Verbindungstechnik

Quo vadis Ethernet?

Mit Industrie 4.0 wächst die Datenkommunikation. Betriebe setzen dabei häufiger auf Ethernet-Verbindungslösungen. Tempo ist dabei nicht alles: Verstärkt werden auch einfache und kostengünstige Leitungen nachgefragt, ebenso Hybridleitungen.

Kabel für Single pair Ethernet sind kompakter und einfacher zu installieren als Ethernetkabel mit vier Aderpaaren und für viele Anwendungen auf der Feldebene ausreichend. © Lapp

Im Industrieumfeld gibt es mehr als 20 Industrial Ethernet Systeme, die sich in technischen Details unterscheiden und daher inkompatibel sind. Hinzu kommen mehr als 50 Feldbus-Systeme, die in der Regel ebenfalls nicht kompatibel sind. Feldbus-Systeme sind in Fabriken weit verbreitet, weil sie als robuster gelten. Sie übertragen kleinere Datenpakete als Ethernet, sind dafür aber echtzeitfähig.

Dass die Zukunft dem Ethernet gehört, legen die Marktdaten nahe. Industrial Ethernet wächst derzeit mit 22 Prozent pro Jahr, Feldbus-Systeme legen nur noch mit sechs Prozent zu. Die Ursache liegt in der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung, die eine Auflösung der Automatisierungspyramide zur Folge hat. Bisher hatten die verschiedenen Ebenen der Pyramide unterschiedliche Funktionen, daher arbeiteten dort auch unterschiedliche Programme, Sensordaten mussten sich von einer Ebene zur nächsten und zurück hangeln, das macht die Fabriksteuerung kompliziert und wenig agil.

Mit der Auflösung der Automatisierungspyramide verschwinden diese Ebenen, jeder redet mit jedem – ERP-Systeme können zum Beispiel direkt auf Sensoren an der Maschine zugreifen und so erfahren, ob es zu einer Störung kommen könnte, die die Lieferfähigkeit beeinflusst. Das geht allerdings nur, wenn auch die Verbindungstechnik das Schubladendenken überwindet.

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Komponenten dafür hat Lapp in seinem Portfolio. Traditionell dominierten dort Produkte für Feldbus-Systeme, mittlerweile finden Kunden dort alles was sie zur Vernetzung mit Industrial Ethernet benötigen – von den Kabeln über Stecker bis hin zu einbaufertig konfektionierten Leitungen aus dem Ölflex-Connect-Programm.

Zu den Highlights gehören zum Beispiel die Etherline PN Cat.6A FC mit 10 Gbit/s bei 500 MHz Bandbreite. Sie ist fast-connect-fähig dank fehlender Paarschirmung, Innenmantel und Trennkreuz, was eine schnelle Konfektion ermöglicht. Dazu passt das Epic-MH-Gigabit-Datenmodul, ein Rechteckstecker, der durch seinen modularen Aufbau die Übertragung von Daten und Energie ermöglicht. Oder die robusten Etherline Access Switches zur Datenverteilung im rauen Industrieeinsatz.

Viele Kabel, ein Mantel
Lapp beobachtet den Markt für Industrial Ethernet und hat zwei Trends ausgemacht. Zum einen Hybridleitungen, sogenannte Ein-Kabel-Lösungen. Dabei handelt es sich um Leitungen, die Kabel unterschiedlicher Funktionen in einem Mantel vereinen, in der Regel sind dies Anschlussleitungen für Servoantriebe mit integrierten Feedbackleitungen zur Abfrage der Sensoren. Solche Hybridleitungen bietet das Unternehmen zum Beispiel für das Hiperface DSL-Motor-Feedback-System von Sick oder für Acuro-link von Hengstler an.

Ein zweiter Trend ist das Downsizing. Waren beim bisherigen Ethernet zwei oder vier Adernpaare notwendig, kann durch Single-Pair-Ethernet über ein Adernpaar bis zu einem Gbit/s übertragen werden. Der Anwender profitiert von reduziertem Installationsaufwand und erzielt Platz- und Kostenvorteile. B. Müller/as

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