Palettenidentifikation

Ein Bild von einer Palette

Optische Multicode-Lesung für die Palettenlogistik. Die Optimierung von Logistikprozessen fängt mit der Informationsbeschaffung an. Wer weiß, was sich wo befindet, kann seine Logistik-Ressourcen besser nutzen und Abläufe steuern. Zur Optimierung des Wareneingang und -ausgangs hat Eckelmann jetzt einen kamerabasierten Palettenscanner entwickelt.

Econ-Firm liest 1D- oder 2D-Codes von mehreren hundert auf einer Europalette gestapelten Mehrwegbehältern in wenigen Sekunden. (Foto: Eckelmann)

Geschwindigkeit und sichere Informationen – darauf kommt es bei logistischen Prozessen an. Immer mehr Hersteller automatischer Lagersysteme und Lagerbetreiber setzen deshalb mittlerweile auf die vielfältigen Vorteile industrieller Bildverarbeitung für Identifikationsaufgaben. Sie ist unschlagbar schnell und zuverlässig, wenn es um die Einzelidentifikation von Objekten auf Paletten geht. Je schneller die Erfassung von Wareneingangs- und -ausgangsströmen realisiert werden kann, desto besser können vorhandene Logistikkapazitäten ausgenutzt werden. Schnelle Identifikationssysteme erhöhen die Effizienz aller vor- und nachgelagerten Prozesse.

Beim Mehrwegladungsträger zählt jede Kiste
Mehrwegbehälter sind heutzutage meist dauerhaft mit maschinenlesbaren Codes markiert. Für den Transport werden sie oft auf Paletten zu sogenannten Transportgebinden gestapelt. Diese Transportgebinde bilden genau die Transporteinheiten, die am Wareneingang in Empfang genommen oder am Warenausgang für den Versand bereitgestellt werden. Jetzt geht es darum, die Vollständigkeit einer Lieferung schnell und nachvollziehbar zu prüfen. Genau hier kommt die Lösung von Eckelmann ins Spiel. Econ-Firm scannt komplette Transportgebinde (zum Beispiel beladene Euro-Paletten) mit speziellen 3D-Kameras. Aus den gewonnenen Bilddaten wird dann die Anzahl der Mehrwegbehälter auf der Palette bestimmt; die einzelnen Behälter werden identifiziert, sofern 1D- oder 2D-Codes vorhanden sind. Damit kann schnell ermittelt werden, ob eine Lieferung vollständig ist.

Anzeige
Die Transportgebinde können wie im Bild manuell per Hubwagen oder Gabelstapler ein- und ausgefördert werden oder optional automatisch über die Palettenfördertechnik. (Foto: Eckelmann)

Lieferzustand dokumentiert
Je schneller diese Bestätigung vorliegt, können nachgeschaltete Logistikprozesse aktiviert werden. Vorhandene Kapazitäten werden dadurch besser ausgenutzt und zählbare Kosten eingespart. Ein weiterer Vorteil der Technologie ist: Die Bilddaten jeder gescannten Transporteinheit können gespeichert werden und dokumentieren damit den Zustand eingehender und ausgehender Transporteinheiten. Dieser Bildnachweis erleichtert den Umgang mit beschädigten oder unvollständigen Transporteinheiten. Neben der Identifikation über 1D- und 2D-Codes ist auch eine Klarschriftlesung per OCR möglich.

Das interne und externe Behältermanagement in der Mehrweglogistik und die Verwaltung riesiger Behälterpools ist ein geeignetes Einsatzgebiet für kamerabasierte Identifikationssysteme. Bei den großen Service-Providern für die Logistik mit Mehrwegtransportbehältern sind nicht selten Kreisläufe mit Kistenbewegungen (Ein-/Auslagerung) in der Größenordnung von 100.000 bis 200.000 Kisten pro Tag und Umschlagslager zu bewerkstelligen. Das soll zum Beispiel in der komplexen Lieferkette für den Lebensmitteleinzelhandel immer flexibler geschehen, so dass auch kurzfristig Änderungen berücksichtigt werden können. Gleichzeitig soll die Transparenz der Pfandsysteme hinter der Logistik für Mehrwegladungsträger erhöht werden. Hierzu ist es unerlässlich, einen genauen Überblick über die am Wareneingang beziehungsweise -ausgang umgeschlagenen Mengen zu behalten und Logistikprozesse gegenüber Kunden lückenlos zu dokumentieren.

Bei zwei namhaften Logistikunternehmen ist Econ-Firm von Eckelmann bereits im Einsatz und sorgt für Transparenz an den Laderampen des Wareneingangs und im Bereitstellungslager des Warenausgangs. Je nach Ausbaustufe besteht das System aus einer oder zwei Kamerasäulen mit Beleuchtung, Kamera- und Bildverarbeitungssystem inklusive Touch-Bedienpanel. Die Höhe der Säulen kann kundenspezifisch angepasst werden. Das Ein- und Ausfördern von Transportgebinden kann entweder manuell per Hubwagen beziehungsweise Gabelstapler erfolgen oder automatisch durch eine Palettenfördertechnik. Schnittstellen zum Signalaustausch mit Fördertechniksteuerungen sind standardmäßig integriert. Ebenfalls enthalten sind Schnittstellenfunktionen zur Weiterleitung von Zähl- oder Identifikationsergebnissen an übergeordnete Warenwirtschaftssysteme. Im Automatik-Modus sind am System keine Bedienereingaben notwendig. Das System arbeitet völlig autark. Aktuelle Zähl- und Identifikationsergebnisse werden auf einem Touch-Display dargestellt.

