Datamatrix-Kennzeichnung mit Qualitätskontrolle für Pharma-Hersteller

Pharma-Kennzeichnung ohne Piloten

Bristol-Myers Squibb (BMS) zählt zu den großen Herstellern biopharmazeutischer Produkte. In der Produktionsstätte im französischen Agen laufen jährlich 400 Millionen Arzneimittelschachteln vom Fließband, darunter Schmerzmittel wie Dafalgan und Efferalgan. Um die Auflagen des französischen Gesetzgebers zu erfüllen, der die Kennzeichnung jedes auf dem französischen Markt vertriebenen Arzneimittels mit dem Datamatrix-Code verlangt, hat BMS seine Verpackungsstraßen mit neuen Maschinen aufgerüstet. Da Zetes im Stande war, die erforderlichen 25 Maschinen in Rekordzeit zu entwerfen, herzustellen und zu installieren, vergab BMS den Auftrag an die französische Niederlassung des europaweit agierenden Systemintegrators. Die Maschinen wurden auf die Erfüllung der stringenten Anforderungen ausgelegt, die BMS hinsichtlich Beschriftung, Etikettierung, Versiegelung, Qualitätskontrolle und Leistungsfähigkeit stellt. Zugleich können sie extrem große Mengen handhaben ¿ bis zu 400 Schachteln je Verpackungsstraße in der Minute ¿ und ermöglichen BMS eine hundertprozentige Qualitätskontrolle der gekennzeichneten Produkte.

Ausfallsicherheit gefragt

Ein schöner Auftrag: 25 Maschinen wurden bei Zetes bestellt, um den französischen Vorschriften zum 1. Januar 2011 gerecht zu werden. (Fotos:Zetes)

Die Kennzeichnung von Sekundärverpackungen und die hierzu eingesetzten Maschinen sind für das Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Entsprechend hoch waren die Qualitätsmaßstäbe, die die BMS-Spezialisten bei ihrer Auswahl in punkto Konstruktion und Systemintegration anlegten. Sylvain Ballesta, Projektmanager bei BMS, erläutert hierzu: "Unser Werk ist eines der größten Produktionsstätten weltweit für Brausetabletten ¿ die Produktionsleistung ist enorm. Der Stillstand einer einzigen Maschine innerhalb einer Produktionsstraße würde zur Unterbrechung der gesamten Produktion führen. Aus diesem Grund war es uns wichtig, ausgesprochen ausfallsichere Maschinen bauen zu lassen, die genau an unsere Anforderungen angepasst sind. Darüber hinaus stellen wir sehr hohe Qualitätsanforderungen." Eine weitere Bedingung war die Konstruktion in Balkonbauweise. Diese sieht den Standards der pharmazeutischen Industrie entsprechend vor, dass sich alle mechanischen Komponenten hinter der Maschine befinden. Dies gewährleistet eine besonders hohe Bedienerfreundlichkeit und eine vereinfachte Maschinenwartung, die ohne Anhalten der Produktionsstraße vorgenommen werden kann

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Eine Lösung nach Maß

Um sämtlichen Anforderungen von BMS Rechnung zu tragen, wurden die 25 Maschinen maßgefertigt. Sie vereinen mehrheitlich vier verschiedene Gerätetypen in Balkonbauweise und kombinieren damit unterschiedliche Funktionen auf modularer Basis. Die Datamatrix-Kennzeichnung kann je nach Verpackungsstraße auch mit der Anbringung eines von der gesetzlichen Krankenversicherung in Frankreich geforderten Etiketts und der Versiegelung kombiniert werden. Kameras und ein automatisches positives Auswurfmodul sorgen für eine hundertprozentige Qualitätskontrolle. An bestimmten Produktionsstraßen sorgt ein spezielles Förderbandsystem dafür, dass die Produkte gerollt werden, um die Abpackung in Schachteln zu optimieren. An drei der Verpackungsstraßen fehlte der Platz für die Installation einer komplett neuen Maschine. Hier entschied man sich für eine Nachrüstung, d.h. die vorhandenen Maschinen wurden mit denselben Funktionen (Kennzeichnung, Prüfung) sowie mit derselben Bedienoberfläche ausgestattet, mit denen auch die neuen Maschinen versehen sind.

