Identtechnik

Schönschreiber am laufenden Band

In der Industrie sind Kennzeichnungsgeräte gefragt, die nicht nur zuverlässig arbeiten, sondern auch einfach bedienbar sowie günstig in der Wartung und im Service sind. Ein pfiffiges Kennzeichnungssystem vereint diese Eigenschaften.

Dortmund im Juli 2003: Eine Hitzeglocke hängt über der Stadt, Wolken türmen sich auf und kündigen ein Gewitter an. Menschen wie Maschinen laufen auf Hochtouren, um die Hitze zu meistern. Ein kühler Platz, Pause, Abkühlung – darum kreisen alle Gedanken. Jetzt ein Bierchen, frisch gebraut, verpackt, gekühlt. Kein Wunder, dass mir auf dem Weg zu einer der größten Brauereien Deutschlands solche Wünsche durch den Kopf gehen. Doch mich führen andere Gründe zur Dortmunder Actien Brauerei (DAB): Dort ist ein Kennzeichnungs-System im Einsatz, das durch seine hohe Druckqualität, minimale Wartung und einfache Bedienung überzeugen soll. Ein Vorabgespräch mit Hersteller und Anwender machten neugierig auf den Einsatz im harten Industriealltag.

Zurück zur Brauerei. Fast jeder Biertrinker kennt die DAB, welche mit einem breiten Spektrum an Biersorten und Marken am Markt vertreten ist. Auch wenn man noch kein DAB- oder Dortmunder-Bier vor sich hatte, dann sicherlich eine der überregionalen, bekannten Marken wie Schöfferhofer Weizen oder (vor der Autofahrt) ein Clausthaler oder Vitamalz. Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Mein Interesse gilt jedoch der Verpackung, beziehungsweise deren Kennzeichnung. Damit das kühle Blonde nicht im Getränkeregal verstaubt, ist es – wie jedes Lebensmittel – mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet. Um herauszufinden, wann und wo ein Getränk abgefüllt wurde, ist zudem die Loskennzeichnung sehr wichtig. Bei den Bierbrauern ist dazu eine außergewöhnliche Technik im Einsatz: Das Kennzeichnungssystem ,,m600" des Herstellers Wolke Inks & Printers. Das Besondere: Die Geräte verbinden laut Hersteller die Vorteile eines Bürodruckers mit den Bedürfnissen der Verpackungsindustrie. Hohe Druckqualität, Wartungsaufwand gegen Null und einfaches Handling sind Eigenschaften im Identbereich, die aufhorchen lassen. Darüber will ich mit Wolfgang Dillenhöfer, Leiter technische Planung bei DAB, sprechen.

Anzeige

Bis 2001 hatte man in Dortmund herkömmliche Tintenstrahldrucker für das Kennzeichnen von Trays und Kartonagen im Einsatz. Bedruckt wurden diese mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum und einer Loskennzeichnung. Neben herkömmlichen Kartons werden auch Hochglanzkartons bedruckt. Die Umgebungsbedingungen sind – wie in vielen Industriebetrieben – nicht ganz einfach für die Geräte: Staub und lange Laufzeiten setzten den Druckern zu. ,,Die Wartung war sehr aufwändig, wöchentlich mussten wir die Geräte reinigen. In der Regel nutzten wir dazu die Wochenenden, um Stillstand zu vermeiden. Das erfreute weder die Mitarbeiter noch die Kaufleute, wegen der damit verbunden Kosten", erinnert sich Ingenieur Dillenhöfer.

Dies sind Aussagen, die jeder kennt, der sich mit Identtechnik beschäftigt, denn die meisten Systeme arbeiten mit vergleichbaren Techniken, was kostenintensive Wartung bedeutet. ,,Vor etwa zweieinhalb Jahren wurden wir durch eine Anzeige in einer Fachzeitschrift auf das neue System von Wolke aufmerksam. Erste Gespräche und Referenzen ließen aufhorchen und wir verständigten uns mit dem Hersteller auf eine Testinstallation", sagt Dillenhöfer.

Angriff von zwei Seiten

Anfang 2001 installierten die DAB-Techniker mithilfe von Wolke ein ,,m600"-System, das parallel zur bisherigen Anlage laufen sollte. ,,Die Umstellung war eigentlich recht einfach, wir mussten lediglich einige Vorrichtungen wie beispielsweise den Drehzahlgeber anpassen. Zusätzlich installierten wir einen Multiarm", erklärt der Ingenieur. Dieser Multiarm, vom Hersteller Parallelogramm genannt, ermöglicht das Ausgleichen von Unebenheiten wie Wölbungen oder Wellen am Druckgut sowie Schwankungen in der Produktzuführung. Dies verbessert das Druckergebnis erheblich.

Gesteuert wird der Drucker von einem robusten Controller. Dessen Steuer-Software war aus Sicht der DAB anfangs nicht sehr anwenderfreundlich. ,,Das bot uns die Gelegenheit, einen Vorgeschmack auf die Zusammenarbeit mit Wolke zu bekommen. Unsere Anregungen wurden gerne aufgenommen und zu unserer Zufriedenheit umgesetzt – so muss das sein", betont Dillenhöfer. Bei der vorgenommenen Optimierung in der Software wurden die Kodierdaten geändert, was sich in einer erstaunlichen Zeitersparnis auswirkte.

