Datensicherung bei IO-Link

IO-Link-Memory: "Zielbranche Maschinenbau"

IO-Link ist ein standardisiertes Kommunikationsprotokoll, welches die Kommunikation bis in den Sensor oder Aktuator ermöglicht. Zur Kommunikation wird ein IO-Link Master und das entsprechende IO-Link Device benötigt. IO-Link Master sind entweder Eingangsbaugruppen von Steuerungen oder Gateways in Form von Feldmodulen, die neben der normalen Eingangsfunktionalität auch die IO-Link Master-Funktionalität übernehmen. Die Kopplung zu den Sensoren und Aktuatoren (Devices) erfolgt als Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Dies ist einer der kennzeichnenden Unterschiede zu Bussystemen. Die Leitungslänge zwischen IO-Link Master und IO-Link Device ist begrenzt auf 20 Meter, die Kopplung kann mit Standard-Verbindungsleitungen erfolgen. Die Kommunikationsphysik ist eine 24V-Pulsmodulation und die Datenmenge ist aufgrund der Übertragungsrate in der Praxis begrenzt auf wenige Byte. Schaut man sich die Positionierung in der klassischen Automatisierungspyramide an, so ist IO-Link den typischen Feldbussen untergeordnet. Da IO-Link kein klassisches Bussystem ist, ist es auch keine Konkurrenz zu Systemen wie AS-Interface. o.ä.. IO-Link ist herstellergetrieben und wird mittlerweile von vielen namenhaften Herstellern, u.a. der ifm electronic, angeboten. Das ursprüngliche Firmenkonsortium wurde zwischenzeitlich aufgelöst. Die Belange von IO-Link werden als Untergruppe der Profibus Nutzerorganisation e. V. (PNO) weitergeführt. In 2010 wurde der IO-Link Standard IEC 61131-9 als Entwurf bei den entsprechenden Normengremien eingereicht. Was hat das alles mit dem Memory Plug zu tun? Schaut man sich die zukünftigen Anforderungen bei der Nutzung von Sensoren und Aktuatoren an, so stehen die Hersteller vor den folgenden Aufgaben: - Sensoren und Aktuatoren müssen universell anschließbar sein. - Anlagendokumentationen müssen standardisiert erstellt und dokumentiert werden können. - Geräteparameter müssen auf Basis eines Standards geprüft, eingestellt und gesichert werden können. - Eine Systemdiagnose bis in den Sensor / Aktuator muss möglich sein - und die Kosten im Lebenszyklus einer Anlage müssen reduziert werden. Bei der Sicherung, Erstellung und Prüfung von Geräteparametern kann der Memory Plug ein wertvolles Hilfsmittel sein, wobei wir bei der Funktionalität des Memory Plugs angekommen sind. Der Memory Plug übernimmt beim erstmaligen Anschluss an einen O-Link Sensor mit IO-Link Spezifikation 1.1 (oder auch ifm IO-Linksensoren nach Spezifikation 1.0) selbstständig die Parameter des angeschlossenen Sensors und schaltet sich danach automatisch in den geschützten Modus (Write Protect). Muss der angeschlossene Sensor zu einem späteren Zeitpunkt durch einem typgleichen Sensor ausgetauscht werden, so erkennt der Memory Plug dies und sendet automatisch, ohne weitere Eingriffe des Service-Personals, die richtigen Parameter an den Sensor. Die Maschine oder Anlage kann unverzüglich wieder in Betrieb gehen, was potentielle Störungszeiten drastisch verkürzt und Kosten senkt.

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Hilfsmittel für die Serienprogrammierung

Das IO-Link Memory Plug ermöglicht eine einfache und zuverlässige Datenhaltung und Multiplikationslösung.

Der Memory Plug ist aber auch im Falle der Serienprogrammierung von Sensoren ein einfaches Hilfsmittel. Einmal parametriert lässt sich der Datensatz beliebig oft auf typgleiche Sensoren kopieren. Dies spart Zeit in der Serienproduktion und vermeidet Fehler bei der Programmierung. Auch bei der Vermeidung einer möglichen Manipulation von Maschinen und Anlagen kann der Memory Plug hilfreich sein: Sollte ein Maschinenbediener seine Maschine durch Veränderung von Sensorparameter ¿optimieren¿ wollen, so wird spätestens nach Aus- und Einschalten der Versorgungsspannung der Sensor wieder mit dem ursprünglichen Datensatz versehen. Eine ¿Optimierung¿ der Anlage mit verschlechterten Ergebnissen ist dann höchstens noch temporär möglich. Ein weiterer Komfortaspekt ist die Parametrierbarkeit über den PC. Am PC angeschlossen, simuliert der Memory Plug den gewünschten Sensor und stellt dessen Parameterstruktur dar. Die entsprechenden Parameter des Sensors können so einfach und bequem im Büro oder in der Werkstatt eingestellt werden. Die Aktivität in der Anlage reduziert sich auf das Anstecken des Memory Plugs. Dieser überträgt die Daten schnell und einfach auf den Sensor in der Anlage. Fasst man den Kundennutzen zusammen, so ergeben sich folgende Aspekte: Der Memory Plug ¿ - ermöglicht eine einfache Parametrierung von Ersatzgeräten ¿ ganz ohne Werkzeug oder weitere Hilfsmittel. - erlaubt ein effizientes ¿klonen¿ von Datensätzen. Hierbei wird automatisch überprüft, ob es sich bei dem Sensor um den gleichen Sensortyp handelt. - speichert im Read/Write-Modus automatisch veränderte Daten, so dass diese im Austauschfall zur Verfügung gestellt werden können. - verfügt natürlich über die bewährte ecolink M12-Verbindungstechnik der ifm. Diese bietet eine werkzeuglose Montage bei gleichzeitiger optimaler Sicherung gegen Lösen durch Schock- und Vibration. - signalisiert über zwei helle LEDs den aktuellen Zustand. Diese helfen im Falle eines Falles auch bei der Fehlersuche. - hilft bei der Wiederherstellung der Daten, wenn diese versehentlich verändert wurden. bietet Schutz gegen Überschreiben von Daten durch den integrierten Write-Protect- Modus. In seiner Eigenschaft als IO-Link Gerät kann der Memory Plug sowohl Master als auch Device sein. Bei der Parametrierung des Geräts über den PC simuliert der Memory Plug ein Device, nämlich den ausgewählten Sensor. In diesem Falle ist der PC der IO-Link Master. Im Falle der Übertragung von Daten zum angeschlossenen Sensor fungiert der Memory Plug jedoch als Master, der Sensor als Device. Die Zielbranche für den Memory Plug ist im weitesten Sinne der Maschinenbau. Im Prinzip kann der Memory Plug aber mit allen Sensoren genutzt werden, die das Protokoll nach IO-Link Spezifikation 1.1 nutzen ¿ also bei Bedarf auch mit Prozesssensoren. Berücksichtigt man die Kosten, die bei Stillstand einer Maschine entstehen, so dürfte sich der Memory Plug, der einen Listenpreis von deutlich unter 40 Euro hat, schnell rentiert haben. Aufkleber an Maschinen, gravierte Metallschilder o.ä. dürften damit der Vergangenheit angehören. Michael Schimanowski/bw

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