Optoelektronische Zuführeinheit für Kleinteile

Ende des Teile-Tourismus

Nur noch halb so viel Energie, nur noch halb so laut - auch Zuführsysteme bergen große Einsparpotenziale, sofern beim Engineering das richtige Konzept verfolgt wird. Festo und IFC tun dies gemeinsam.

50 Prozent weniger Energie, 50 Prozent weniger Lärm durch den Fördertopf: Die Kamera-Band-Einheit ist so flexibel, dass sie per Knopfdruck auf verschiedene Teiletypen umgerüstet werden kann. (Foto: IFC)

"Mit der Kamera-Band-Einheit haben Anlagenbauer in punkto Zuführung etliche Sorgen weniger", verspricht Andreas Schirmer, Geschäftsführer von IFC Intelligent Feeding Components in Oedheim. Weniger Energieverbrauch, weniger Lärm und kürzere Rüstzeiten kennzeichnen die optoelektronische Zuführeinheit zum flexiblen Zuführen, Prüfen und Sortieren von Kleinteilen. Je nach kundenspezifischer Anforderung besteht diese Einheit aus einem oder mehreren Kamerasystemen und der individuell gefertigten Förderbandstrecke. Der modulare Aufbau des Teiletransportbandes macht das System flexibel bei der Anpassung an das Teilespektrum und behält gleichzeitig die Kosten im Blick. Funktionsmodule zum Wenden, Stauen und Verteilen auf mehrere Spuren bilden das Rückgrat der Zuführsysteme. Ihre wichtigsten Einsatzzwecke sind die Lageerkennung und die Qualitätskontrolle. Die Zuführeinheit prüft Bauteile aus nahezu allen Branchen auf die korrekte Orientierung und Qualität. Sie erkennt Bauteilfehler wie etwa Grate oder Unvollständigkeit und schleust fehlerhafte Teile aus.

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Anwender kann auf Knopfdruck umrüsten

Automobilzulieferer setzen das System zum Beispiel dafür ein, um Druckfedern oder Gewindebolzen für die Zylinderkopfmontage lagerichtig zuzuführen. Hersteller von Elektrowerkzeugen prüfen Stanzbiegeteile vor dem Montageprozess. Medizintechnik-Hersteller sortieren Blutplasmaröhrchen verschiedener Größen. Sie alle haben es im Produktionsprozess mit kleinen Chargen bis zu einem Stück zu tun. "Daher schätzen sie das Umrüsten per Knopfdruck, mit dem sie schnell auf die benötigen Teiletypen wechseln können", erläutert Schirmer. Die Kamera-Band-Einheit von IFC ermöglicht die maschinelle Qualitätsprüfung auch bei komplizierten Teilegeometrien bereits im Zuführprozess und sorgt so dafür, dass fehlerhafte oder falsche Teile nicht in die Wertschöpfungskette gelangen, sondern zum frühestmöglichen Zeitpunkt aussortiert werden. Nacharbeit und Anlagenstillstand durch "verklemmte" Teile kommen nur noch selten vor - insgesamt dient das System dem Ziel einer Null-Fehler-Produktion.

Zentraler Bestandteil der Zuführeinheit ist die Checkbox von Festo. Die Zeilenkamera prüft die vorgeführten Teile auf dem Förderband im Durchlauf – vergleichbar mit dem Scan eines Dokuments beim Faxgerät. Gegenüber der Erfassung mit einer Flächenkamera hat dieses Bilderfassungskonzept Vorteile: Teileanfang und -ende erkennt das System selbstständig. Merkmale wie die Bauteillänge werden parallel zum Bildeinzug berechnet. Die integrierte Materialflusssteuerung der Kamera ermöglicht es, Auswurfimpulse proportional zur Bauteillänge zu generieren und damit kurze oder lange Fehlteile sicher aus dem Prozess auszuschleusen.

Werkstücke werden aktiv gewendet

Die Energieersparnis sei bedeutend, heben beide Unternehmen hervor. Sie entsteht dadurch, dass Werkstücke im Durchlauf auf der Förderstrecke aktiv gewendet und nicht wie bisher üblich ausgeblasen werden. Der Energiebedarf zum Wenden der Teile ist wesentlich geringer als der, der für den Abblasvorgang benötigt wird. Damit reduziert sich die Einschaltdauer des vorgeschalteten Wendelförderers um die Hälfte. Denn nach dem Abwurf ist noch einmal dieselbe Menge an Energie erforderlich, um das jeweilige Teil erneut zuzuführen. Wird das Teil jedoch gedreht und damit zu einem gut orientierten Teil gemacht, benötigt der Fördertopf nur die halbe Einschaltdauer, um die gleiche Anzahl von Teilen pro Zeiteinheit zuzuführen. "Die Teilerate wird mit deutlich geringerem Energieverbrauch verdoppelt, die Geräuschentwicklung halbiert. Die zugeführten Teile werden durch den reduzierten Teiletourismus - also das Ausblasen und Wiederbereitstellen der Teile - geschont", resümiert Schirmer.

pb

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