Smart Cameras arbeiten selbstständig ohne angeschlossenen PC

Von Haus aus intelligent

Ob endlose Folienbahnen oder Langobjekte wie Bretter: Mit einer intelligenten Kamera - der Prozessor ist integriert - lässt sich die Produktion überwachen, ohne dass zusätzlich ein Rechner angeschlossen werden muss. Sogar das Laserscribing lässt sich so überwachen.

Laserscribing mit der Zeilenkamara: Intelligenz im Body. (Foto: EVT)

Der Begriff "smart camera" beziehungsweise "intelligent camera" wurde bereits von Ron Schneidermann 1975 geprägt und bezeichnet eine Kamera, auf der die auf dem integrierten Prozessor durchgeführte Bildverarbeitung programmiert werden kann. Gleichzeitig werden die aufgenommenen Bilder nicht an einen PC übertragen, sondern direkt in der Kamera verarbeitet. Solche Industriekameras, die Framegrabber, Prozessor, Speicher und Schnittstellen bereits enthalten, gibt es nicht nur mit zweidimensionalen Bildsensoren, sondern auch als intelligente Zeilenkamera. EVT stellt die kompakte Eye-Spector 1002L-Zeilenkamera vor, die in den Ausmaßen nicht größer ist als eine herkömmliche Industriekamera ohne Intelligenz - aber darüber hinaus zur Auswertung der Bilddaten über die leistungsstarke Eye-Vision-Bildverarbeitungssoftware verfügt.

Mit den Eye-Vision-Softwaresystemen wird der Zeilenbildeinzug komplett unterstützt. Es gibt zwei Modi für den Bildeinzug - den Endlosbildeinzug mit fortlaufender Bildauswertung sowie den frameorientierten Bildeinzug für lange Objekte. Der erste Modus ist für alle Aufgabenstellungen geeignet, bei denen Materialien in Bahnen gefertigt werden, etwa Kunstofffolien, Papier, Metall und Gewebestoffe, während der zweite Modus für alle Materialien gedacht ist, die als längliche Objekte vorliegen, zum Beispiel Bretter, Stangen oder Platten. Eine weitere Anwendung ist das Solar-Eye-System, das aus einer EyeSpector 1002L sowie der Eye-Vision-Software besteht. Die Zeilenkamera kontrolliert Laser Scribing, das heißt das Separieren von Leiterbahnen auf Dünnschicht-Solarzellen per Laser.

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200 Messwerte in der Sekunde

Auf das Trägermaterial der Zellen, zum Beispiel Glas, wird dabei ein dünner Siliziumfilm aufgetragen, der per Laser strukturiert wird. Die Leiterbahnen verlaufen parallel und möglichst eng nebeneinander, ohne sich zu berühren. Das Monitoring-System regelt den Laser in Echtzeit auf ein Mikrometer genau. Die Positionsdaten der Laserlinie werden schnell erfasst, womit je Sekunde 200 Messwerte zur Verfügung stehen, die per Ethernet- oder RS232-Schnittstelle direkt von der Kamera ausgelesen werden können. Die Auswertedaten und die Bilddaten des Sensors können an ein optionales Displayterminal und an einen Leitrechner übertragen werden, sodass im Fehlerfall die Fehlerquelle direkt sichtbar ist. Die robuste Kamera enthält die komplette Auswerteelektronik und führt eigenständig sämtliche Bildverarbeitungsprozesse aus. Die Eye-Spector 1002L hat eine Rechenleistung von 3.200 MIPS und besitzt 32 MB DRAM sowie 4 MB Flash EPROM zur Programm- und Datenspeicherung. Die maximale Zeilenfrequenz beträgt elf Kilohertz.    bw

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