Und läuft und läuft und läuft

Während der fünfmonatigen Testphase ließen die DAB-Techniker den ,,m600" zum Wettbewerb mit dem bisherigen Kennzeichnungssystem antreten. Da jeder Karton von zwei Seiten bedruckt wird, war der Vergleich einfach. ,,Gedruckt wird bei uns mit einem Tempo von bis zu 55 Takten pro Minute, vorwiegend in kleiner Schrift. Während der Testphase hat uns das Wolke-System sowohl technisch als auch von der Kostenseite absolut überzeugt. Das Druckergebnis ist für unsere Anwendungen perfekt", lobt der Ingenieur.

Vor allem der Aspekt eines wartungsfreien Systems überzeugte die anfangs skeptischen Dortmunder. Die Tinte befindet sich – wie bei einem Bürodrucker – inklusive der gesamten Drucktechnologie in den austauschbaren Hewlett-Packard-Kartuschen, die sich bereits im Office-Bereich bewährt haben. Da kein externer Tintenkreislauf vorhanden ist, spart man sich den Einsatz von Hilfsstoffen wie Lösungsmittel und Reinigern. Bei einem Reinigungsvorgang genügt es, den eingesetzten Druckkopf durch Druckluft vom Kartonstaub zu befreien. Ist eine der Kartuschen leer, wird diese entnommen und eine neue, mitsamt der enthaltenen Drucktechnologie in den Druckkopf eingesetzt – fertig! Da keine Aufwärmzeiten notwendig sind, kann sofort weiter gearbeitet werden. Besonders der Wegfall der aufwändigen Reinigungsarbeiten und die leichte Bedienbarkeit sparen viel Zeit und halten so die Kosten im Vergleich zu konkurrierenden Systemen wesentlich niedriger.

Eine Kostenrechnung der Dortmunder während der Testphase brachte ein eindeutiges Ergebnis: ,,Das Einsparungspotential ist absolut überzeugend, der Unterschied zum alten System war so groß, dass wir uns für die Umstellung entschieden", erinnert sich Dillenhöfer.

Installiert wurden noch in 2001 sechs ,,m600"-Systeme mit Controllern, Parallelogrammen und Standarddruckköpfen. Diese arbeiten mit 300 oder 600 dpi Auflösung – je nach Anwendung beziehungsweise gewünschtem Druckergebnis. Ergänzt haben die DAB-Techniker die Systeme mit einer optischen Anzeige, die rechtzeitig signalisiert, wenn die Tinte zu Ende geht oder eine Betriebsstörung vorliegt.

Die von Wolke optional erhältliche Designer-Software ermöglicht eine einfache und komfortable Gestaltung von Drucketiketten am PC. Die Standardkartuschen von Hewlett-Packard enthalten 42 Milliliter umweltfreundliche Tinte auf Wasserbasis.

Auf die Frage nach Servicefällen oder Störungen muss Dillenhöfer lange überlegen, bevor er antwortet: ,,In den zweieinhalb Jahren Betrieb hatten wir lediglich einen Defekt, den die Wolke-Techniker innerhalb eines Tages behoben. Ansonsten läuft das System wie ein Uhrwerk."

Die Entscheidung für das neue System hat er nicht bereut: ,,Der m600 ist eines der wenigen überzeugenden Konzepte, die auf dem Markt sind – einfach in der Technik und Bedienung, kostengünstig und trotzdem leistungsstark. Was will man mehr?"Stefan Graf

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

News

Wolke setzt auf Verfügbarkeit

Wolke präsentiert mit dem m600 touch einen kompakten InkJet-Drucker, der nicht nur durch einfache Bedienung und Wartung, sondern auch mit maximaler Verfügbarkeit und einfachen Kartuschenaustausch überzeugen soll.

mehr...

Prüfung von KFZ-Bedienelementen

Es geht rund

Bei der Konstruktion von Sondermaschinen für die Prüfung von Bedienelementen im Fahrzeug setzt Schuhriemen Maschinenbau auf Kraft- und Drehmomentsensoren von Kistler. Die piezoelektrischen Komponenten bewähren sich bei der automatisierten...

mehr...
Anzeige

PCAP-Industrie-PC

Multitouch für raue Umgebungen

Noax präsentiert den neuen PCAP-Industrie-PC S19P. Der S19P ist robust und mit modernster Technologie ausgestattet. Das 19-Zoll-TFT-Display mit einem widerstandsfähigen Multitouch aus gehärtetem Sicherheitsglas ermöglicht eine intuitive,...

mehr...
Anzeige

Highlight der Woche

Trays oder KLTs direkt vom Bodenroller palettieren

Das Palettiersystem der SAST-Serie von Hirata ist besonders kompakt und benötigt nur eine geringe Standfläche. Es palettiert und depalettiert Trays oder KLTs direkt von handelsüblichen Bodenrollern.

Zum Highlight der Woche...
Anzeige

Highlight der Woche

Läger optimal planen
Die Planung staplerbedienter Palettenläger stellt eine große Herausforderung dar, gilt es doch, den Zielkonflikt aus Lagergröße bzw. Stellplatzanzahl, Umschlagleistung und Investitionsaufwand bestmöglich aufzulösen. Das Kompetenzzentrum Fabrikplanung der Hinterschwepfinger Gruppe unterstützt mittelständische Unternehmen bei der idealen Auslegung von staplerbedienten Lägern und Logistikzentren.

Zum Highlight der Woche...

Superkondensatoren

Scannt ohne Batterie

Dynamic Systems präsentiert den neuen Scanner von Honeywell Xenon 1902g-bf. Die kabellose Scanner-Technologie ersetzt die Batterie komplett durch den Einsatz von Superkondensatoren.

mehr...