Vakuum-Saugspinne

Hier steht nichts mehr still

Dämmplatten-Handling mit Vakuum-Saugspinne. Eine Vakuum-Saugspinne von Schmalz optimiert das Handling von Holzfaserplatten beim Dämmstoffspezialisten Homatherm. Diese Lösung erhöht die Prozesssicherheit und sorgt für mehr Durchsatz.

Die Saugspinne nimmt die Dämmplatte vorn vom Stapel. Über eine weitere Rollenbahn gelangt sie zum nächsten Bearbeitungsschritt. (Foto : Schmalz)

Das 1992 gegründete Unternehmen Homatherm aus Berga, Sachsen-Anhalt, produzierte 1994 die weltweit erste flexible Dämmmatte aus Zellulose. Später folgte die Markteinführung einer durchgängig dreidimensional vernetzten, flexiblen Dämmmatte, druckfester Dämmplatten aus Holz und jüngst einer Holzfaserdämmplatte mit geprüftem Flammschutz. Rund 120 Mitarbeiter fertigen auf einer Fläche von 38.000 Quadratmetern jährlich etwa 310.000 Kubikmeter Dämmstoffe aus Holz und Zellulose. Sie sind als druckfeste, flexible und lose Ausführung für alle Anwendungen und Standards erhältlich und kommen beispielsweise im Dach- und Wandaufbau, aber auch als Wärmedämm-Verbundsystem oder Trittschalldämmung zum Einsatz. Kunden sind Baustoff- und Holzhändler, Architekten und Planer sowie Endverbraucher.

Im Produktionsprozess ist Homatherm auf eine zuverlässige und sichere Handhabungstechnik angewiesen. Ein wichtiger Arbeitsschritt ist die Profilierung der bereits auf Maß zugeschnittenen Platten, die für eine lückenlose Verlegung Nut und Feder erhalten. Dazu fahren komplette Dämmplatten-Stapel über eine Rollenbahn bis zum Handhabungssystem. Der nächste Arbeitsschritt ist hochkomplex – und eine Herausforderung für die Handhabungstechnik: Die druckfesten Holzfaserdämmstoffe müssen vereinzelt und beschädigungsfrei zur weiteren Bearbeitung auf eine höher gelegene Rollenbahn bewegt werden. Immer wieder kam es hier bei der zuvor eingesetzten Lösung zu Beschädigungen an der Oberfläche der Platten. Zudem gab es hohe Wartungs- und Ersatzteilkosten, und nicht selten stand die gesamte Anlage still.

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Die Vakuum-Experten von Schmalz nahmen sich der Anforderungen von Hohmatherm an: Die Profilieranlage bearbeitet druckfeste Holzfaserdämmstoffe im Dickenbereich von 22 bis 240 Millimeter und mit einem Gewicht von 50 bis 210 Kilogramm. Die Besonderheit: Die Dämmstoffe mit Dichten von 110 bis 220 Kilogramm pro Kubimeter haben je nach Dichte ein unterschiedliches Durchsaugverhalten beim Ansaugen und Bewegen mit Vakuum. „Das erfordert eine flexible und prozesssichere Vakuum-Lösung, die mit unterschiedlichen Dichten, Plattenabmessungen und -gewichten umgehen kann“, erläutert Peter Gröning, Leiter Geschäftsentwicklung und Systemhaus, Vakuum-Greifsysteme, bei Schmalz. Das Pflichtenheft des Dämmstoffspezialisten beinhaltete neben einem beschädigungsfreien Handling der Werkstücke deshalb auch eine hohe Anlagenverfügbarkeit und geringe Wartungskosten.

Über eine Rollenbahn gelangen die Platten zum Handhabungssystem. (Foto: Schmalz)

Vier Saugplatten für sichere Vereinzelung
Schmalz erhielt den Zuschlag für eine an einer Portalanlage befestigte Saugspinne. Die Spinnen sind gekennzeichnet durch hohe Flexibilität; Schmalz konfiguriert diese Systeme aus mehr als 3.500 Bausteinen – individuell zugeschnitten auf die Anforderungen des Kunden. Aufgrund der unterschiedlichen Werkstück-Beschaffenheit empfahlen die Systemberater den Einsatz von vier Saugplatten.

„Bei der alten Lösung kam es durch den Ausriss von Materialsegmenten immer wieder zu Oberflächenschäden“, sagt Werkleiter Joachim Lippum von Homatherm. „Die Konsequenzen waren Reklamationen und zusätzliche Kosten, etwa durch Anlagenstillstand.“ Die Saugspinne mit den vier Saugplatten sorgt nun für eine prozesssichere Vereinzelung aller Plattenstärken von 20 bis 250 Millimetern. Sie nimmt das Dämmmaterial zuverlässig und schonend auf und transportiert es über die Portalanlage zum nächsten Bearbeitungsschritt. Umstellzeiten und Wartungskosten sind minimiert. „Wir haben heute viel weniger Ausschuss und sparen dadurch Material ein. Außerdem hat sich die Prozesssicherheit spürbar erhöht, was für mehr Durchsatz sorgt“, freut sich Werkleiter Joachim Lippum. Die maximale Leistung der Anlage liegt bei 5.400 Platten pro Tag. Die Mitarbeiter von Homatherm sind mit Funktion und Bedienerfreundlichkeit der Anlage zufrieden.  pb

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