Zerkleinerungstechnik

Was von der Kapsel übrig bleibt

Verfahrensbedingt fallen beim Thermoforming von Espresso-Cups aus mehrschichtigen Kunststofffolien Fehlteile an. Mit prozessintegrierten Systemlösungen aus Absaug- und Zerkleinerungstechnik sorgt Getecha dafür, dass dieser Ausschuss direkt ausgeleitet und der Wiederverwertung zugeführt wird.

Die Schneidmühlen der Rotoschneider-Baureihe RS 2400. © Getecha

Von den etwa 1.200 Kaffeekapseln, die eine moderne Thermoforming-Maschine in 24 Zyklen pro Minute fertigt, bleibt verfahrensbedingt stets ein kleiner Prozentsatz in der Matrize hängen. Pro Zyklus sind das zwischen zwei und fünf Kapseln aus mehrschichtigem Kunststoff-Folienlaminat. Diese Fehlteile werden durch Kippen und Ausbürsten aus der Matrize getrieben, abgesaugt, zerkleinert und schließlich der Wiederverwertung oder Zwischenlagerung im Silo zugeführt.

Damit diese Entsorgung prozessintegriert, kontinuierlich und ohne Beeinträchtigung der Produktion ablaufen kann, entwickelte Anlagenbauer Getecha eine komplette Systemlösung aus Absaugeinheit, Sammeltrichter, Schneidmühle und Rohrleitung. Sie wird derzeit in vierfacher Ausfertigung für einen großen Verpackungsmittel-Hersteller in den Niederlanden realisiert.

Für die Wiederaufbereitung von Espresso-Kapseln aus dem Thermoforming realisierte Getecha eine Systemlösung aus Absaugeinheit, Sammeltrichter, Schneidmühle und Rohrleitung. © Getecha

Effizient und wartungsfreundlich
Das technisches Herzstück dieser Kaffeekapsel-Aufbereitungslinien von Getecha sind die Zerkleinerungsmühlen aus der Rotoschneider-Baureihe RS 2400 des Aschaffenburger Unternehmens. Je nach Leistungsfähigkeit des Thermoformers und Anzahl der produzierten Kapseln – 50 oder 70 Cups pro Zyklus – kann dies eine RS 2404 mit einer serienmäßigen Rotordrehzahl von bis zu 390 Umdrehungen pro Minute sein oder aber eine RS 2406 mit einer kundenspezifisch angepassten Rotordrehzahl von bis zu 500 Umdrehungen pro Minute.

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Grundsätzlich handelt es sich hierbei um Scherenschnitt-Trichtermühlen für Stundendurchsätze von bis zu 220 kg/h, die oft auch als Zentralmühlen eingesetzt werden. Sie haben einen Segmentrotor mit optimaler Schnittkraftverteilung, ein wartungsfreundliches Gehäusedesign (Werkzeuglose Siebentnahme, Gasdruckfeder-Öffnung des Trichters) und bieten viele Möglichkeiten der Individualisierung (Rotorvarianten, Verschleißschutz). Außerdem offeriert Getecha die Option, die Motorsteuerung der Mühlen mit seiner innovativen Energysave-Funktion auszustatten. Ohne Einschränkungen der Leistung lässt sich damit der Energieverbrauch der Drehstromantriebe spürbar reduzieren. 

Bei dem niederländischen Kaffeekapsel-Produzenten stehen die Rotoschneider-Mühlen auf aufgeständerten Plattformen über den Thermoformanlagen. Hier befinden sich auch die Absauganlagen GA 500-S von Getecha mit ihren Sauggebläsen, Zyklonen und Zellenradschleusen. Angesaugt wird das Mahlgut über eine etwa zehn Meter lange Rohrleitung, die vom Thermoformer nach oben in die zweite Ebene zum Einfülltrichter der Schneidmühle führt.

Auch bei schwankenden Volumina oder Produktionsspitzen gewährleistet die Kaffeekapsel-Zerkleinerungslinie eine gleichmäßige und vollständige Erfassung der Fehlteile an der Thermoforming-Anlage. © Getecha

Dem Trichter vorgeschaltet ist ein Zyklon, der die Fehlteile von der Förderluft trennt und über die Zellenradschleuse dem Mahlraum der Mühle zuführt. Die Erfassung der Fehlteile aus dem Thermoforming erfolgt wenige Sekunden nachdem die Fehlteile aus der Matrize auf ein Förderband gefallen sind und einem Sammeltrichter zugeführt wurden. Dieser Sammeltrichter – ebenfalls eine Komponente der Systemlösung von Getecha – ist auf Wunsch des Kunden so konzipiert, dass er über eine Klappe den problemlosen Zugriff auf die Fehlteile gestattet. So kann die Qualitätskontrolle das Geschehen jederzeit in Augenschein nehmen.

Entspannte Kontinuität
Selbst bei schwankenden Volumina oder Produktionsspitzen gewährleistet die Kaffeekapsel-Zerkleinerungslinie von Getecha eine ebenso gleichmäßige wie vollständige Erfassung der Fehlteile unmittelbar an der Thermoforming-Anlage. Für entspannte Kontinuität im Mahlgutstrom sorgen dabei nicht nur die lastabhängige Steuerung und die automatische Füllstandsmeldung der Schneidmühle, sondern auch die Möglichkeit der Materialpufferung im Mühlentrichter.

Dem Trichter der Rotoschneider-Mühle vorgeschaltet ist ein Zyklon, der die Fehlteile aus dem Thermoforming vom Luftstrom trennt und über eine Zellenradschleuse dem Mahlraum zuführt. © Getecha

Über eine Bypass-Rohrleitung zum Gebläse des Thermoformers lässt sich zudem die Luftmenge für die Absaugung des Mahlguts aus der Mühle zur Weiterverarbeitung regulieren. Auch das Anfahren der Thermoforming-Anlage ist eine entspannte Angelegenheit: Wo zuvor eine hektisches Hin und Her mit Behältern die Arbeitskraft von drei oder gar vier Personen band, reicht nun ein Druck auf den Startknopf, um die automatisierte Absaug- und Zerkleinerungsmaschinerie in Gang zu setzen. Und als Beitrag zur verbesserten Ergonomie am Arbeitsplatz erhielten sowohl die Schneidmühle als auch die Absauganlage eine zusätzliche Schalldämmung. as

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