis sicher.

Künftig sollen auf diese Weise sogar die Daten der Antriebstechnik von Wasserschleusen und anderen technischen Einrichtungen, gesammelt und analysiert werden, um daraus Rückschlüsse auf ihre Funktionstüchtigkeit und die vorbeugende Instandhaltung zu ziehen. Die Einsatzmöglichkeiten lassen sich beliebig erweitern.

Der Unternehmensgruppe kam in diesem Fall zugute, dass Fachwissen aus dem Produktionsalltag der Stahlbauer mit hochaktuellen Technologien der Elektronikspezialisten im IoT (Internet of Things) zu modernen Konzepten zusammengeschweißt werden können, sagt Schorisch-Vorstand Kirsten Schönharting. „Schorisch1920“ stehe dabei für das technische Wissen der vor 100 Jahren gegründeten Unternehmensgruppe, die Endung „.io“ für die Input-Output-Analyse gesammelter Daten. as

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige