RFID-Betreibermodelle

Auf den Weg gebracht

RFID-Betreibermodelle für die automatische Identifikation
Klinikbetten und ihre Belegungsdauer lassen sich dank RFID eindeutig identifizieren, was nachfolgend die Menge der Reinigungsmittel reduziert und das Personal entlastet.

Bisher war RFID vor allem Großunternehmen vorbehalten. Nun wird die Funktechnologie dank neuer, flexibler Betreibermodelle auch für die Lieferketten mittelständischer Firmen interessant. Service-Provider übernehmen dabei die Projektierung und den Betrieb für alle Partner einer Supply Chain. Die Kosten werden verbrauchsgerecht geteilt.

Besonders in der Logistik, aber auch in der produzierenden Industrie, dem Handel oder Gesundheitswesen gehören RFID-Projekte mittlerweile zum Alltag. Heute dominieren noch geschlossene Kreisläufe den Markt für RFID. Bei diesen so genannten „Closed Loops“ optimieren Unternehmen ihre Geschäftsprozesse innerhalb der eigenen Firmengrenzen: Der Automobilhersteller steuert die Montage in der Produktionshalle, der Logistiker überwacht die Auslieferung der Ware und das Krankenhaus managt die Verteilung seiner Betten auf den Stationen. Bisher verhinderten die Komplexität der Projekte und die damit verbundenen hohen Kosten, dass sich offene RFID-Kreisläufe auf breiter Front durchsetzen konnten.

Technologieanbieter wie Siemens stellen nun die RFID-Infrastruktur im Rahmen von ganzheitlichen Services für die automatische Identifizierung bereit. Sie sorgen für die Vernetzung und rechnen individuell nach Nutzung ab. Der zentrale Server mit Anwendungen für die automatische Identifikation – der sogenannte AutoID-Backbone – bildet dabei den Kern der Betreiberlösung. Er wird vom Dienstleister in seinen Rechenzentren betrieben. An ihn werden alle RFID-Events, also die an den RFID-Stationen ausgelesenen Informationen der Transponder, übertragen und verarbeitet. Gleichzeitig sorgt das System dafür, dass die Mikrochips mit den richtigen Informationen beschrieben werden, beispielsweise mit den Seriennummern der zu verfolgenden Waren. Die Hardware-Ausstattung – PCs, RFID-Lesegeräte und -Transponder – befindet sich beim Kunden. Über eine Webapplikation haben alle Partner der Supply Chain Zugriff auf die zentrale Datenbank des Betreibers. Mit Hilfe eines IP-Zugangs und eines VPN wird zwischen Server und Client ein sicherer Kommunikationstunnel aufgebaut, und somit die Daten verschlüsselt übertragen. Die technischen Voraussetzungen reichen jedoch nicht aus, um ein Betreibermodell erfolgreich und effizient zu implementieren. Der Technologieanbieter muss aufgrund dynamischer Vorgänge in den Lieferketten – neue Partner, veränderte Strategien und Märkte – eine hohe branchenspezifische Beratungskompetenz sowie Kenntnisse der Geschäftsprozesse haben.

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Am besten eignen sich RFID-Betreiberlösungen für Lieferketten mit dezentralen Strukturen. Dazu zählen beispielsweise der Logistikbereich, der Handel mit seinem weit verzweigten Shopsystem oder die Pharma- und Gesundheitsbranche.

Deckt der Anbieter den gesamten Lebenszyklus eines Projekts ab – von Beratung, Design und Implementierung bis hin zu Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung – rechnet sich der Einsatz von AutoID-Services schon ab einer Vertragslaufzeit von drei Jahren. Entscheiden sich die Partner einer Lieferkette zum Beispiel für eine hohe Grundgebühr, fallen die Transaktions- oder Stückkosten geringer aus als ohne Fixum. Dagegen könnte ab einer bestimmten Stückzahl eine Flatrate die kostengünstigere Variante darstellen.
Sarah Meixner (gm)

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