RFID

Automatische Kellner

RFID steuert Logistik im Allgemeinen Krankenhaus Wien
An Spitzentagen werden im AKH bis zu 11.000 Mahlzeiten produziert.
RFID-Chips müssen auch widrige äußere Bedingungen aushalten können. Die Siemens-Produkte beweisen im Krankenhausbetrieb, dass sie es können.

Die Container sind kleiner als jene, die über die Weltmeere geschifft werden, und die Taktzeiten sind kürzer: 720 Container werden täglich kreuz und quer durch das Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) geschickt – vollautomatisch, auf einer Strecke von siebeneinhalb Kilometern, mit Drehbrücken, Umsetzern und Aufzügen, angetrieben von 2.500 Elektromotoren, gesteuert von 7.500 Sensoren, beladen mit Essen, Wäsche, Medikamenten oder Sterilgut. Die automatische Containertransportanlage des AKH Wien ist die größte ihrer Art in Österreich. Seit September 2008 ist sie mit RFID-Chips von Siemens ausgestattet. Mit ihnen gelangen die Container pünktlich an die richtigen Adressen. Eine vor allem für die Küche logistisch anspruchsvolle Aufgabe: An Spitzentagen werden im AKH 11.000 Mahlzeiten produziert, 6.000 müssen binnen zwanzig Minuten auf die Stationen geliefert werden. Und zwar auf die jeweils richtigen: Neben den vier Hauptmenüs gibt es 150 Sondermenüs für die vielen Diäten, die in einem Krankenhaus wie dem Wiener AKH auf den individuellen Menüplänen der Patienten stehen. In der Küche werden die außen an den Containern angebrachten RFID-Chips mit den wichtigsten Daten programmiert: Containertyp, Containernummer, Heimatadresse, Containerstatus, Empfangsstation, Stationsbezeichnung, Herkunft und Versendezeit. Ab jetzt finden die Container ihren Weg über den großen Umschlagbahnhof im Keller des AKH von allein. Im Vergleich dazu waren die alten Magnetschreiblese-Geräte viel größer und konnten nur einen Bruchteil der Informationen aufnehmen. Die außerdem manuell eingegeben werden mussten – ein Vorgang mit naturgemäß hoher Fehlerquote. Der größte Vorteil der neuen Technologie, so Wolfgang Schneller, Projektleiter bei der Vamed-KMB, die das Gebäudemanagement im AKH verantwortet: „Dank RFID ist es möglich, alle Container auf der gesamten Anlage lückenlos zu verfolgen.“ Sich in den schier unendlichen Weiten der Krankenhausgänge zu verirren, sollte damit in Zukunft nur noch für Besucher eine Gefahr sein. Und eventuell doch an einer falschen Adresse gestrandete Container können jederzeit von der Gebäudeleittechnik und den dahinterliegenden Systemen geortet werden – mit allen relevanten Daten, wann sie von wo wohin geschickt wurden. Die besondere Herausforderung aus Sicht der Technik waren die Hygiene-Anforderungen: Nach jeder Fahrt müssen die Container durch die Waschstraße mit Temperaturen von mehr als 90 Grad Celsius und durch die anschließende 130 Grad heiße Trockenzonen. pb

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