Identtechnik

Große Akzeptanz, großer ­Aufklärungsbedarf

Studie zum RFID-Einsatz
Im Auftrag des RFID-Spezialisten Intermec Technologies befragte das Marktforschungsunternehmen The Survey Shop im Juni 2004 über 600 Logistik-Manager in Europa zum Einsatz der Transpondertechnik. Dabei wurden vier Sektoren berücksichtigt: die Konsumgüterherstellung (einschließlich Nahrungsmittel und Getränke), Industrieunternehmen, Transport und Logistik sowie Handelskonzerne. Überraschendes Fazit der Studie: Nicht der Handel setzt die Technik am häufigsten ein, sondern die Industrie!

Etwa 35 Prozent der europäischen Logistik-Manager haben bereits einen Test mit der RFID-Technik abgeschlossen oder geplant. An der Spitze lagen Industrieunternehmen: schon 19 Prozent der Befragten hatten RFID getestet oder verwenden die Technik bereits. Weitere 12 Prozent planen derzeit einen Test.

Handelskonzerne wie Wal-Mart oder Metro bestimmen zwar die Schlagzeilen zum Thema RFID, aber insgesamt ist dieser Sektor im Hinblick auf den Trend eher rückläufig. Weniger als einer von zehn Befragten aus der Handelsbranche gab an, sie hätten die Transpondertechnik getestet und würden sie anwenden. Die gleiche Anzahl plant derzeit einen Test.

Aber warum interessieren sich immer mehr Unternehmen für RFID? Insgesamt glauben 77 Prozent der Befragten, dass eine höhere Rentabilität der entscheidende Faktor wäre, um in diese Technik zu investieren. Im Transport- und Logistiksektor stieg diese Zahl auf 83 Prozent, während sie beim Handel bei 78 Prozent lag. Innerhalb der Industrieunternehmen hielten die Produzenten oder Verarbeiter von Konsumgütern eine Rentabilität auf Paletten- und Verpackungsebene für wahrscheinlicher (38 Prozent) und nur knapp über ein Drittel glaubte, die größten Auswirkungen wären auf der Ebene einzelner Produkte zu verzeichnen.

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Die Verbesserung des Kundenservices war ein weiterer entscheidender Faktor für ein Interesse an der Einführung von RFID. Von den Befragten glaubten 80 Prozent, dass sich die Investition für ihr Unternehmen rechtfertigt. Im Transport- und Logistiksektor stieg diese Ziffer auf 85 Prozent. Der am dritthäufigsten erwähnte Faktor war die vollständige Datenintegration – 75 Prozent aller Befragten gaben das an. Unter den Handelskonzernen war die Bestandsreduktion ein weiterer wichtiger Grund: 82 Prozent der Befragten meinten, das würde ihre Investition rechtfertigen.

80 Prozent der Supply Chain-Manager in der Konsumgüterherstellung meinten, die Erfüllung der Kundenvorgaben rechtfertigte für sie die Investition in RFID. Weil ihr wichtigster Zugang zum Markt über Einzelhändler führt, werden deren Vorgaben höchstwahrscheinlich diese Unternehmen betreffen. Daraus lässt sich aber erkennen, inwiefern die Vorgaben von Einzelhändlern eine Beschleunigung der Einführung der Transpondertechnik in der Konsumgüter-Supply Chain beeinflussen könnten. Laut Torsten Strauch, zuständig für den Bereich Enterprise Sales bei Intermec Technologies in Düsseldorf, werden aber nicht nur die Händler-Vorgaben das Tempo der RFID-Einführung beschleunigen: „Dieses Modell für das Machtverhältnis Kunde/Zulieferer lässt sich auf viele andere Industriezweige anwenden, einschließlich der Herstellung.“

Nutzen bekannt – Technikwissen nicht

Kenntnisse über Funktionen und Vorzüge der Technik sind sehr weit verbreitet und die Befragten haben klar benannt, welche Vorteile RFID für ihr Unternehmen bringt. Aber im Hinblick auf technisches Wissen gaben 56 Prozent zu, nur über begrenzte Kenntnisse zu verfügen. 33 Prozent der Befragten meinten, ihre fachlichen Kenntnisse zur Transpondertechnik wären ausreichend oder besser. Darüber hinaus wussten nur sehr wenige Entscheider, wie viel ein passiver RFID-Tag kostet; 91 Prozent kannten den Preis nicht. Vertriebs-Manager Strauch unterstreicht die Bedeutung der Studie: „Diese Umfrage führt nicht nur die Branchen auf, sondern gliedert sich nach Ländern, Umsätzen oder Mitarbeitern und gestattet so genaue Aussagen über den Status der RFID-Technik in Europa.“ (gm)

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