Identtechnik

Frei von der Leine

Funkgesteuerte Erfassung mit Gabelstapler für pünktliche Lieferung
Per Funk kommunizierende Gabelstapler sorgen für Flexibilität, optimierte Lagerprozesse und reduzierte Kosten bei einem Papierhersteller.

Der Hersteller Stora Enso produziert in Karlsruhe Zeitungsdruck- und Magazinpapiere. Für ausgehende Waren unterhält das Unternehmen drei Läger. Für den Transport auf Wasser befindet sich ein Lager mit Schiffsverladestelle direkt am Rhein. Eine weitere Lagerhalle kann mit der Bahn erreicht werden. Die Lkws können zum Be- und Entladen acht Tore anfahren. Rund 15 Gabelstapler sind in den drei Lägern unterwegs und sorgen für die pünktliche Lieferung der Papiere. Denn heute werden Papiere nicht mehr auf Lager bestellt sondern direkt der Produktion zugeführt. Beispielsweise bei der Tageszeitung gilt es, auf Grund der engen Zeitplanung, pünktlich zu liefern. In der Logistikkette bedeutet dies hochmoderne Lagersysteme bis zum letzten Kettenglied. Die Voraussetzung für eine reibungslose, effektive und zuverlässige Lieferung ist die zeitnahe und direkte Kommunikation mit dem übergeordneten SAP-System. Dadurch wird die Datendurchgängigkeit vom Lager bis zur Verwaltung gewährleistet, gleichzeitig Kosten reduziert und Fehler vermieden.

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Aufwand reduziert

Für Unternehmen wie Stora Enso, die große und schwere Stückgüter bewegen, werden mobile Lösungen für Gabelstapler gefordert. Denn kabelgebundene Systeme sind kostenintensiv. Nicht nur die Ersatzinvestitionen für plattgefahrene Kabel, sondern auch aufwändigere Prozess­abläufe begründen eine flexible Lösung. Früher hatten die Ppaierhersteller einen festen Arbeitsplatz zum Erfassen eingerichtet. Dies hatte zu Folge, dass der Gabelstapler die Ware aufnehmen, zum Erfassungspunkt fördern und danach zur Verladung fahren konnte. Ein hoher Aufwand, da die Ware mehrmals gegriffen und abgestellt werden musste. Wenn der Fahrer zudem eine falsche Rolle aufnahm, verdoppelte sich der Aufwand. Um die Prozesse zu optimieren und jederzeit auf aktuelle Daten zurückzugreifen, stellte Stora Enso auf die Kommunikation per Funk um. Zu dem Zweck wurden zwanzig Übertragungsschnittstellen, so genannte Access Points, in den Hallen verteilt. Der Access Point hat die Aufgabe, die funkbetriebenen Erfassungsgeräte mit dem kabelgebundenen Netz zu verbinden. Die Schnittstelle zwischen den Kameras und den Terminals ermöglicht die Bütema Software „RS-Ghost“. Ein kostengünstiges und standardisiertes Programm, um Daten zu verarbeiten.

Heute können sich die Gabelstaplerfahrer hundert Prozent auf die eigentliche Aufgabe, das Bewegen von Gütern, konzentrieren. Das funkgestützte Erfassungssystem, bestehend aus Kamera, Terminal und Lesestift bietet absolute Flexibilität. Die Komponenten sind direkt am Gabelstapler montiert und gewährleisten die Erfassung der Waren vom Fahrhaus aus ohne lästiges und zeitintensives Auf- und Absteigen.

Per Funk ins ERP-System

In der Praxis erhält der Staplerfahrer einen Auftrag vom Versandbüro und liest diesen mit einem Lesestift ein. Sofort wird per Funk eine Verbindung zum SAP-System aufgebaut. Informationen über die Art der Ware und den Standort werden auf dem Terminal Display angezeigt. Am Lagerplatz angekommen scannt der Lagerarbeiter die Ware bequem vom Fahrhaus ein. Hierfür justiert er mit einem Joy-Stick den Barcode mit Hilfe der Baumer Ident Kamera und scannt diesen. Die Kamera befindet sich auf dem Dach des Staplers. Eingebaute Scheinwerfer ermöglichen die Ortung und Identifizierung des Barcodes. Parallel wird die Ware im SAP-System auf den Auftrag gebucht. Danach klemmt der Fahrer die Rolle und fährt sie an die jeweilige Verladestelle. Hat der Fahrer versehentlich die falsche Ware gescannt, wird er sofort gewarnt.

Täglich werden in den drei Lägern über 1.000 Papierrollen, die bis zu 5,5 Tonnen wiegen, bewegt. Unabhängig von der Verladeart, ob per Schiff, Lkw oder Wagon fördert der Stapler die Tonnen schweren Rollen über einige Meter. Auf Grund des Gewichtes und der Streckenbeschaffenheit wie beispielsweise bei der Überquerung der Schienen, sind die Terminals großen Erschütterungen ausgesetzt. Speziell für raue Umgebungen hat Bütema 15 Dlog-Terminals geliefert. Die mit Flashcard ausgestatteten Geräte sind schock- und vibrationsresistent. Die zehn Zoll Farbdisplays mit automatischer Kontrastregelung ermöglichen den Einsatz in der Lagerhalle und im Freien. Stefan Graf

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