Energiespar-Projekte

häwa auf dem Weg zum Schaltschrank aus Ökostrom

Auszubildende werden bei häwa zu „Energiescouts“. Erste Projekte führen zu einer deutlichen Stromersparnis. Das Ziel: Produktion mit 100 Prozent Ökostrom.

v.l.n.r.: Jan, Vanessa, Lukas und Maren © Häwa

Vanessa, Maren, Jan und Lukas sind Auszubildende bei häwa. In der Verwaltung, in der Produktion, im Lager – und sie freuen sich, im Laufe der drei Jahre einen Einblick in alle Bereiche des Unternehmens zu bekommen. Aber das Energiemanagement? „Das hatten wir irgendwie nicht auf dem Schirm“, sagt Maren, „wir haben auf den Knopf gedrückt und das Licht ging an.“

Aber gerade bei einer stromintensiven Firma wie dem Schaltschrank-Hersteller häwa spielt jede Kilowattstunde eine Rolle. Auf den Dächern sind seit Jahren Sonnenkollektoren verbaut, die jährlich rund eine Million Kilowattstunden Strom produzieren – so viel wie für 400 Einfamilienhäuser. Die liefern bereits heute eine beeindruckende Bilanz, „aber wir dachten uns, dass da noch Luft nach oben ist“, sagt Jan.

Und so bildeten sie das häwa-Energiescout-Team, führten innerhalb von sechs Monaten zwei Workshops zu Klimawandel, Treibhausgasen und Rohstoffreserven durch, und kamen zu dem Ergebnis, zunächst die alten Neon-Röhren in der Stanz-, Abkanthalle und der Lehrwerkstatt gegen LED auszutauschen. Dazu zählten sie die Lampen, zeichneten diese in die Grundrisse der Hallen ein, maßen die Lichtstärke, den Wirkungsgrad und den Energieverbrauch.

Am häwa-Standort Bad Wörishofen, der bereits auf LED umgestellt ist, wurde mit Hilfe von Wärmebildkameras dokumentiert, wieviel Wärme eine Neon-Röhre im Vergleich zur LED erzeugt. „Wir gingen dem Thema grundlegen auf die Spur“, sagt Lukas, „denn nur dann versteht man die Zusammenhänge.“ Die Ergebnisse dürfen die vier Auszubildenden jetzt bei der IHK in Ulm präsentieren.

Anzeige

„Ich freue mich sehr, dass wir so engagierte jungen Menschen ausbilden“, sagt Dr. Georg Härdtle, Mitglied der Geschäftsführung bei häwa und für das Energiemanagement zuständig. „Auch deshalb, weil wir immer mehr Kunden haben, die ganz konkret zum Beispiel nach dem Co2-Fußabdruck eines Unternehmens oder eines konkreten Produkts fragen. Davon hängt häufig die Kaufentscheidung ab.“

Viele weitere Maßnahmen des Energiescout-Projekts werden aktuell oder in den kommenden Monaten umgesetzt. Etwa Präsenzmelder zur Lichtsteuerung, die Koppelung von Lüftungsanlagen an Lichtschalter, vor allem aber die weitere Sensibilisierung der Mitarbeiter. Eines der gemeinsamen Ziele könne zum Beispiel sein, Schaltschränke aus 100 Prozent Ökostrom herzustellen. „Dazu fehlen uns noch rund 300.000 Kilowattstunden in Jahr“, so Dr. Härdtle, „das würden wir mit 3.000 weiteren Quadratmetern Sonnenkollektoren schaffen.“ Würden? „Wir schaffen das mittelfristig, davon bin ich überzeugt.“ as

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Automatisierung

5 Fakten über vernetzbare Hydraulik

Antriebsphysik macht in vielen Fällen den Unterschied aus. Wann immer es um hohe Kräfte und Robustheit geht, kommt Hydraulik ins Spiel - für viele jüngere Konstrukteure eine ungewohnte Technologie. Warum der Umgang mit moderner, vernetzbarer...

mehr...

Logimat 2019

Energie im Lager effizient nutzen

Kasto zeigt auf der Logimat ein Konzept zur Energierückspeisung und -speicherung in automatischen Lagersystemen. Betreiber können damit überschüssige Bewegungsenergie in elektrischen Strom umwandeln, zwischenspeichern und nach Bedarf nutzen.

mehr...