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HandhabungstechnikSchweres leicht gemacht

Schwerlast-Linearsysteme für Handlinganwendungen
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Handhabungstechnik: Schweres leicht gemacht
Wer Schnupfen hat, nimmt üblicherweise ein „Tempo“. Wer große Lasten handhaben will, setzt häufig Linearsysteme mit „Winkelrollen“ ein. Diese Marke steht – analog dem Taschentuch – als Synonym für ein Produkt. Die Kombirollen bilden das Herzstück der Schwerlast-Linearsysteme der Firma Winkel aus Illingen.

Fährt man mit dem ICE aus dem Rhein-Main-Gebiet in die Schwabenmetropole, kann man irgendwann rechts an der Strecke ein riesiges PKW-Logistikzentrum sehen, voll gestellt mit fabrikneuen Fahrzeugen. Hier – eine knappe Viertelstunde vor Stuttgart – liegt der Haltepunkt Vaihingen/Enz. Der Parkplatz gehört bereits zum Nachbarort Illingen. Diese Gemeinde liegt in einer lieblichen Landschaft an der südlichen Flanke des Strombergs. Hier wechseln sich Grünland und Streuobstwiesen ab, Weinberge und Wälder.

Mich bewegten jedoch andere Gründe, nach Illingen fahren: Seit fast einem Vierteljahrhundert werden hier Lösungen für das Handling großer Lasten entwickelt und gebaut. Die Rede ist von der Firma Winkel, gegründet im Jahr 1980. Wie Geschäftsführer Christian Winkel – er leitet heute die Firma in zweiter Generation – erläuterte, herrschte zu dieser Zeit keineswegs ein gutes Gründerklima. Damals wie heute heißen für ihn die Zutaten für ein unternehmerisches Erfolgsrezept Mut, Entschlossenheit und Durchhaltevermögen. Und es gehört auch eine Portion Glück dazu.

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Zunächst stellte die Firma Komponenten für Flurförderzeuge her, Hubmastführungen und Hubmaste für Gabelstapler und Fahrerlose Transportsysteme. „Diese Sonderlösungen decken heute Traglasten von einer bis zu 50 Tonnen ab. Damit sind wir in Deutschland ohne Konkurrenz“, betont der Unternehmer. Aus diesem Segment heraus entwickelte sich die Linear- und Handhabungstechnik für zahlreiche Industriebereiche. Im Laufe der letzten Jahre gelang es dem Unternehmen, sich als ein Marktführer in den Bereichen Schwerlast-Linearführung und -Handhabungstechnik zu etablieren.

Robuste Linearprofile

„Das Kombirollensystem ist das Herzstück der Firma,“ erläutert Christian Winkel und fährt fort: „Sie sind als Einzelteile am Markt sehr erfolgreich. Daher haben wir auch eine große Lagerbevorratung.“ Die Kombirollensysteme kommen in der Handhabungstechnik zum Einsatz und werden als komplette Baueinheiten für Konstrukteure angeboten. Sie bewältigen Lasten von zehn Kilogramm bis 100 Tonnen. Passend dazu entwickelte das Unternehmen eigene Profile. Sie werden mit firmeneigenen Werkzeugen in einem Walzwerk hergestellt.

Das Winkel-Linearsystem hat den Vorteil, dass man es ohne aufwändige mechanische Bearbeitung verwenden kann. (Es stellt aber keinen Ersatz für eine Kugelumlaufführung dar.) Ein typischer Anwendungsfall sind Umsetzer, bei fünf Zehntel Millimeter Genauigkeit und sechs Meter Strecke.

Die Profile müssen nicht geschmiert werden; sie sind Schmutz unempfindlich und wartungsfrei. Daher eignen sie sich auch für den Einsatz in Gießereien sowie in der Beton- und Steinverarbeitung. Bei Applikationen mit hohen Geschwindigkeiten oder sehr häufigen Zyklen lassen sich die Rollen nachschmieren. Für den Einsatz in der Lebensmittel- und Pharma-Industrie gibt es Sonderbauformen aus Edelstahl.

