AutoID

Der Schlüssel

Ident-Trends auf der Euro ID in Berlin
Der Einsatz von Smartlabels optimiert auch komplizierteste Produktionsprozesse. (Foto: Rehau/Bluhm)
Automatische Identifikation sorgt für dauerhafte Innovation in Logistik, Warenwirtschaft, Produktion und Handel.

Die parallel zur Konjunkturbelebung spürbare Aufbruchstimmung im AutoID-Sektor kommt nicht von ungefähr. Aktuelle Entwicklungen im Bereich automatische Identifikation zeigen, dass inzwischen eine grundlegende Neubewertung der Technologie stattfindet. So befand eine Studie des VDI/VDE im Auftrag des BMWi, dass in den RFID-relevanten Unterkategorien des produzierenden Gewerbes, des Handels und des Verkehrs sowie der privaten und öffentlichen Dienstleister im Jahr 2010 bereits rund acht Prozent der Bruttowertschöpfung durch RFID beeinflusst werden – Tendenz steigend.

Lange wurde AutoID-Technik nur als eine Optimierungsmethode unter vielen betrachtet, beispielsweise zum wirtschaftlicheren Betrieb von Logistikprozessen. Jetzt wurde auf der Anfang April in Berlin veranstalteten Fachmesse Euro ID deutlich, dass Produkte und Lösungen für die automatische Identifikation von Gegenständen in Produktions- oder Vertriebsprozessen eine wichtige Stellung zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit einnehmen. Die Fachmesse sorgte wie in den Jahren zuvor als Integrationsplattform dafür, dass AutoID-, aber auch NFC-oder Mobilfunk-Technik zu neuen Lösungen für Industrie und Verbraucher weiter zusammenkommen. Vom 5. bis 7. April 2011 zeigten Aussteller und Fachverbände neueste Entwicklungen unter anderem aus den Bereichen Kartensysteme, Mobile Marketing, Gesundheitswesen, Textil und Handel oder Sichere Identität.

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Zuverlässige RFID-Systeme

So verbessert RFID beim Polymerhersteller Rehau aus dem gleichnamigen Ort bei Hof die Produktionssteuerung, unterstützt die Einhaltung der Qualitätsstandards und ermöglicht eine lückenlose Kontrolle von Fertigung und Logistik. Rehau produziert Stoßfänger und nutzt Funkchips zur Steuerung der Fertigung sowie zur späteren Rückverfolgung der Produkte. Das RFID-Projekt, in das Bluhm für den Bereich Etikettierung mit einbezogen ist, gilt als eines der ersten, in denen Smartlabels in einem extrem großen Umfang in einem automatischen Produktionsprozess zuverlässig beschrieben und appliziert werden. Zum Einsatz kommen sogenannte Print, Code & Apply-Systeme. Ihre Neuartigkeit besteht darin, dass sie die beschriebenen und bedruckten RFID-Tags schnell und sicher im sogenannten Tamp-Blow-Verfahren aufbringen. Zuvor war dies nur im Tamp-Verfahren möglich, bei dem die Etiketten durch Ankleben auf das Produkt kommen. Im Gegensatz dazu werden beim schonenden Tamp-Blow-Verfahren die Etiketten per Luftstoß in Sekundenschnelle auf das Produkt geschossen, ohne jegliche Gefahr, dabei die empfindliche Produktoberfläche zu beschädigen.

Fälschungen unterbinden

NXP Semiconductors, Anbieter im Bereich Sicherheits-IC-Lösungen und Experte für Light Emitting Plasma (LEP)-Technologie Luxim, haben Anfang 2011 ein Programm gestartet, mit dem sichergestellt werden soll, dass Kommunen für ihre Straßenbeleuchtungen ausschließlich mit Originalprodukten beliefert werden. Damit soll die Komponenten-Authentifizierung in der gesamten Lieferkette gewährleistet werden. So können Kommunen, die LEP-Straßenbeleuchtungen einsetzen, sich auf die Qualität, Energieeffizienz und Langlebigkeit ihrer Anlagen verlassen. LEP ist eine effiziente und umweltfreundliche Beleuchtungs-Technologie, die die Energiekosten im Vergleich zu traditionellen Beleuchtungen um mehr als 50 Prozent senken kann. Die Lösung von NXP wird dazu genutzt, das Einschleusen gefälschter Bauteile minderer Qualität in die Lieferkette zu unterbinden und damit schließlich die Investitionen der kommunalen Verwaltungen zu schützen.

Konrad Buck/pb

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