Vakuumtechnik

Vakuumgreifer packt den String

Abdruckfreiheit, Positioniergenauigkeit, Prozesssicherheit: Die Vorteile des Vakuum-Handlings in der Photovoltaikproduktion sind unumstritten. Sie bedingen jedoch den Einsatz des jeweils richtigen Greifers. Während es für die Handhabung von Wafern, Zellen und Modulen inzwischen standardisierte Greiferlösungen gibt, kommen beim String-Handling oft aufwendige und teure Eigenkonstruktionen zum Einsatz. Diese Lücke schloss der Vakuum-Spezialist Schmalz jetzt mit der neuen Stringgreifer-Baureihe für manuelle Handhabung (SSG-M) oder automatisierte Handhabung (SSG-A). Die hohen Prozessanforderungen sind in beiden Anwendungsgebieten identisch: Einerseits gilt es, Zellbruch und Abdrücke zu vermeiden, andererseits erschweren Einflussfaktoren wie Leckage, unebene Oberflächen und unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheit das Handling der empfindlichen Werkstücke.

Zwei Varianten: manuelles und automatisiertes String-Handling

Stringgreifer SSG für die manuelle oder automatisierte Handhabung von Photovoltaik-Strings. (Foto: Schmalz)

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, stecken in den Stringgreifern SSG-M und SSG-A jede Menge intelligenter Konstruktionsdetails sowie umfassendes Prozess-Know-how. Bei beiden Varianten handelt es sich um kompakte Greifeinheiten, bestehend aus einem Aluminiumprofil mit Vakuumführung, Schalt- und Ventiltechnik sowie Vakuumsaugern. Der integrierte Vakuum-Ejektor sorgt für schonendes und zuverlässiges Ansaugen des Strings, selbst bei deformierten, perforierten, gebrochenen und komplett fehlenden Zellen. Für den sicheren Halt der Zellen sind die Sauger vom Typ FG 19 mit 2,5-Faltenbalg verantwortlich. Sie verfügen über eine lange, extra dünne Dichtlippe, die Unebenheiten durch Tab Wires oder Busbars optimal abdichtet. Während der geringe Innendurchmesser der FG-Sauger unerwünschtes ¿Einziehen¿ verhindert, vermeidet der Spezialwerkstoff HT1 Abdrücke auf den sensiblen Werkstücken. Durch die Summe dieser Eigenschaften bietet der SSG überzeugende Vorteile für den Anwender: Geringes Eigengewicht des Greifers, schnelle Inbetriebnahme ohne zusätzlichen Verschlauchungsaufwand, betriebssicheres Handling auch bei Teilbelegung, kontaminations- und beschädigungsfreies Greifen der Strings.

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Mehr Effizienz und weniger Schäden

Die Vorteile des Schmalz Stringgreifers kommen sowohl beim manuellen String-Handling als auch in dynamischen Roboterapplikationen zum Tragen. Die Variante SSG-M für manuelles Stringhandling ist besonders für Reparaturprozesse außerhalb der automatisierten Fertigungslinie geeignet. Damit lassen sich beschädigte Strings zur Nacharbeitung behutsam aus dem Prozess entnehmen und anschließend wieder in den Produktionsablauf zurückführen. Die Variante SSG-A für automatisiertes Stringhandling wurde speziell für den Lay-up-Prozess entwickelt. In diesem Schritt werden die verlöteten Zellen aus dem Tabber/Stringer entnommen, ggf. zur optischen Kontrolle vor eine Prüfeinrichtung gehalten und anschließend zur Lamination auf einem Folienbett abgelegt. Ob manuelles oder automatisiertes Handling ¿ der Schmalz Stringgreifer SSG sorgt durch schonendes, prozesssicheres Vakuum-Handling für Produktivitäts- und Qualitätszuwächse im gesamten Herstellungsprozess. Erhältlich ist der Schmalz Stringgreifer für Strings mit acht, zehn oder zwölf Zellen, für Zellgrößen von 125 oder 156 Millimeter sowie für unterschiedliche Zellabstände. In der Länge variiert der Baukasten von 1.233 bis 1.853 Millimeter. Beim SSG-M erleichtern stabile Haltegriffe und ein manuelles Schaltventil zum Ein- und Ausschalten des Vakuums die Bedienung. Der SSG-A lässt sich über einen Flanschadapter flexibel an alle gängigen Robotertypen anbinden und bietet durch funktionale Zubehörteile wie die Sensorhalterung zur Teilekontrolle oder das Pneumatikventil zur Druckluftsteuerung zusätzlichen Mehrwert in der Photovoltaikproduktion. bw

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