Orbit Logistics: Eisenbahnwagen per RFID verfolgen.

Hier spricht der Waggon

Ein bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) eingesetztes, transparentes Melde- und Informationssystem für Eisenbahnwaggons zeigt positive Effekte. Die Lösung mit aktiver RFID-Technik – OrbiTAG – der Orbit Logistics Europe in Leverkusen verfolgt alle Waggons, die Stahlwerk und Möllervorbereitung mit Kalkstein versorgen. So erhalten Lieferant und Betreiber volle Transparenz über den Logistikprozess.

Rund 640.000 Tonnen Kalksteinsand werden jährlich aus dem Kalkwerk Flandersbach per Eisenbahnwaggon in die Möllervorbereitung (auch Sinteranlage genannt, hier werden dem Erz Zusatzstoffe als Flussmittel beziehungsweise Schlackenbildner beigefügt) und das Stahlwerk bei HKM geliefert. Dafür stehen insgesamt 130 Eisenbahnwaggons zur Verfügung, die sich im permanenten Umlauf befinden, denn ohne Kalksteinsand läuft in der Möllervorbereitung nichts. Pro Tag fahren zwei Züge von Flandersbach zur Hütte nach Huckingen – ein Zug mit 1.200 Tonnen bestehend aus 20 Waggons und zusätzlich ein Zug am Abend mit 600 Tonnen (zehn Waggons). Der Rest des Zuges wird mit Hart- und Weichbrand für das Stahlwerk gefüllt. Bisher war es nur möglich gewesen, den Verbleib des Zuges auf der Hütte zu orten. Es gab keine durchgehenden Kenntnisse über die Waggonverteilung in Echtzeit oder über die Grenzen der Hütte hinaus. Verspätungen und Minderanlieferungen waren nicht nachvollziehbar. „Vom Kalkzulieferer über die Logistikdienstleister bis zur HKM-Verkehrswirtschaft und der Möllervorbereitung waren sich alle einig, dass wir ein objektives und transparentes Meldesystem benötigen“, so Holger Nikisch, Teamleiter der Rohstoffdisposition in der HKM-Möllervorbereitung.

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Schneller Überblick über den gesamten Prozess
Herzstück der Orbit-Lösung sind die an jedem Waggon angebrachten RFID-Chips – OrbiTAG – sowie Empfangsantennen, die an den Rheinkalk-Beladestationen in Flandersbach und Hönntal, im HKM-Werk an der Gleisharfe, auf dem Zulieferer-Gelände, am Werkstor, am Stellwerk sowie am Tiefbunker der Möllervorbereitung installiert wurden. Bevor die Wagen mit Kalkstein beladen werden, wird auch das Leergewicht in das System eingespeist. So kann HKM bei der Entladung genaue Angaben über Minderlieferungen machen, die mit den Anbackungen in den Waggons zusammenhängen. Auch Unklarheiten über den genauen Zeitpunkt der Zugabholung am Stellwerk oder nach der Entladung durch einen internen Logistikdienstleister gehören der Vergangenheit an. Denn während die Waggons ihre Ankunft am Stellwerk selbst durchfunken, melden es die Mitarbeiter der Möllervorbereitung und des Stahlwerks per Touchscreen ins Orbit-System, wenn die Entladung abgeschlossen ist. Die Disponenten können dann einen Teilzug oder einzelne Waggons zur Abholung anmelden.

Logistikprozess ist jederzeit transparent
Die Vorteile des OrbiTAG-Systems liegen auf der Hand: Der gesamte Logistikprozess wird stabilisiert, unter anderem reduzieren sich unnötige Warte- und Leerlaufzeiten sowie die Be- und Entladezeiten. Außerdem sind stets ausreichend Leerwaggons verfügbar. Zugleich sind Abweichungen vom Sollfahrplan nahezu in Echtzeit zu erkennen, sodass sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Der Arbeitsaufwand bei den Disponenten von HKM sowie dem Kalkzulieferer ist deutlich zurückgegangen. Außerdem können Minderanlieferungsmengen objektiv zugeordnet und verursachergerecht abgerechnet werden. Nicht zuletzt führt die über RFID gemeldete Information über eingesetzte und defekte Eisenbahnwaggons dazu, dass sich ihre Verfügbarkeit erhöht. „Gemeinsam mit dem Kalklieferanten und den Mitarbeitern entdecken wird ständig neues Optimierungspotenzial“, so Achim Rudolf von Orbit Logistics. „Vor Ort setzen wir unsere Ideen gleich in eine Lösung um, und die Mitarbeiter erproben sie im Praxisbetrieb.“ Ziele sind in den kommenden Monaten vor allem, die vorhandenen Kapazitäten noch besser auszunutzen, die Verfügbarkeit der Waggons zu steigern und den gesamten Logistikprozess weiter zu optimieren.    bw

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