Identtechnik

Saubere Sache

Geschirrspüler mit richtigem Label
Bildverarbeitungssysteme haben eine immer größere Bedeutung im industriellen Einsatz. Das hier vorgestellte, ermöglicht das zweiseitige Anbringen der Etiketten an Haushaltsgeräteverpackungen. Dabei spielt die Größe und ­unterschiedliche Lage der ­Kartons keine Rolle.

Die richtige Etikettierung von Verpackungen ist bei entsprechender Automatisierung nicht immer eine einfache Sache. Bei Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH) in Dillingen durchlaufen verschiedene Marken und Variationen alle den gleichen Etikettierprozess. Hier sorgt ein Lageerkennungssystem für das richtige Erkennen der Objekte und ein Bildverarbeitungssystem mit Stereo-Sensoren dafür, dass die Roboter die Labels bei jedem Geschirrspüler genau am richtigen Platz anbringen.

Für die Kennzeichnung eines Gerätes an zwei Stellen stehen etwa zehn Sekunden zur Verfügung. Standardlösungen zur Automatisierung des Prozesses waren hier nicht geeignet – Größenvariationen, Ausrichtungs- und Positioniertoleranzen standen dem entgegen. „Als beste Lösung hat sich die Integration von Leimauftragssystemen in Verbindung mit dem Einsatz eines Etikettier-Roboters angeboten“ meint Franz Schuster von den Technischen Diensten Sondermaschinen Elektrik. „Es musste nur noch eine Möglichkeit gefunden werden, dem Roboter zu sagen, wo die zu etikettierenden Ecken des sich jeweils in der Anlage befindlichen Geräts räumlich liegen.“ Die zur Robotersichtführung erforderlichen Daten werden mit einem Lageerkennungssystem der Firma VMT, Weinheim, in Stereoausführung durchgeführt.

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Komplexes ­Zusammenspiel

Das System ist ein mehrstufig arbeitendes Bildverarbeitungssystem, das durch die Auswertung einer breiten Bildbasis ein hohes Maß an Erkennungssicherheit bietet. Die installierten Systeme bestehen neben einem Industrie-PC mit integrierter Bildverarbeitungskarte, VGA-Monitor und Tastatur insbesondere aus zwei über dem Etikettierplatz angebrachten Kamerapaaren und einer applikationsspezifischen Beleuchtungstechnik. Die Bedienoberfläche ermöglicht eine leichte Inbetriebnahme, Systemoptimierung und Bedienung. In Verbindung mit einem Monitor der alle relevanten Parameter, Bilder und Auswertungen anzeigen kann, führt das zu Zeitvorteilen bei der Inbetriebnahme und Applikationsoptimierung. Die Übertragung der Positions-Korrekturdaten an die Robotersteuerung erfolgt über die RS232CSchnittstelle mit dem 3964R-Protokoll.

Die Kameras des Bildverarbeitungssystems sind in einem exakten Winkel zueinander montiert und jeweils auf eine der diagonal gegenüberliegenden Ecken der Verpackung ausgerichtet. Sie ermitteln nach- und unabhängig voneinander die Lage von zwei Ecken des Kartons, an denen später jeweils ein Etikett seitlich aufgeklebt werden soll. Durch die Stereo-Anordnung wird neben den Koordinaten in der Ebene auch die Höhe der Ecke erkannt und die ermittelten Daten zur Bewegungssteuerung an den Etikettier-Roboter übertragen.

Nach erfolgtem Klebstoffauftrag durch die Leimeinheit und korrigiert mit den Daten des optischen Lageerkennungssystems werden beide Etiketten nacheinander seitlich an den Karton-Deckel angedrückt. „Beide Etikettenpositionen haben so eine höchstmögliche Konstanz und die endgültigen Positioniertoleranzen bewegen sich nur noch im Bereich weniger Millimeter“, zeigt sich Franz Schuster zufrieden mit der realisierten Lösung – zumal sich auch die im Vorfeld kalkulierten Einsparungen bei den Materialkosten eingestellt haben.Michael Schick (ma)

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