Identtechnik/RFID Minileiter

Barcode-Dämmerung?

Die RFID-Technologie ist auf dem Vormarsch
Miniaturisierung, erhebliche Preisreduzierungen und verbesserte Transponderfunktionen verstärken Nachfrage nach Funk-Identifizierung

Die Datenerfassung mittels Bar- oder Strichcodes ist schon länger bekannt, aber mit dem intensiven Einsatz der Strichcode-Etiketten wurden auch sehr schnell ihre Grenzen sichtbar. Insbesondere Verschmutzung, große Nässe, mechanische Zerstörung beim Transport oder auch große Hitze können den Code unbrauchbar machen. Eine bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzte Alternativlösung zur effizienten automatischen Identifizierung von Artikeln ist die RFID-Technologie (Radio Frequency Identification). Bei ihr werden die Produkte mit kleinen programmierbaren Transpondern versehen, die sich mit speziellen mobilen Lesegeräten per Funk erfassen lassen. Die Transponder, die auch als Tags oder Smartlabels bezeichnet werden, bestehen aus einem Mikro-Chip und einer Antenne, beide eingebettet in eine geschlossene Einheit, in der Regel in „Tablettenform“ oder in einem Glasröhrchen.

Auf dem Weg zum Pfennigartikel

Für Gunter Warok, Gründer und heutiger Projektmanager der Villinger Warok Computer & Software GmbH, liegen die wesentlichen Vorteile der Transponder in ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Verschmutzung, gegen mechanische Einflüsse und bis zu einem gewissen Grad gegen Hitze. „Wir haben Kunden, die seit Jahren wegen dieser Vorteile die RFID-Technologie nutzen. Früher spielte die Wiederverwendbarkeit der Transponder wegen ihres relativ hohen Preises noch eine wichtige Rolle, heute ist das in der Regel unwichtig, weil die normalen Tags gewissermassen zu Pfennigartikeln geworden sind“, erläutert Warok. Nicht zuletzt in der drastischen Preisreduzierung und in der zunehmenden Miniaturisierung sieht er deshalb auch große Chancen für einen verstärkten Einsatz der RFID-Technologie.

Anzeige

Wie die Tags selbst wurden auch die mobilen Erfassungsgeräte speziell für den Einsatz in rauer Umgebung konzipiert. Sie arbeiten in einem umfangreichen Temperaturbereich, sind staub- und spritzwassergeschützt und überstehen auch schon einmal einen Fall auf harten Untergrund. Sie eignen sich deshalb hervorragend für Anwendungen wie Lager- und Bestandverwaltung in der Fertigung und im Handel, für die Stückgutverfolgung und -suche, aber auch für das Monitoring Iogistischer Prozesse.

Neue Anwendungs­möglichkeiten

Mit der Weiterentwicklung der Transponder werden sich eine Vielzahl neuer Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Ein Beispiel sind die sogenannten Logger, also Transponder mit integrierter Batterie, die beispielsweise in regelmäßigen Abständen eigenständig Temperaturmessungen durchführen können. Noch sind diese Spezial-Transponder deutlich teurer, aber es gibt bereits eine Reihe erfolgreich durchgeführter Einsätze. Dazu gehört unter anderem die lückenlose Temperaturüberwachung von Kühlprodukten von der Fabrik bis hin in die Kühltruhe des Supermarktes. Logger überwachen Essentransporte in Belgien und Holland, und sie begleiten Blumen aus Übersee im Flugzeug ebenso wie edle und kostspielige Weine. Damit stellen sie sicher, dass ein bestimmter Temperaturbereich weder unter- noch überschritten wurde. Als weiteres Beispiel aus der Industrie nennt Warok die Temperaturüberwachung von elektronischen Steuergeräten für Maschinen, von Maschinen und ihren Lagern sowie von großen Elektromotoren. Hier lassen sich nach seiner Aussage frühzeitig Hinweise auf sich anbahnende Fehler erkennen, die zum Beispiel durch Nachfüllen von Öl oder Schmieren der Lager behoben werden können. Gelingt es, die Batterien widerstandsfähiger gegen hohe Temperaturen zu machen und den Preis der Logger durch Massenproduktion deutlich zu senken, sieht der Computer-Experte aus Villingen eine Fülle weiterer Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel in der Industrie und in der Medizintechnik.hs

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Ratgeber

Augen auf beim Handheld-Kauf

Um den digitalen Wandel voranzubringen, braucht es neben Strategie und leistungsstarken Systemen auch kleine, wichtige Tools wie Handheld-Geräte, die Daten exakt und verlässlich erfassen. Cipherlab hat daher einen Ratgeber für die Auswahl von...

mehr...

Ixor

Passt in jede Etikettiermaschine

Unternehmen der Chemie und Pharmaindustrie fordern intelligente Etikettiersysteme, die direkt mit Anlagen, der Logistik und den Menschen kooperieren. Hier eignet sich das Modell Ixor des Karlsruher Herstellers Cab.

mehr...

Messtechnik

Daten modular erfassen

Von Kistler kommt das Datenerfassungssystem Kidaq. Mit dem neuen System bietet das Schweizer Unternehmen Messtechnikern erstmals alle Komponenten einer Messaufgabe aus einer Hand an.

mehr...

Umstrukturierungen

Wenzel stellt die Weichen neu

Zum 50-jährigen Jubiläum werden bei Wenzel aus Wiesthal die Weichen neu gestellt. Dr. Heike Wenzel ist nun alleinige geschäftsführende Gesellschafterin der Wenzel-Gruppe, Frank Wenzel ist aus dem Unternehmen ausgeschieden. Außerdem will das...

mehr...
Anzeige