Handhabungstechnik

Robotik und Prothetik

haben einiges gemeinsam: Beide wollen möglichst leichte und bewegliche künstliche Hände. Wog die Kunsthand eines Götz von Berlichingen noch 1,5 Kilogramm bei nur einer Fingerfunktion (passives Bewegen der Finger und arretieren), so bringt es die künstliche Hand aus dem Institut für Angewandte Informatik (IAI) auf nur 860 Gramm Masse (Schaft, Akku, Schutzhandschuh, fluidischer Teil) bei Ausführbarkeit der fünf wichtigsten Griffmuster. Das ist schlichtweg ein hervorragendes Ergebnis. Der technische Fortschritt besteht in der Verwendung von Mikro-Fluidaktorik. Das einzelne Element besteht aus einer Kammer, die über einen Steuerkanal befüllt wird und somit hydraulisch arbeitet. Verformt sich die Kammer unter Druck, dann kann das in eine mechanische Bewegung der Fingerglieder umgesetzt werden. Fluidaktoren in ausreichender Menge ergeben eine sehr bewegliche Hand. Sensoren am Armansatz der künstlichen Hand nehmen Muskelbewegungen aus dem Armstumpf auf, die über eine Mikroprozessorsteuerung bestimmte Griffmuster auslösen. Damit alles funktioniert, hat man auch miniaturisierte Ventile, Sensoren und einen Druckerzeuger in die Hand eingebaut. Die Kunsthand kann ohne Übertreibung als eine Weltspitzenleistung bezeichnet werden. Sie hat auch noch viel Potential für eine sensorische Aufrüstung, weitere Massereduzierung und Anreicherung mit „smarter“ und lernfähiger Elektronik.he

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