Vakuum-Handhabungssysteme für den Fahrzeugbau

Früher war mehr Mühe

Bei Fahrzeugbau Böse sind Lkw-Dachelemente und -Seitenteile zu transportieren und zu montieren. Hier kommt ein Handlingsystem zum Einsatz, das die Teile hebt, schwenkt und transportiert und sie dabei schonend behandelt.

Mit dem Vakuumsystem Aero-Lift kann ein Werker eine schwere Last allein handhaben - früher mussten hier acht Mann anpacken. (Foto: Aero-Lift)

In Deutschland ist Fahrzeugbau Böse in Eslohe-Reiste führend bei Lkw-Aufbausystemen für die Getränkebranche. Auch in anderen Logistikbereichen mit speziellen Anforderungen an Volumen, Nutzlast, Ladungssicherung und Bediengeschwindigkeit werden die Aufbausysteme und Transportkonzepte dieses Herstellers eingesetzt. Noch bis vor wenigen Monaten wurden die Dachelemente in der Produktionshalle vom Transportwagen mit Muskelkraft aufgenommen und waagrecht auf dem Lkw-Auflieger zur Montage platziert. Acht Mitarbeiter waren es, die die großen Teile von Hand über eine Leiter bugsieren mussten. Das war Anlass für die Geschäftsleitung, nach einer Lösung zu suchen, mit der dieser Ladeprozess deutlich verbessert und die Mitarbeiter entlastet werden konnten. Hinzu kam der Aspekt des Materialschutzes und die Vermeidung von Schäden: Die Oberflächen der Lkw-Teile sind sensibel, hochwertig und je nach Material stark biegsam. Es sollte daher ein Handlingsystem gefunden werden, das hebt, schwenkt, transportiert und zugleich jegliche Beschädigung vermeidet.

Vakuum-Allrounder ist ein Flachmann

Bei Böse konnte eine unkomplizierte Handhabungslösung von Aero-Lift gefunden werden, und die acht Werker haben ihren ehemaligen Job an "den Neuen" abgegeben - und zwar gern, wie es hieß. Aero-Lift aus dem schwäbischen Binsdorf hat bei Böse ein individuell angepasstes Vakuumhebesystem installiert, das seither sämtliche Aufgaben beim Teile-Verladungsprozess übernimmt. Der Fahrzeugbauer hatte bereits eine Krananlage, an die nun der "Vakuum-Allrounder" angebunden werden konnte, ohne dass Schnittstellen zu managen waren. Außerdem musste das Gerät flach konstruiert sein, da die Produktionsräume bei Böse relativ niedrig sind und die Teile sehr hoch zu heben sind. Aero-Lift entwickelte und konstruierte ein Vakuumsystem mit einer fünf Meter langen Haupttraverse und einer geringen Höhe von nur knapp 50 Zentimeter. Acht gelenkige Saugplatten heben die Fahrzeugteile und schwenken sie bis 90 Grad. Dabei ist der Schwenkprozess in jeder Stellung arretierbar.

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Anschmiegsame, schonende Saugplatten

Die Saugplatten sind anpassungsfähig und schmiegen sich an jedes Material sanft und sicher an. Hilfsmittel wie Klemmen, Zangen, Haken oder Ketten sind für das Teile-Handling nicht notwendig. Die Quertraverse ist flexibel einstellbar. Teile in unterschiedlichem Material, Beschaffenheit und Größe lassen sich mit diesem Gerät sicher und zügig bewegen - von nur einem Werker. Es genügt, wenn ein Mitarbeiter mit leichter Hand den ergonomisch angebrachten Manipuliergriff führt und die Funktionen über Drucktasten ansteuert. Die Projektziele bei Böse scheinen erreicht: Ergonomie, Kosteneinsparung und Prozessoptimierung werden mit diesem Handlinggerät erfüllt. Obendrein ist es eine "Plug'n Play-Lösung": anschließen und loslegen.     pb

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