Modulares Sicherheitssystem MMS

Sicherheit en bloc

Softwarebasiertes Sicherheitskonzept für Maschinen und Anlagen
Dipl.-Ing. Peter Jansen (re), Firmenchef der Jansen Automation, hier mit dem Siemens-Vertriebsbeauftragten Dipl.-Ing. Bernhard Höschler (li), weiß die Vorteile des MSS zu schätzen: „Das ist Stand der Technik, um die Sicherheitsansprüche der Europäischen Maschinenrichtlinie auf wirtschaftliche Weise erfüllen zu können.“ (Fotos: Siemens)
Verkettete Automatisierungs-linien sind meist komplex, weitläufig und unterliegen ständiger Anpassung. Um dennoch die Sicherheitsansprüche der neuen Europäischen Maschinenrichtlinie mit vertretbarem Aufwand zu erfüllen, sind moderne Lösungen gefordert. Jansen Automation setzt dafür das softwarebasierte Modulare Sicherheitssystem von Siemens ein.

Flexibilität ist für uns von zentraler Bedeutung“, hebt Dipl.-Ing. Peter Jansen, Firmengründer und Chef von Jansen Automation in Pulheim bei Köln hervor. Das 1989 gegründete Unternehmen mit knapp 30 Mitarbeitern ist spezialisiert auf die Entwicklung und den Bau verketteter Montageanlagen. Gerade wurde wieder eine Anlage ausgeliefert, die Luftmischer für großvolumige Dieselmotoren in Baumaschinen montiert und prüft. Dieser Produktionsschritt war notwendig, um die ökologische Euro-5-Norm für diese leistungsstarken Aggregate zu erreichen. Das Besondere daran: Erstmals wurde für den betreffenden Motorenhersteller ein softwarebasiertes Sicherheitskonzept umgesetzt. Peter Jansen bestätigt: „Das Modulare Sicherheitssystem MSS von Siemens stellt für unseren Bedarf genau die richtige Lösung dar – es ist flexibel und einfach in der Handhabung.“ Für den Praktiker ist es von Vorteil, wenn über Arbeitsteilung parallel gearbeitet werden kann und somit bei Engineering, Installation und Inbetriebnahme Zeit gespart wird.

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Der Elektriker parametriert

Die Sicherheitstechnik wird bei Jansen von der Elektrotechnik-Abteilung übernommen, während die Steuerungstechniker die Programmierung der SPS übernehmen. Das funktioniert hier hervorragend, weil das MSS (3RK3) aus dem Sirius-Systembaukasten von Siemens über die Software MSS ES einfach zu parametrieren ist. Mithilfe eines grafischen Editors und Drag-&-Drop-Arbeitsweise lassen sich selbst komplexe Sicherheitskonzepte übersichtlich darstellen. Die Software bietet einen weiteren Vorteil: Noch bevor die Anlage in Betrieb genommen wird, können die Jansen-Mitarbeiter durch das sogenannte „Forcen“ alle Sicherheitsfunktionen im Programm durchspielen. Damit lässt sich prüfen, ob sich die Anlage wie gewünscht verhält. Jansen kommentiert: „Letztendlich können wir die Sicherheitsanforderungen der neuen Maschinenrichtlinie mit der EN 62061 bzw. EN ISO13849-1 ohne „Bauchschmerzen“ erfüllen.“

Große Zeitersparnis

Aber nicht nur das bessere Gefühl stand bei der Entscheidung für die softwarebasierte Sicherheitstechnik im Mittelpunkt. Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass der Anwender mit dem MSS in der Vorplanung einer Anlage weniger Zeit benötigt als mit konventioneller Sicherheitstechnik über einzelne Sicherheitsschaltgeräte. „Allein das Engineering“, schätzt Jansen, „läuft mit dieser Lösung über 20 Prozent schneller; aber auch der Installationsaufwand reduziert sich um etwa den gleichen Betrag.“ Dafür gibt es einige gute Gründe: Zum Beispiel lassen sich an das Grundgerät des Systems MSS Basic bis zu sieben Erweiterungsmodule anreihen und so zu einem kompakten Sicherheitsblock ausbauen. Bei der nächsten Ausbaustufe MSS Advanced sind es sogar neun. Auf diese Weise können Ein- und Ausgänge individuell an den Bedarf angepasst werden. Jansen erläutert: „Vor allem die Erweiterung beziehungsweise Modifikation von Anlagen wird dadurch wesentlich einfacher, schneller und kostengünstiger.“ Denn der Praktiker weiß, dass Montageanlagen bis zum letzten Tag vor der Auslieferung noch an die Wünsche der Anwender angepasst werden müssen – selbst spätere Modifikationen bereits produzierender Anlagen sind an der Tagesordnung.

Die Anlage für den Dieselmotorenhersteller mit einer teilautomatisierten Durchlaufstrecke von etwa 40 Metern besteht aus zwei Zellen mit teilautomatisierten Montageprozessen sowie zehn Automatikstationen. Die Anlage ist modular ausgeführt, so dass sich spätere Veränderungen mit nur kurzen Stillstandszeiten durchführen lassen.

Einfache Diagnose über Profibus

Einen weiteren Vorteil dieser modernen Sicherheitstechnik sieht Peter Jansen bei den nunmehr vorhandenen Diagnosemöglichkeiten. Bei konventioneller Technik müssen die Ein- und Ausgänge entsprechend verdrahtet und zusätzlich auch Meldekontakte auf die Eingangsgruppen der Steuerung gelegt werden. Mit dem MSS ist das nicht mehr notwendig, denn an das Basisgerät lässt sich ein Profibus-Modul anreihen. Damit lassen sich alle vorhandenen Diagnoseinformationen über das Bussystem an die Steuerung übertragen. Diese Informationen sind für die Verfügbarkeit der Anlage ein wichtiges Hilfsmittel. Auf einfache Weise können Meldungen und Fehler, zum Beispiel Drahtbruch oder Querschluss einer Sensorleitung, erfasst werden. Die Zuordnung sowie die Textgestaltung kann der Sicherheitstechniker in der Software MSS ES als Klartext hinterlegen. Zusätzlich kann der Steuerungstechniker seine eigene Textgestaltung für die Visualisierung an Bedien&Beobachten-Geräten anpassen. Jansen: „Dieser ausführliche und einfache Informationsaustausch per Profibus über den Status der Maschine ist überzeugend.“ pb

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