Handhabungstechnik

Handhabungs-Hilfe

Handlingsgeräte unterstützen Montage und Fertigung
Überall wo sich manuelle Arbeiten durch Kompensation von Gewichten und Drehmomenten sowie durch die Unterstützung der Führung von Werkzeugen erleichtern lassen – und Vollautomatisierung nicht sinnvoll ist – erweisen sich halbautomatische Handhabungshilfen als Mittel der Wahl.

Mit der körperlichen Entlastung steigt die Aufmerksamkeit des Werkers, die sich in einer hohen Arbeitsqualität und -Leistung zeigt. Zu den Vorzügen von Handhabungshilfen gehören die hohe Flexibilität, sowie die – im Vergleich zu Automatisierungslösungen – niedrigen Investitionskosten. Nicht selten stehen Handlingsgeräte im Mittelpunkt von Montage- und Fertigungsprozessen. Die Handhabungsgeräte von Wiedmann Maschinenbau, Deggingen, eignen sich für viele Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Leistungsbereichen. Die Firma ist seit über 27 Jahren Spezialist für flexible Handhabungsgeräte in der Fertigungs- und Montagetechnik

Beim Quick-Boy-System handelt es sich um universelle Handhabungsgeräte, die Gewichte und Drehmomente aufnehmen können. Bei den durch Gasfedern unterstützten Geräten werden die eingespannten Werkzeuge oder Lastaufnahmemittel so entlastet, dass die manuelle Führung des jeweils eingespannten Arbeitsmittels nahezu schwerelos erfolgt und die (von den eingespannten Werkzeugen erzeugten) Rückdrehkräfte kompensiert werden. Das Konstruktionsprinzip nach einem Kräfteparallelogramm bewirkt die sichere Führung der Werkzeuge in exakt senkrechter und waagerechter Richtung. Die aktuelle Baureihe ermöglicht die differenzierte Auswahl eines für den jeweiligen Einsatz passenden Handhabungsgeräts.

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Neben dem jeweiligen Maximaldrehmoment kann man seine Wahl unter anderem nach der maximalen Gewichtsaufnahme sowie dem gewünschten Arbeitsbereich treffen. Dabei ermöglicht das kleinste Gerät die Aufnahme von Drehmomenten bis 15 Newtonmeter; das kräftigste Exemplar dieser Baureihe nimmt sogar bis 250 Newtonmeter auf. Je nach Typ kann man die Handhabungsgeräte mit Massen beziehungsweise Werkzeugen zwischen zwei und 20 Kilogramm belasten. Der Quick-Boy III bietet mit 2.200 Millimetern gegenwärtig den größten Arbeitsradius und ermöglicht die Aufnahme eines maximalen Drehmoments von 120 Newtonmetern.

Breites Einsatzspektrum

Mit den Handhabungsgeräten lassen sich zahlreiche Arbeitsaufgaben rationalisieren: Gewindeschneiden, Bohren, Senken, Schrauben, Schleifen, Fräsen, Polieren, Schweißen, Löten und Späne absaugen. Darüber hinaus erleichtern Quick-Boy-Handhabungsgeräte das Eindrehen von Ensat- und Helicoil-Gewindeeinsätzen in Leichtmetallen.

Die Wiedmann-Handhabungstechnik lässt sich gut an den Arbeitsplatz anpassen, der von Handarbeit auf maschinelle Arbeitsweise umgestellt werden soll. Je nach Wunsch oder Möglichkeit werden die Geräte auf der Werkbank befestigt, von Stand- oder Wanddrehsäulen getragen. Man kann sie darüber hinaus an der Decke montieren (Linear-Geräte) sowie an schwenkbaren oder starren Auslegerarmen befestigen.

Bei der Quick-Boy-Hydro-Reihe handelt es sich um eine hydraulisch angetriebene Bearbeitungseinheit. Das Handhabungsgerät ist an einem fahrbaren Arbeitstisch so montiert, dass man die gesamte Tischfläche (1.000 mal 700 Millimeter) vollständig nutzen kann. Der Arbeitstisch trägt bis 1.000 Kilogramm und erhält optional eine T-Nuten-Stahl- oder eine Schichtholzplatte. Die stufenlos regulierbaren Hydraulikmotoren leisten etwa 250 Newtonmeter Maximaldrehmoment. Damit kann man Qualitätsgewinde bis zur Größe M42 mit niedrigen Drehzahlen erzielen.

Zwei Varianten

Beim Linear-Quick-System sind die beiden Führungswellen senkrecht übereinander angeordnet. Um noch höhere Drehmomente aufzunehmen, sind die Parallelführungen des Torque-Linear-Quick-Systems waagerecht angeordnet. Dieses – zur Handhabungstechnik flexible – Montagesystem dient der Erweiterung des Linear-Quick-Systems. Hier können Drehmomente bis 250 Newtonmeter erreicht werden. Die Bearbeitungsmaschinen werden von Seilbalancern gehalten. Das trägt nicht nur zu einer kraftparallelen Führung bei, sondern auch zu einer kompakten Bauform.

Die Seilbalancer nehmen das Gewicht des jeweils eingespannten Werkzeugs auf. Derartige Entlastungen führen in aller Regel zu höheren Leistungen, ohne dass sich der Mitarbeiter körperlich mehr anstrengen muss. Physische Entlastungen, so die praktischen Erfahrungen, beeinflussen die Qualität von Montage- und Fertigungsprozessen positiv.

Die vorgestellten Handhabungsgeräte werden bei Wiedmann auf CNC-Bearbeitungszentren mit hoher Präzision gefertigt. Sie gehört neben dem Einsatz von Qualitätsbauteilen zu den Grundlagen, die den Handhabungsgeräten ihre signifikante Leichtgängigkeit bescheren – eine Voraussetzung, die die im Montageprozess geforderten feinfühligen Be­wegungen ermöglicht. Peter Springfeld (gm)

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