Automatisierte Volumenmessung optimieren den Versand

Volumen fällt ins Gewicht

Eine Steuerung des Materialflusses, die Planung der Lkw-, Container- und Lagerkapazitäten, die Auswahl des optimalen Frachtführers sowie die Abrechnung der Pakete nach Volumen bei Paketdiensten und im Versandhandel ist nur mit technischen Hilfsmitteln möglich. Voraussetzung für die exakte Abmessung und Basis für sogenannte DWS-Systeme (Dimension-Weight-Scanning) ist ein automatisiertes Volumenmesssystem.

Es besteht beim Versender die Möglichkeit, die Volumenmessung mit einem oder zwei Köpfen vorzunehmen. Das ermöglicht die genauere Kalkulation von Laderaum und Kosten. (Foto: Datalogic)

Bei Kurier-, Express- und Paketdienstleistern (KEP) ist die Kapazitätsplanung logistischer Ressourcen und die Organisation der Abläufe zentraler Bestandteil der Geschäftsgrundlage. Dabei dreht sich alles um die zu transportierenden Einheiten und deren möglichst ökonomische Handhabung, wobei sowohl das Gewicht als auch die Größe gleichermaßen Berücksichtigung finden müssen. Von einer grundsätzlichen Analogie zwischen Paketgewicht und Paketgröße kann dabei nicht ausgegangen werden. Vielmehr sind Indifferenzen die Regel und kleine Pakete mit hohem Gewicht oder großvolumige, leichte Einheiten häufig vorzufinden. So lässt sich nur im Zuge einer exakten Bestimmung der Parameter feststellen, wie viele Einheiten transportiert werden können – und auch wie die entsprechende Leistung finanziell abzurechnen ist. In der Realität basieren die Volumenangaben der Einheiten immer noch regelmäßig auf mehr oder weniger genauen Schätzungen durch den Auftraggeber. Dies führt schlimmstenfalls dazu, dass anfallende Mehrkosten von den Dienstleistern getragen werden müssen. Abhilfe schafft die Investition in ein automatisiertes Volumenmesssystem.

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Volumen statt Gewicht
Ähnliches gilt für das Transportgewerbe: Auch hier sollte die Kapazitätsplanung – beispielsweise bei der Beladung von Lkw – sowohl auf dem Gewicht als auch auf dem Volumen basieren. Werden viele kleine, schwere Einheiten auf einer Palette gestapelt, ist die Abrechnung nach Gewicht sicher von Vorteil. Bei sperriger, aber dennoch leichter Ware ergibt die Berücksichtigung des Gewichts allerdings wenig Sinn: Um hierbei die zur Verfügung stehenden Kapazitäten möglichst ökonomisch zu nutzen, ist es für Transportunternehmen daher von Vorteil, das Wiegegewicht mit dem Volumengewicht zu vergleichen und den größeren der beiden Werte bei der Abrechnung heranzuziehen. Unabdingbar hierfür ist die Installation eines automatisierten Volumenmesssystems, das in der Lage ist, innerhalb weniger Sekunden verschiedenste Einheiten exakt zu vermessen und so die Kapazitätsplanung zu optimieren.

In der Regel bilden Volumenmesssysteme die Basis für sogenannte DWS-Systeme (Dimension-Weight-Scanning), die in Form eines Funktionsblocks die Dimension, das Gewicht und das Identifikationsmerkmal erfassen und zur Weiterverarbeitung bereitstellen. Die zu transportierenden Einheiten können so aufs Genaueste vermessen und systematisch erfasst werden. Im Detail besteht ein solches System häufig aus der Kombination von Laser- und Kamera-Systemen zur Identifikation (1D- und 2D-Codes), den passenden Waagen und dem Herzstück: einem Volumenmesskopf. Damit letzterer den extrem hohen Anforderungen der beschriebenen Branchen standhält, müssen die entsprechenden technischen Voraussetzungen erfüllt sein. Die Aspekte Messgenauigkeit und -geschwindigkeit sind hierbei elementar und Bedingung für optimierte Prozesse – und damit für den Unternehmenserfolg insgesamt.

Millimeterarbeit ist gefragt – und zwar schnell
An der Praxis lässt sich das noch verdeutlichen: Kleinere Wölbungen oder Unebenheiten von wenigen Millimetern an einer einzigen Einheit auf einer Palette können bereits zum Problem, aber im Idealfall noch kompensiert werden. Dramatischer wird die Angelegenheit, wenn ein solches Detail flächendeckend ignoriert wird und somit wichtiger – und teurer – Frachtraum im Lkw verschwendet werden muss. Manuell lässt sich eine solche Problematik kaum erfassen, entscheidend ist hier eine exakte Messung. Ansonsten sind unökonomischer Transport und ungenaue Rechnungen direkte Folge. Ganz ähnlich verhält es sich, wenn die Form der zu transportierenden Einheit sich während des Transportprozesses verändert – wie es beispielsweise bei flüssigen oder pastösen Stoffen der Fall sein kann. Hierdurch kann durchaus ein nicht unerheblicher Aufwand für den beteiligten Transportdienstleister entstehen. Vermieden beziehungsweise dem Versender berechnet werden können auf diesem Wege verursachte Mehrkosten nur, indem solch auftretende Veränderungen während des Transportprozesses exakt erfasst werden können. Angesichts mehrerer zehntausend Einheiten, die täglich an manchen Umschlagplätzen verladen werden, ist offensichtlich, dass eine solche Vermessung gleichzeitig exakt sein muss und dabei möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen darf.

Eine Lösung für Industrie und Logistik stellt der Volumenmesskopf DM3610 der Datalogic-Gruppe dar, einem Unternehmen im Bereich der automatischen Datenerfassung und der industriellen Automation. Er ist in der Lage, die Länge, Breite und Höhe eines Objektes von oben zu erfassen – und zwar, wenn sich dieses in der Dynamik auf einer Fördertechnik befindet. Durch seine hohe Genauigkeit von plus/minus fünf Millimeter bei Transportgeschwindigkeiten bis 3,1 Meter pro Sekunde ist der kompakte Volumenmesskopf prädestiniert für die frachtpflichtige Volumenabrechnung. Dabei können alle für die Abrechnung relevanten Daten im laufenden Betrieb ohne Verzögerung erfasst werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit zur Speicherung von Parametern auf dem PC oder in einem Backup-Modul, welche die systematische Erfassung und den Austausch von Daten erheblich erleichtert. Das Produkt markiert mit seinen technischen Voraussetzungen eine neue Generation der Volumenmesssysteme.

Eine lohnenswerte Investition
Durch die automatisierte Volumenmessung lässt sich der Betrieb von Warehouse Managementsystemen, Lagerkapazitätsbestimmungen, die Planung von Lkw- und Containerkapazitäten im Versand und die Auswahl des optimalen Frachtführers sowie die Abrechnung der Pakete nach Volumen bei Paketdiensten und im Versandhandel optimieren. Dabei bewirkt die Exaktheit des DM3610, dass sich zum einen die Laderaumnutzung und zum anderen die Berechnung der anfallenden Kosten genauer gestalten lässt. Die Anschaffungskosten lassen sich bereits nach relativ kurzer Zeit im Zuge optimierter Abläufe amortisieren. Dabei gilt: Je präziser und schneller ein Volumenmesssystem arbeitet, umso größer ist das Einsparpotenzial.

Bernhard Lenk/bw

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