Mobile Business

Papierlose Montage

Kommissionierung per WLAN
Bei der Kommissionierung von Bauteilen für die Produktion können Geschwindigkeit, Sicherheit und Flexibilität der Abläufe durch den Einsatz moderner IT-Lösungen erheblich gesteigert werden. GOD Barcode Marketing entwickelte eine Lösung für eine Montagelinie der Firma Kärcher. Hierbei ermöglichen mobile Datenterminals, die über WLAN in Echtzeit auf anwendungsspezifische Datenbanken zugreifen, eine beleglose Kommissionierung.

Bei der Produktion von Kärcher-Bodenreinigungsmaschinen im schwäbischen Winnenden ist besondere Flexibilität gefordert. Unterschiedliche Varianten werden mit verschiedenen Losgrößen gefertigt, was eine fehlerfreie Kommissionierung der Bauteile – setweise je Arbeitsstelle – erfordert. Zudem sollte sie beleglos, also ohne den Austausch von Listen und Formularen, vonstatten gehen. Statt dessen sollten die Kommissionierdaten direkt aus der EDV auf Datenterminals in der Fertigung gesendet werden. „Eine der Voraussetzungen war, dass ein neues System nahtlos in die vorhandene WLAN-Struktur integriert werden musste“, erläutert Jochen Schymonski von der Fertigungsplanung.

Auf einer Messe kam man in Kontakt mit GOD Barcode Marketing, einem Systemhaus für automatische Datenerfassung und Funk-Datenkommunikation aus Lobbach bei Heidelberg. Die GOD-Spezialisten entwickelten auf der Basis einer detaillierten Pflichtenliste eine maßgeschneiderte Lösung für die Teilekommissionierung. Folgende Punkte mussten berücksichtigt werden: Einfache Bedienbarkeit mit minimaler Anzahl von Benutzer-Eingaben, Übernahme der Kommissionierdaten aus dem vorhandenen SAP-System und Datenaustausch über Excel, ferner der Einsatz von robusten, benutzerfreundlichen Datenterminals mit anwenderfreundlicher Software. Die Datenkommunikation sollte per WLAN erfolgen mit Breitbandfunk gemäß IEEE 802.11b/g (mit Verschlüsselung). Und falls sich das Terminal außerhalb der Netzreichweite befindet, müssen die Eingaben gepuffert werden.

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Control Center

Das Materialmanagement erfolgt bei Kärcher innerhalb des SAP-Systems. Die Fertigungsplanung stellt für jedes Gerät eine Behältermaterialliste je Arbeitsstelle, abgeleitet aus der Gerätestückliste, als Excel-Tabelle zusammen. Die von GOD entwickelte Control Center–Software für PC stellt das Bindeglied zwischen den Excel-Tabellen (Wagenliste, Variantenliste, Stückliste) und einer Datenbank der Anwendung dar. Ihre Hauptaufgabe ist dabei der Import und Export der Tabellen. Die Software läuft unter allen aktuellen Windows-Systemen (ab Windows 2000) und verwendet das Microsoft .NET Framework. Darüber hinaus lädt das Programm die Varianten-, Stück- und Wagenlisten, zeigt sie an und exportiert die aktuell angezeigte Tabelle in eine Excel-Datei.

Diese ebenfalls von den Lobbacher Spezialisten entwickelte Softwarelösung übernimmt den Datenaustausch. Sie ist Bindeglied zwischen den Windows CE-Clients (den Datenterminals) und der Datenbank der PC-Anwendung. Hauptaufgabe ist die Verwaltung der aktiven (eingebuchten) Terminals.

Parameter wie Betriebsbereitschaft, Hostname, Domäne, Host-IP, Port sowie gegebenenfalls der Name der Datenbank auf dem Datenbankhost werden angezeigt. Per Mausklick auf ein angemeldetes Datenterminal (MDE, Gerät zur mobilen Datenerfassung) kann dessen Status abgefragt werden. Unabhängig von der jeweiligen Anwendung kann jedem aktiven Terminal eine Kurznachricht gesendet werden, die in Form einer Frage-Dialogbox angezeigt wird, so dass für den Anwender die Möglichkeit einer Ja/Nein-Antwort besteht.

Die Anzeige der Mobilen Terminals ist systembedingt nicht absolut aktuell. Das bedeutet, dass einmal angemeldete MDEs auch im Offline-Zustand angezeigt werden, wenn sie beispielsweise nur ausgeschaltet, nicht aber abgemeldet wurden. Der MDE-Server überprüft jedoch regelmäßig die Betriebsbereitschaft der Terminals und aktualisiert die Anzeige. Diese Betriebsart erzeugt allerdings eine etwas höhere Netzwerkbelastung.

Der Server ermöglicht die Synchronisation der Systemzeit zwischen PC und Datenterminal sowie das An- und Abschalten der Autologin-Funktion am MDE. Außerdem kann für jedes Mobilgerät ein eindeutiger Name vergeben werden, falls der Server nicht bereits mit einer Datenbank verbunden ist. Am MDE-Server wird zunächst die IP-Adresse des Datenbankrechners eingestellt. Gibt es mehrere Netzwerke/Netzwerk-Karten, stehen hier alle verfügbaren IP-Adressen zur Auswahl. Per Test-Button kann zunächst eine Testverbindung hergestellt und die Datenbank ausgewählt werden.

Datenterminals

Kärcher setzt vier Datenterminals des Typs JET PTE6880 ein. Neben ein- und zweidimensionalen Barcodes liest dieses Gerät auch RFID-Tags im 13,56-Megahertz-Bereich. Die Möglichkeiten der Datenkommunikation sind vielseitig: Über RS232, USB und IrDA hinaus stehen verschiedene Datenfunkoptionen gleichzeitig zur Verfügung: Wi-Fi, Bluetooth und GSM/GPRS. Der JET ist ergonomisch, leicht und robust. Mit der Schutzklasse IP64 eignet er sich für den Einsatz in rauer Industrieumgebung. Bei Kärcher hat man das Gerät mit einem zusätzlichen Schutz und einer Halterung für die Kommissionierwagen versehen.

Auf der Montagelinie steht eine Reihe von Materialwagen für die Teilekommissionierung zur Verfügung. Jeder Wagen trägt eine eindeutige Nummer und enthält jeweils vier Ebenen. Auf diese Weise können die Teile für maximal vier Geräte gleichzeitig kommissioniert werden.

Die Wagen werden von den Kommissionierern direkt an den einzelnen Montageplätzen bereitgestellt, um größtmögliche Flexibilität bei der Fertigung zu erzielen.

Zu Beginn eines Kommissioniervorgangs muss auf dem Datenterminal nur die Wagennummer eingegeben werden. Auf dem Display werden daraufhin alle relevanten Angaben dargestellt (Teilenummer mit Klartext und Menge, Nummer des Lagerregals, Nummer des Behälters im Regal und Anzahl der Ebenen, die bedient werden müssen. Eine Bestätigung des Kommissionierschritts durch Scannen eines Barcodes erfolgt jedoch nicht. Die Erfassung der Aufträge kann an jedem Punkt per Tastendruck verlassen werden. Dabei bleibt das Terminal einem Wagen zugeordnet. Ein neuer Wagen kann erst dann bearbeitet werden, wenn der unterbrochene Auftrag von einem anderen Terminal übernommen wird.Stefan Karp (gm)

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