"Spezifisch und praktisch"

Auf Anregung von BMS gab es von Anfang an eine enge Zusammenarbeit mit regem technologischen Austausch zwischen den technischen Teams von Zetes und BMS. Sylvain Ballesta, Projektmanager bei BMS, äußert sich dazu wie folgt: "Wir freuen uns, dass das Zetes-Team so viel Flexibilität bei der Konstruktion an den Tag gelegt hat. So haben wir Maschinen bekommen, die perfekt auf unsere Anforderungen zugeschnitten sind. Die Maschinen haben sehr spezifische und praktische Funktionen, etwa Module zur Anpassung der Maschinenhöhe, Förderbänder, auf denen die Produkte gerollt werden, eine gänzlich zentralisierte und sichere Bedienoberfläche und vieles mehr." Die Umsetzung des Projekts erfolgte in äußerst kurzer Zeit: Der Vertrag wurde im März unterzeichnet, und die Installation der ersten Maschinen musste bereits im Juni erfolgen. Anschließend sollten wöchentlich zwei bis drei weitere dazukommen. Bei diesem sehr knappen Zeitrahmen kam eine Pilotphase nicht in Frage. Zetes stand also unter erheblichem Zeitdruck und musste die technische Planung, Entwicklung und Installation in Rekordzeit absolvieren. Alain Grandpierre, Projektassistent bei BMS, zeigt sich entsprechend beeindruckt: ¿Ein solches Projekt in so kurzer Zeit umzusetzen, ist in der Industrie eine stattliche Leistung.¿ Während zuvor nur eine statistische Kontrolle anhand von Stichproben stattfand, kann dank der Kamera nun jede Medikamentenschachtel auf der Produktionsstraße einzeln geprüft werden. Datamatrix-Barcodes, die den Qualitätsvorgaben nicht genügen, werden vom automatischen Auswurfmodul aussortiert. Seit der Installation der neuen Maschinen werden die für den Export bestimmten Produkte zudem mit Tintenstrahlmodulen gekennzeichnet (Chargennummer, Produktnummer, Haltbarkeitsdatum). Dies sorgt für eine bessere Lesbarkeit und ermöglicht auch hier eine verbesserte Kontrolle.

Zusammenspiel der Komponenten

Die Zetes-Verwaltungssoftware stellt eine zuverlässige Datenerfassung (Scannen der Produktliniendaten) sowie die automatisierte Konfiguration aller Komponenten (Beschriftung, Etikettierung, Kontrolle, Roboter) sicher. Alle wichtigen Daten werden dank der Client-/Server-Architektur sicher zentralisiert. Die Anwendung erfüllt alle Qualitätsanforderungen der pharmazeutischen Industrie. BMS hat Zetes mit dem gesamten Projekt betraut ¿ von der Konstruktion der Maschinen über die Entwicklung bis hin zu Implementierung, Service und Schulung. Dazu Pascal Longchambon, der den Zetes-Bereich ¿Unattended Automatic Systems¿ leitet: ¿Die größte Herausforderung bestand darin, in äußerst kurzer Zeit einen homogenen Maschinenpark zu konstruieren, der verschiedene Funktionen erfüllt. Einer der Erfolgsfaktoren war die enge Zusammenarbeit zwischen den Teams vor Ort und dem 3i Print & Apply Competence Centre von Zetes, eines auf die Konstruktion und Herstellung industrieller Kennzeichnungs- und Etikettiersysteme spezialisierten Teams. So konnte BMS von der jahrelangen Erfahrung von Zetes auf dem Gebiet der Systemintegration profitieren, aber auch von der Engineering-Kompetenz, die Zetes in punkto Kennzeichnung und Etikettierung, Drucksysteme und Prozesssteuerung, SPS-Programmierung und ERP-Integration (SAP) auszeichnet.¿ Das Projekt ermöglichte es, den BMS Agen die Frist für die Einführung der gesetzlichen Datamatrix-Kennzeichnung zum 1. Januar 2011 einzuhalten. bw

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