Maschinenbaugipfel

Künftig kleinere Brötchen

Dritter Deutscher Maschinenbaugipfel in Berlin
„In der Krise sollte auch die Chance gesehen werden“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie machte den Maschinenbauern Mut.
Die Zeiten sensationeller Erfolge in der Branche sind erst einmal vorbei – mit diesem Jahr geht der fünfjährige rasante Aufschwung zu Ende. Für das kommende Jahr ist Stagnation prognostiziert – eine „Normalisierung auf hohem Niveau“, so VDMA-Präsident Wittenstein.

Deutschland am Wendepunkt – so lautete das Motto des dritten Deutschen Maschinenbaugipfels Mitte Oktober in Berlin. Dass diese Überschrift, die sich die Veranstalter vor einem Jahr ausgedacht hatten, derart auf die gegenwärtige Situation zutrifft, ist zwar unter Prognosegesichtspunkten ein Volltreffer, aber nicht erfreulich. Mit dem Ausmaß der Finanzkrise dürfte sich die Hoffnung auf ein weiteres – wenn auch kleineres – Produktionswachstum, zerschlagen haben, gab VDMA-Präsident Dr. E. h. Manfred Wittenstein zu bedenken. Die Realwirtschaft und damit auch der Maschinenbau werden von den Folgen berührt werden – aber wie genau und in welchem Ausmaß, sei derzeit noch nicht abschätzbar. „Wir erwarten eine Stagnation“, konstatierte Wittenstein – bei ungleich verteilten Chancen für einzelne Fachzweige des Maschinenbaus. „Die Spreizung wird zunehmen.“ Für energie- und rohstoffnahe Bereiche, zum Beispiel Hütten- und Walzwerkeinrichtungen oder Power Systems könnten sich durchaus noch gute bis sehr gute Wachstumsperspektiven ergeben, meinte Wittenstein.

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Eine politische Rede hielt der VDMA-Präsident zur Begrüßung der Kongressteilnehmer im Beisein der Bundeskanzlerin. Er hob die wesentlichen Ansatzpunkte hervor, um die heute erreichte Position der Branche zu halten und abzusichern: Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau als Rückgrat der industriellen Produktion mit Schlüsselstellung in der deutschen Wirtschaft müsse auf Aus- und Weiterbildung setzen und das Innovationsfeld optimieren. Schließlich müsse das wirtschaftspolitische Umfeld derart gestaltet sein, dass Investitionen hier stattfinden und nicht woanders. Der Kanzlerin gab Wittenstein klare Hinweise, wo der Schuh drückt: Das Steuersystem spreche nicht gerade für Standortqualität, und die drohende Erbschaftssteuer sei geradezu eine Aufforderung zum Auswandern.

Die Bundeskanzlerin versprach, den Generationenübergang zu vereinfachen. Allerdings wies sie darauf hin, dass es an einigen Stellen Kollisionen mit der Verfassung gebe. „Wir setzen alles daran, eine zufrieden stellende Lösung zu finden, gerade in diesen schwierigen Zeiten“. Angela Merkel bedankte sich beim Deutschen Maschinenbau und für die Verantwortung, die die Branche für Deutschland übernimmt. An die Finanzwelt richtete sie indes die Mahnung, wieder mehr Bodenhaftung zu gewinnen und sich auf ihre eigentliche Aufgaben zurückzubesinnen. Nötig seien eine Finanzmarktverfassung und internationale Regeln – „es darf kein ungeordnetes Wirtschaften mehr geben“. pb

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