Ein neues Produkt des Hauses sind Vulkollan beschichtete Kombirollen. Sie laufen besonders ruhig, tragen Lasten bis zu zwei Tonnen und erzielen Geschwindigkeiten bis drei Meter je Sekunde.

Vielfalt aus dem Baukasten

In einer modernen Produktion mit optimierten Abläufen muss man sich heutzutage genau überlegen, welche Fertigungsschritte man selbst ausführt und was man besser in die Hände zuverlässiger Dienstleister gibt. So kann für einen Kunden die Überlegung sehr wichtig sein, ob er beispielsweise mehr als 100 Stunden in eine Konstruktion steckt oder lieber eine individuelle Lösung zukauft.

Der immer stärkeren Nachfrage nach kompletten Funktionseinheiten trug die Firma Winkel Rechnung und baute einen eigenen Geschäftsbereich „Systemtechnik“ auf, der fertige Module für die Hersteller von Förder- und Handhabungstechnik produziert. Das Illinger Unternehmen bietet nicht nur zu einem guten Preis-/Leistungs-Verhältnis an, sondern kann auch sehr flexibel auf die Anforderungen der Kunden reagieren. So werden Sonderlösungen innerhalb von sechs bis zehn Wochen fertig gestellt. Tausende von Sonderlösungen wurden bereits ausgeliefert. Sämtliche Sonderkonstruktionen entstehen aus einem Baukasten. Der Vorteil für den Kunden liegt auf der Hand: Ein innovatives Baukastensystem, das Komponenten und Lineartechnik umfasst, bietet die Möglichkeit, Konstruktionen schnell und kostengünstig zu realisieren. Gefertigt wird nach modernsten Gesichtpunkten unter Verwendung qualitativ hochwertiger Komponenten, die beispielsweise auch im Automobilbau international freigegeben sind. Christian Winkel legt Wert auf die Feststellung, dass sein Unternehmen keine Gesamtanlagen anbietet und keinen Steuerungsbau hat. „Wir treten nicht in Wettbewerb zu unseren Kunden,“ betont er.

Die Einsatzmöglichkeiten der Komponenten und Systeme sind außerordentlich vielseitig. Sie kommen in vielen Bereichen zur Anwendung: im Automobil- und Fahrzeugbau, der Fördertechnik und dem allgemeinen Maschinen- sowie Sondermaschinenbau. So müssen zum Beispiel in einer Schiffswerft in Südkorea Stahlplatten mit einer Masse von 90 Tonnen per Hubvorrichtung angehoben werden. In der Energieerzeugung sind 20 Tonnen schwere Gasturbinen von Rolls Royce für Wartungsarbeiten zu bewegen. Beim Bau des Airbus A 380 müssen im Bereich Lackierbühnen schwere Plattformen sicher und zuverlässig geführt werden. Oder vom neuen Golf 5 sind täglich 2.000 Autos im Sekundentakt anzuheben. Bei all den gestellten Aufgaben konnten die Illinger mit ihren Schwerlast-Komponenten und -Systemen zuverlässige Lösungen realisieren.

Standortvorteil mit Kundennutzen

Die Winkel GmbH erzielt mit 90 Mitarbeiter(inne)n etwa 20 Millionen Euro Umsatz. Neben dem Hauptsitz in Illingen gibt es ein Büro in Norddeutschland sowie Verkaufsniederlassungen in den Niederlanden und Norditalien. Die erfolgreiche Firmenentwicklung machte ein neues Gebäude für Produktion und Verwaltung erforderlich, das im vergangenen Jahr bezogen wurde. Damit stellte die Unternehmerfamilie Winkel klar, dass ihre Firma auch weiterhin in Deutschland produziert. Im Ungarn oder Tschechien sind die Lohnkosten zwar niedriger, andererseits steigen aber beispielsweise die Logistikkosten. Für den Unternehmer Winkel hat die Fertigung in Deutschland viele Vorteile: Alle Mitarbeiter(innen) sind ihm persönlich bekannt, in Konstruktion und Fertigung sind qualifizierte Arbeitskräfte tätig, deren Arbeit in bewährter Qualität erfolgt. Zudem kann das Unternehmen hier seine Flexibilität beibehalten – für die Kunden ein wichtiges Entscheidungskriterium. Gunthart Mau

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