Kollaborativer Seilbalancer

Handhabung in der digitalen Fabrik

Kollaborativer Seilbalancer SRBC. Die digitale Fertigung wirkt sich auch auf Handhabungsvorgänge aus. Zunehmend individuelle Produkte gehen einher mit steigender Prozesskomplexität – darauf muss sich auch die Handhabung der Güter einstellen. Schmalz bietet nun den kollaborativen Seilbalancer SRBC an. 

Der kollaborative Seilbalancer SRBC: eine neue Klasse an Hebegeräten, die von Grund auf für den Einsatz in der digitalen Produktionsumgebung ausgelegt ist. © Schmalz

Mit ständig wechselnden Werkstücken, Gewichten und sich ändernden Aufnahme- und Ablagestationen steigen die Anforderungen an Bediener und Handhabungsgerät: Je nach Konfiguration des zu handhabenden Werkstücks ändert sich auch die Handhabung. Zugleich gibt es Anwendungen, bei denen beispielsweise eine hohe Dynamik im Fokus steht. Unternehmen müssen sich also zunehmend auf diverse Handhabungsszenarien einstellen. „Mit unseren Hebegeräten und Kransysteme bieten wir für sämtliche Szenarien die passende Lösung“, sagt Michael Schlaich, Leiter Geschäftsentwicklungsprozess Handhabung bei Schmalz. Das Unternehmen hat Geräte im Portfolio, die beispielsweise zum Einsatz kommen, wenn leichtere Lasten in hoher Taktzahl gehandhabt werden müssen. Auch bei solchen Geräten hält Intelligenz Einzug: Sie erfassen Echtzeitdaten aus dem Handhabungsprozess und stellen Informationen zur Verfügung, mit denen Arbeits- und Serviceabläufe optimiert werden können. So dienen beispielsweise Anzeigen zu Filterzustand und Betriebsstunden der vorbeugenden Wartung, während die Angabe, ob ein Werkstück gegriffen ist, den Anwender direkt im Arbeitsprozess unterstützt. Auch Daten wie die Anzahl der bewegten Werkstücke werden von solchen Geräten für die Statistik und Auswertung erfasst und gespeichert – im Idealfall direkt auf dem Smartphone.

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Manuelle Handhabung neu gedacht
Produktionsprozesse der Zukunft bauen zunehmend auf neuen Systemen, Strukturen und Verfahren auf. Um das volle Potenzial der Industrie 4.0 auch in der Handhabungstechnik zu erschließen, sind neue Geräte erforderlich. Schmalz bietet nun den kollaborativen Seilbalancer SRBC an – eine neue Klasse an Hebegeräten, die von Grund auf für den Einsatz in der digitalen Produktionsumgebung entwickelt wurde. „Kollaborativ“ heißt hier: Der elektrische Seilbalancer „denkt“ für den Anwender mit. „Das System weiß genau, in welchen Situationen es was zu tun hat“, so Michael Schlaich.

Der SRBC reagiert auf die Bewegungsimpulse des Bedieners: Zum Heben, Senken, Schwenken und Verfahren muss er keine Taster betätigen. © Schmalz

Der Seilbalancer kommt immer dann zum Einsatz, wenn Werkstücke bis 80 Kilogramm dynamisch zu kommissionieren oder präzise zu positionieren sind. Für die Handhabung stehen mechanische, elektrische sowie pneumatische und Vakuum-Lastaufnahmemittel zur Verfügung, beispielsweise Greifer für die Handhabung von Starterbatterien. Das Gerät reagiert auf die Bewegungsimpulse des Lastführers: Drei Motoren – im Schwenklager, für die Laufkatze sowie für den Hub – helfen dem Anwender dabei, Lasten nahezu ohne Kraftaufwand und somit ergonomisch zu bewegen und abzubremsen. Der Bediener muss zum Heben, Senken, Schwenken und Verfahren keine Taster betätigen. Der SRBC erkennt und unterstützt den Richtungswunsch an der Führung durch den Bediener. Er hält vorgegebene Grenzen beim Schwenken ein: Für jeden Greifer können Arbeitsbereiche definiert werden, Beschädigungen durch ein zu weites Verfahren des Auslegers sind ausgeschlossen. Dank RFID-basierter Greifer-Erkennung ist dem Seilbalancer jederzeit bekannt, welche Art von Greifer angeschlossen ist.

Intelligente Systemfunktionen
Der SRBC liest wichtige Prozessparameter automatisch aus – etwa geleistete Betriebsstunden oder die maximal zulässige Last. Eine Software sorgt dafür, dass sich der Bediener voll auf seine Aufgabe konzentrieren kann und die Systembedienung intuitiv abläuft. Die Software prüft, ob Objekte gehoben oder abgelegt werden dürfen, erkennt Raumgrenzen und passt die Dynamik der Längsbewegung dem Gewicht an. Je nach Anwendung übernimmt sie weitere Sicherheitsfunktionen: Beispielsweise können Bediener Lasten mit dem Vakuum-Greifer nur aufnehmen, wenn der Vakuum-Wert stimmt. Zudem ist ein Abfallen der Last ausgeschlossen.

Systemgrenzen, andere Ablagepositionen oder die Handhabungsarten passt der Anwender direkt am Griff an. Damit lassen sich beispielsweise zerbrechliche Glasscheiben vorsichtig und präzise positionieren, während direkt im Anschluss der Bauteilrahmen schnell an seinen Verbauort gehoben wird. Das komplette Verhalten des Handhabungssystems kann objektspezifisch verändert werden mit dem Ziel, eine einfache und vor allem sichere Handhabung für Bediener und Bauteil zu erreichen.

Teil der digitalen Fabrik
Schmalz hat das neue Handhabungssystem auf die Anforderungen der Digitalisierung ausgelegt: Ausgestattet mit verschiedenen Sensoren erfasst es Zustands- und Performancedaten, die künftig bei der Integration in eine digitale Prozesslandschaft über IO-Link und Ethercat zur Verfügung gestellt werden können. Damit sind Funktionen wie Condition Monitoring und Predictive Maintenance zur Verbesserung des Gesamtsystems möglich. Eventuelle Fehler meldet das System direkt auf das Display im Bediengriff. Das teilautomatisierte Handhabungssystem verbessert die Ergonomie am Arbeitsplatz und sorgt gesamtheitlich für einen sicheren Ablauf in der Prozesskette. pb

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