Produktdaten

Wege werden kürzer

Reihenklemmen-Einsatz durchgängig planen
Dipl.-Ing. Georg Grunenberg, Produkt-Manager, Business Unit Industrielle Verbindungstechnik, Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg. (Fotos: Phoenix Contact)
Der Planungs- und Fertigungsprozess beeinflusst rund 40 Prozent der Gesamtkosten einer Maschine – hier gibt es Optimierungspotenzial. Wer diese Chance nutzt, kann die Herstellungskosten ohne Qualitätseinbußen senken. Produktdaten verkürzen den Weg vom Engineering bis zum Produktivbetrieb.

Bei der disziplinübergreifenden Planung, Arbeitsvorbereitung und Fertigung mechatronischer Anlagen und Produkte steigert eine hohe Durchgängigkeit die Produktivität erheblich. Hochwertige aktuelle Daten der einzelnen Bauteile im CAE-System sind Basis für eine optimale Verarbeitung. Diese Produktdaten beschreiben die zum Einsatz kommenden Komponenten vollständig in sämtlichen Ausprägungen.

Konsistente Daten – Vorraussetzung für eine diziplinübergreifende Planung – können bis hin zum Fertigungsprozess genutzt werden. Die komfortable Möglichkeit, die benötigten Produkt- und Prozessdaten durch die gesamte Wertschöpfungskette – vom Engineering zur Arbeitsvorbereitung bis in die Fertigung – zu transportieren, bietet besonders beim Sondermaschinenbau hohes Einsparpotenzial. Viele Anbieter von Komponenten stellen diese Produktdaten jedoch nicht für alle Komponenten oder in allen Ausprägungen zur Verfügung. Innovative Hersteller haben diesen Sachverhalt erkannt und bieten aktuelle Artikel- beziehungsweise Produktdaten – beispielsweise via Internet – an. Der Wettbewerbsvorteil ist hier erheblich, denn Kunden können die Durchlaufzeiten von der Planung bis in die Produktion messbar reduzieren.

Anzeige

Produkte mit Beschreibung

Produktdaten mit elektrotechnischer Prägung sind zum Beispiel Makros – also Funktionsübersichten – der jeweiligen Produkte. In den Makros von Interbus-Kopplern etwa sind die Anzahl der digitalen Ein- und Ausgänge, das Leitersystem, der Busanschluss, der Spannungsanschluss sowie die Adressen der Ein- und Ausgänge enthalten. Das allpolige Schaltplanmakro beschreibt detailliert Anschlussbelegungen, Leitungen und Stecker. Außerdem wird ein Montageplatten-Makro geliefert, das der räumlichen Platzierung inklusive Kollisionsprüfung dient. Durch das CAE-System werden diese Daten logisch ausgewertet, Fehler bei der Planung werden vermieden. Mit einem Klick auf das Makro gelangt man zum angeschlossenen Sensor oder Aktor, der sich manchmal an ganz anderer Stelle im Stromlaufplan befindet.

Die Stammdaten beinhalten Artikelbezeichnungen und Nummern, Verpackungseinheiten und gegebenenfalls Preisangaben, die direkt in die Projektstückliste übernommen werden. Weitere Bestandteile sind technische Angaben wie Abmessungen und Anzahl der Ein- und Ausgänge mit den entsprechenden Spannungsebenen.

Für Reihenklemmen beinhalten die Stammdaten beispielsweise den Anschlussquerschnitt, die Zahl der Anschlüsse und die Funktion. Auch dreidimensionale mechanische Daten sind Teil der Produktdaten jeder Komponente – gängig sind Formate wie STEP, IGES, DXF und DWG. Schaltkästen von Maschinen werden zunehmend dreidimensional geplant. Die Produkte werden dank automatischer Kollisionsprüfung passend platziert, und auch die Koordinaten für Anschlüsse und Beschriftungsflächen sind hinterlegt.

Einsparungen unterwegs

Die im mechanischen Planungssystem aus den Produktdaten generierten Daten für Ausschnitte, Bohrungen und Gewinde werden über spezielle NC-Schnittstellen direkt an die Fertigung – etwa an eine Fräsmaschine – übergeben. Mechanische Komponenten wie Gehäuseteile und Montageplatten können so zügig produziert werden.

