Drei Fragen an... Christian Wolf

„Daten sind das Lebenselixier für Industrie 4.0“

Der Stellenwert von IT und Software wächst in der Automatisierungstechnik kontinuierlich. 


Herr Wolf, Turck hat sich vom Sensorhersteller zum kompletten Automatisierungspartner entwickelt. Wo liegt derzeit der Schwerpunkt?

Dipl.-Wirt.-Ing. Christian Wolf, Geschäftsführer Hans Turck GmbH & Co. KG. (Bild: Turck)

Das beherrschende Thema ist aktuell natürlich Industrie 4.0. Mit unserem Portfolio, von der Sensorik über Anschluss- und Feldbustechnik bis hin zu RFID und Steuerungstechnik sind wir ideal aufgestellt, um unsere Kunden auf dem Weg zur Smart Factory bestmöglich zu unterstützen. Dabei setzen wir auf offene Standards wie IO-Link OPC UA und unterstützen mit Ethernet und RFID weitere Basistechnologien für Industrie 4.0. Als „Global Automation Partner“ ist das Thema Internationalisierung ebenfalls Kern unserer Unternehmens-DNA. So sind wir mittlerweile mit über 30 Landesgesellschaften in den wichtigsten Automatisierungsmärkten der Welt vertreten, immer nah an unseren Kunden.

Software und IT werden in Zeiten von Industrie 4.0 immer wichtigere Bestandteile der Automatisierungstechnik. Welche Herausforderungen oder Chancen bringt das mit sich?

Daten sind das Lebenselixier für Industrie 4.0. Insofern wächst der Stellenwert von IT und Software in der Automatisierungstechnik kontinuierlich. Natürlich ist das für Unternehmen, deren Kerngeschäft lange Zeit die Hardware war, an einigen Stellen eine Herausforderung. Dies gilt nicht so sehr in Bezug auf Gerätesoftware, die haben wir in der Verhangenheit auch schon realisiert, sondern eher in Richtung intelligenter Datenaufarbeitung und -bereitstellung in den Softwaresystemen der Kunden oder in Cloudlösungen. Das sind neue Themenfelder, in denen wir Know-how aufbauen müssen. Um unseren Kunden schnell praxistaugliche Lösungen anbieten zu können, haben wir uns an dieser Stelle entschieden, marktführendes Know-how einzukaufen. So hat Turck im Rahmen eines Technology Buy-out die Cloud-Software des IoT-Spezialisten Beck IPC erworben. Auf Basis dieser Software können wir unseren Kunden bereits in naher Zukunft eine ausgereifte, zukunftssichere Industrie-Cloud-Lösung anbieten, die wir gemeinsam kontinuierlich weiterentwickeln werden. Auch im RFID-Bereich haben wir uns mit Turck Vilant Systems einen Spezialisten an Bord geholt, der sehr erfahren ist bei der Einbindung von RFID-Daten in die Systeme seiner Kunden.

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Mit Vilant Systems haben Sie Ihren finnischen RFID-Turnkey-Lösungspartner übernommen. Welches Potenzial sehen Sie in der RFID-Technologie?

RFID ist eine wesentliche Basistechnologie für Industrie 4.0 beziehungsweise das Internet of Things. Smarte Fabriken können nur dann entstehen, wenn bestimmte Produkte, Werkstückträger oder Werkzeuge eindeutig identifizier- und lokalisierbar sind. Mit diesen Daten lassen sich nicht nur Produktionsprozesse optimieren, sondern auch deren Rückverfolgbarkeit oder die Qualitätssicherung. In vielen Anwendungsfeldern sind der optischen Erkennung Grenzen gesetzt, sodass dann nur funkbasierte RFID-Lösungen funktionieren.

Neben unserem produktorientierten RFID-Lösungsangebot, das wir seit über zehn Jahren kontinuierlich ausbauen, gehen wir mit unserer neuen Tochter Turck Vilant Systems einen Schritt weiter. Mit der Übernahme der Mehrheitsanteile an Vilant können wir nun auch schlüsselfertige RFID-Komplettlösungen anbieten. Unsere Kunden benötigen eben nicht nur exzellente Hardwareprodukte, sondern immer mehr komplette Systemlösungen inklusive Software, Integration und Wartung, vor allem im RFID-Geschäft. Mit den erfahrenen Spezialisten von Vilant, die schon mehr als 1000 Projekte erfolgreich realisiert haben, können wir diese Anforderungen jetzt besser erfüllen und unsere Kunden auf dem Weg zu Industrie 4.0 unterstützen.

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