Zählung und Identifikation können am Display „live“ verfolgt werden. (Foto: Eckelmann)

Zur Bilderfassung werden hochauflösende Kameras eingesetzt, die an einem Zwei-Achs-Linearantriebssystem montiert sind. Die Kameras können so die Außenseiten der Transportgebinde scannen. Aus hochaufgelösten Einzelbildern wird on-the-fly ein lückenloses Gesamtbild zusammengesetzt, das für alle nachfolgenden Auswertungen zur Verfügung steht und anschließend auch archiviert werden kann. Auch beschädigte oder verschmutzte Codes werden erkannt. Fehler werden dokumentiert und auf dem Bedienpanel angezeigt. Zur Nacherfassung kann optional ein Hand-Scanner angebunden werden. Das Identifikationssystem ist modular aufgebaut und lässt sich entsprechend der individuellen Anforderungen skalieren.

Engpässe reduziert
Die Lösung von Eckelmann zur gebindeweisen Identifikation palettierter Produkte und von Mehrwegbehältern reduziert Engpässe an Wareneingang und -ausgang durch Just-in-Time-Buchung. Dadurch lässt sich mehr Transparenz und Effizienz in komplexe Lieferketten bringen. Dies gilt besonders für Mehrweg-Supply-Chains. Außerdem lassen sich intralogistische Prozessabläufe durch Fotos kostengünstig dokumentieren – ein Aspekt, der nicht nur bei Pfandsystemen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Econ-Firm hat in ersten Anwendungen im Mehrweg-Pooling bewiesen, dass das System die hohen Anforderungen der Branche erfüllt und damit zählbar Kosten spart.

Johannes Stelter/bw

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Montageversorgung

Optimierter Milkrun

Für den Landmaschinenhersteller Claas realisierte die französische Viastore-Landesgesellschaft ein automatisches Kleinteilelager (AKL) in Le Mans. Dort entwickeln und bauen 900 Mitarbeiter täglich etwa 55 Traktoren.

mehr...

Liftsteuerung

Visuelles Bedienen

Mit Picture Control von Hänel soll der Anwender sein Lager im Blick behalten. Eine im Lift integrierte Kamera erfasst alle Lagerbewegungen. Hänel Soft Picture verwaltet neben allen Lagerdaten auch die Containerbilder.

mehr...

Lagerverwaltungssoftware

Die fixe Lösung

Dematic hat eine verbesserte Ware-zur-Person Kommissionierlösung eingeführt. Die modulare und schlüsselfertige Lösung sorgt für eine genaue Verwaltung des Lagerbestands und liefert die Artikel schnell an den Kommissionierer.

mehr...
Anzeige

Habasync-Zahnriemen

Zahn um Zahn transportiert

Habasit präsentiert auf der Motek seine Habasync-Zahnriemen in unterschiedlichen Breiten, speziellen Beschichtungen und frei wählbaren Mitnehmerprofilen für das exakte Positionieren von Gütern im Materialfluss. Innovative Endverbindungen sorgen für...

mehr...

Lagersysteme

Blechlager nach Maß

Trafö Förderanlagen hat bei Oswald in Miltenberg ein automatisches Blechlager installiert. Das RBG erfasst bei jeder Ein- und Auslagerung die Beladehöhe der Palette, die durch das Lagerverwaltungssystem einem entsprechenden Platz zugeordnet wird.

mehr...
Anzeige

Highlight der Woche

Trays oder KLTs direkt vom Bodenroller palettieren

Das Palettiersystem der SAST-Serie von Hirata ist besonders kompakt und benötigt nur eine geringe Standfläche. Es palettiert und depalettiert Trays oder KLTs direkt von handelsüblichen Bodenrollern.

Zum Highlight der Woche...
Anzeige

Highlight der Woche

Läger optimal planen
Die Planung staplerbedienter Palettenläger stellt eine große Herausforderung dar, gilt es doch, den Zielkonflikt aus Lagergröße bzw. Stellplatzanzahl, Umschlagleistung und Investitionsaufwand bestmöglich aufzulösen. Das Kompetenzzentrum Fabrikplanung der Hinterschwepfinger Gruppe unterstützt mittelständische Unternehmen bei der idealen Auslegung von staplerbedienten Lägern und Logistikzentren.

Zum Highlight der Woche...

Transportsystem bei Herma

Fahrerlos in Filderstadt

Im neuen Haftmaterial-Werk setzt Herma künftig auf ein fahrerloses Schwerlast-Transportsystem, das den Transport von Rohmaterialien, Halbfabrikaten und fertig beschichteten Haftmaterialrollen übernimmt. Die beladenen Wagen haben die Dimensionen...

mehr...