Die Anschluss- und Befestigungs-Koordinaten der eingesetzten Bauteile ermöglichen es, in Verbindung mit dem virtuellen 3D-Modell der Anlage die optimalen Verlegewege für die Verdrahtung zu berechnen sowie die benötigten Aderlängen zu ermitteln. Auch die gewünschte Trennung von Last- und Steuerleitungen wird dabei berücksichtigt. Die Daten werden dann an einen Kabelkonfektionierungs-Automaten übergeben. Die Drähte werden typisiert, abgelängt und automatisch beschriftet. Die Leiterenden werden entsprechend der Vorgaben gecrimpt oder mittels Ultraschall verdichtet.

Eine eindeutige Kennzeichnung aller Komponenten einer mechatronischen Einheit erleichtert die Inbetriebnahme vor Ort sowie Wartung und Service. Eine hochwertige und gut lesbare Markierung der einzelnen mechatronischen und elektronischen Elemente und Leiter mit ausreichendem Informationsgehalt ist entscheidendes Qualitätsmerkmal. Beschriftungen enthalten zunehmend mehr Informationen – etwa Angaben über Anlage und Ort oder Quelle und Ziel auf jedem Leiter. Die Kennzeichnungstiefe im CAE-System ist daher nicht mehr begrenzt.

Betrachtet man im weiteren Verlauf der Wertschöpfungskette die Kosten für die Markierung aller Leiter und Betriebsmittel einer Maschine, so ist der hohe Zeitaufwand ursächlich für die Kosten. Häufig werden die Markierungs-Informationen in der Fertigung zusätzlich manuell eingegeben und mit aufwendig zu bedienenden Druck- oder Plottersystemen beschriftet. Auch hier liegt ein nennenswertes Einsparpotenzial, da alle zur Beschriftung erforderlichen Informationen bereits im CAE-System vorhanden sind. Die Daten werden einfach an ein Druckprogramm übergeben und direkt gedruckt. Mit dem Wegfall der manuellen Eingaben entfallen auch die Fehlerrisiken. Georg Grunenberg/pb

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Kleinserienproduktion

Mit 3D den Kunden im Blick

Vor rund zehn Jahren noch Zukunftsmusik, heute bereits in vielen Industriesegmenten im Einsatz: Serienfertigung mittels 3D-Druck. Pneumatikhersteller Aventics nutzt die Vorteile der additiven Fertigung nun in der Kleinserienproduktion.

mehr...
Anzeige

APS-System

Neue dritte Schicht

Das APS (Advanced Planning and Scheduling)-System Ganttplan von Dualis unterstützt die Optimierung von Planungsabläufen in smarten Fabriken. Das Feinplanungstool kann autark angewendet werden oder mit verschiedenen ERP- und MES-Lösungen...

mehr...
Anzeige

Highlight der Woche

Produktionsanlagen effizient und kostenoptimiert automatisieren
Hirata bietet sowohl schlüsselfertige Komplettanlagen als auch die Teilautomatisierung einzelner Produktionsschritte: Palettieren, Montieren, Messen/Prüfen, Kleben/Vergießen, Lasermarkieren usw. Dadurch können unterschiedlichste Aufgabenstellungen sowohl technisch als auch wirtschaftlich optimal gelöst werden. 

Zum Highlight der Woche...
Anzeige

Highlight der Woche

FMB 2018: Innovationen für Maschinenbau und Produktion
Vom 7. bis 9. November 2018
finden Sie auf der 14. FMB – Zuliefermesse Maschinenbau in Bad Salzuflen die neusten Technologien, Produktinnovationen und Automatisierungslösungen in den zentralen Bereichen Konstruktion, Fertigung und Montage. Hier treffen Sie Branchenpartner und Entscheider mitten im Spitzencluster für intelligente technische Systeme.

Zum Highlight der Woche...

Engineering Softwaretool

Konstruktionsfehler, adé

Das Engineeringtool von Item unterstützt beim Konstruieren und Konfigurieren. Die Software wählt aus den Komponenten des MB-Systembaukastens das optimale Profil mit der passenden Verbindungstechnik aus, was Zeit und Kosten spart. Spezifisches...

mehr...

Linear Motion Units

Schnell montiert

Von der Konfiguration bis zum Praxiseinsatz: Mit Linear Motion Units zeigt Item eine Lösung, die den Engineering-Prozess vereinfacht. Diese besteht aus einem Portfolio von mehr als 60 Einzelkomponenten.

mehr...

Update im Eplan-Portal

Die Plattform wächst

Bei Eplan steht die Plattform 2.7 im Mittelpunkt, die seit September verfügbar ist. Alle Informationen entlang der Wertschöpfungskette lassen sich im Engineering-Prozess anreichern. Zur SPS IPC Drives folgt ein nächstes Update im Portal, das die...

mehr...