Identtechnik

Punktgenaue Piratenabwehr

Holospot schützt vor Produktfälschung
Europäische Hersteller sehen sich der zunehmenden Produktpiraterie ausgesetzt. Hochwertige Markenartikel, darunter auch Autoteile, werden gern kopiert. Das war Anlass für Siemens VDO in Frankfurt, das Holospot-System der Heidelberger Firma Tesa ­Scribos einzusetzen. Dieses Hologramm basierte Schutzsystem kennzeichnet fortan die Ersatzteilverpackungen.

Produktpiraterie und Graumarkthandel sind offensichtlich ein lohnendes Geschäft. Immerhin beläuft sich der Schaden durch Produktfälschungen in der Automobilindustrie jährlich auf zwölf Milliarden US-Dollar. Schätzungen besagen, dass in Europa bis zu zehn Prozent der Ersatzteile gefälscht sind. Für die betroffenen Unternehmen entstehen neben finanziellen Einbußen außerdem Schäden an der Reputation. „Viele Autofahrer wissen oft nicht, dass bei der Verwendung minderwertiger Autoersatzteile die persönliche Sicherheit auf dem Spiel stehen kann. Davor möchten wir die Verbraucher schützen, denn in der Regel verlassen sie sich auf die Qualität von Originalen“, betont Stefan Dötsch, Director Service und Parts der Siemens VDO Trading in Frankfurt am Main.

Global verzweigte Problematik

Durch weltweit vernetzte Absatzwege sowie zunehmend professioneller und dreister agierende Fälscher steigt sogar in offiziellen Verkaufsstellen und Werkstätten das Risiko, auf gefälschte Produkte zu stoßen. Ein Problem, das bei einem Unfall juristische Folgen haben kann: Im Falle einer Klage sind neben dem Originalhersteller auch Groß- und Einzelhändler sowie Werkstätten in der Beweislast. „Die gesamte Absatzkette ist also in die Problematik involviert und sollte entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten“, erläutert Dötsch.

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Siemens VDO tritt bei seinem Programm mit Originalersatzteilen für den freien Teilehandel der Bedrohung für Kunden, Markenimage und Umsatz aktiv entgegen. Dafür werden künftig die Verpackungen für Ersatzteile mit einem fälschungssicheren Holospot ausgestattet. In einem ersten Schritt wird ab sofort diese Kennzeichnungsmethode bei der Produktgruppe „Sensoren für Motormanagement“ verwendet. Darüber hinaus kommt dieses Kennzeichnungssystem schon für die am häufigsten kopierten Produkte aus dem Kraftstoffsysteme- und Motorstellelemente-Programm von Siemens VDO zum Einsatz. Das mehrschichtige Etikett mit dem kleinen Datenfeld ermöglicht die Speicherung von offenen und verdeckten Sicherheitsmerkmalen, mit deren Hilfe sich Originale und Fälschungen klar unterscheiden lassen. Zugleich informiert das Frankfurter Unternehmen alle am Prozess beteiligten Distributionsstufen, Vertrieb, Groß- und Einzelhandel sowie Werkstätten über die Erkennungsmerkmale der Originalprodukte. So können sie die Echtheit der Produkte vor Ort überprüfen.

Eindeutige Kennzeichnung

Tesa Scribos in Heidelberg, eine Tochtergesellschaft von Tesa in Hamburg, ist auf Systemlösungen zur Sicherung und Identifikation von Produkten spezialisiert. Das dort entwickelte Holospot-System bietet durch eine Stück-individuelle Kennzeichnung auf kleinstem Raum nicht nur höchsten Fälschungsschutz in mehreren Ebenen, sondern zusätzlich die Möglichkeit der effizienten Rückverfolgung von Graumarktware – eine Kombination, die bisher eingesetzte Verfahren nicht leisten. Je nach dem Ziel der Maßnahmen können fälschungssichere, mit bloßem Auge erkennbare Merkmale eingesetzt werden, ferner eine mit der Lupe lesbare Mikroschrift oder digitale, holographische Strukturen, die nur mit speziellen Lesegeräten sichtbar werden. „Tesa Scribos ist ein Lösungsanbieter mit einem umfangreichen Technologie-Portfolio sowie Erfahrungen in Konzeption und Umsetzung. Das Holospot-System kommt bereits in anderen Anwendungen erfolgreich zum Einsatz. Das hat uns überzeugt“, resümiert Stefan Dötsch.(gm)

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