Handhabungssystem für Säge-Abschnitte

Hier stimmt die Abfuhr

Das robotergestützte Handhabungssystem Kasto-Sort automatisiert die Sortierung gesägter Materialzuschnitte samt der peripheren Aufgaben wie Entgraten, Reinigen und Markieren.

Das System Kasto-Sort an der Kasto Variospeed C15 mit Entgratroboter, 25-fachem Greiferwechselsystem und Achtfach-Umlaufsortierung. (Foto: Kasto)

Mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass das Sägen reproduzierbar maßgenauer Abschnitte viel mehr ist als nur effizient-produktives Sägen. Das gilt vor allem in der Chargen- beziehungsweise Serienproduktion bei Herstellern, Zulieferern und Metallhandel-Dienstleistern. Beispielsweise sind die Produktionsleistungen moderner Sägemaschinen nur dann tatsächlich maximal nutzbar, wenn die Versorgung der Sägemaschinen mit dem zu sägenden Material kontinuierlich gewährleistet ist. Folgerichtig wurden die Sägemaschinen zunächst zufuhrseitig automatisiert, etwa in Gestalt von direkter Zuführung des jeweils zu sägenden Materials über angetriebene Rollenbahnen aus dem Hochregallager oder aus Material-Vorlagemagazinen und weitergehend automatischer Vorschubeinrichtungen. Dies ist allerdings nur die eine Seite der Medaille, denn ohne genauso kontinuierliche Abführung der Sägeabschnitte, Anschnitte und Reststücke ist eine fortlaufende, automatisierte und prozesssichere Sägeabschnitt-Produktion nicht möglich. Deshalb hat sich Kasto Maschinenbau in Achern-Gamshurst in logischer Konsequenz auch der Automatisierung der Abfuhrseite angenommen.

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Grundgedanke Selbstorganisation
Mit dem modular konzipierten robotergestützten Handhabungssystem Kasto-Sort steht eine praxisgerechte Handhabungs- und Materialfluss-Komplettlösung zum Sortieren und mehr von Sägeabschnitten zur Verfügung. Kasto-Sort basiert auf dem Grundgedanken der dezentralen und durchgängigen Selbstorganisation des gesamten Sägeabschnitt-Handlings ab der Sägemaschine. Dies schließt ausdrücklich die Möglichkeit ein, die Sägeabschnitte nicht nur ab dem Sägemaschinentisch abzunehmen, sondern in weiteren frei wählbaren Prozessschritten zu entgraten, zum Beispiel einer Enden- oder Zentrierbohr-Bearbeitungseinheit zuzuführen, zu reinigen und zu markieren. Zentrale Elemente von Kasto-Sort sind ein Industrieroboter mit Wechselgreifersystem, ein Paletten-Umlaufmagazin und die Steuerung samt Software. Dank der modularen Konzeption ist, ausgehend von den Anforderungen des Kunden, eine individuelle Anlagen- Konfiguration möglich, die je nach Bedarf eine oder mehrere der erwähnten Prozessstationen enthält. Außerdem ist es möglich, die Abschnitt-Sortierung auf Europlatten - mit oder ohne Rahmen - sowie in Standard- oder Sonderbehälter, etwa KLT oder eigene Behältersysteme, vorzunehmen. Je nach Dimension (Länge, Durchmesser, Gewicht) der Sägeabschnitte und je nach Anlagen-Konfiguration (Anzahl Ablagepositionen, Behälter) arbeitet die Kombination Kasto-Sägemaschine/Kasto-Sort über einen entsprechenden Zeitraum absolut autonom und prinzipiell mannlos - bis auf die weitere Versorgung mit Rohstangen beziehungsweise die Entnahme gefüllter Abschnitt-Behälter.

Greifer für alle Teile
Der Industrieroboter organisiert sich selbst, in dem er sich aus dem Greifermagazin den laut Arbeitsprogramm aktuell benötigten Greifer holt. Das Wechselgreifermagazin ist nach Bedarf mit mechanischen, Magnet- oder Vakuum-Greifern zum flexiblen, sicheren und schnellen Handhaben scheibenförmiger Rundmaterialien, wellenförmiger Abschnitte oder Flachmaterial-Abschnitte bestückt. Damit kann Kasto-Sort beispielsweise unterschiedlichste Sägeabschnitte im Durchmesserbereich von 25 bis 150 Millimeter und in Längen von acht bis 2.000 Millimeter flexibel handhaben; die jeweilige Sägemaschine gibt den Durchmesserbereich und je nach Sägezeit pro Abschnitt natürlich auch den Arbeitstakt vor. Das intelligente Sortieren, Bearbeiten und Palettieren mittels Kasto-Sort lohne sich schon ab vergleichsweise kleinen Chargen- oder Seriengrößen, betont der Hersteller, zumal durch das Roboterhandling eine hohe Anwendungs- und Nutzungs-Flexibilität gewährleistet sei und bei einem Auftragswechsel kein Bedienaufwand anfalle. Da die Gesamtanlage mannlos betrieben werden kann, wird die Mehrmaschinen-Bedienung wirkungsvoll unterstützt, was sich im Mehrschicht-Betrieb in mehr Produktivität und Wirtschaftlichkeit auszahle.

pb

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