Handhabungstechnik

Sicherer Armaturenumschlag

Handhabungsgerät bestückt Lackieranlage
„Der Kreislauf des Wassers ist der Motor des Lebens in der Natur und die treibende Kraft für jede Kultur.“ Diese Erkenntnis machte sich der Pumpenhersteller KSB zum Motto: Pumpen und Armaturen des Unternehmens fördern, regeln und steuern Frisch- und Brauchwasseranlagen. In der Fertigung in Frankenthal versieht ein Zeilhofer-Handhabungsgerät zuverlässig seinen Dienst im Drei-Schicht-Betrieb. Durch seinen Einsatz gelangte der gesamte Umschlagsprozess zu einer hohen Produktivität und Arbeitssicherheit.

Am KSB-Stammsitz Frankenthal, an dem Johannes Klein, Friedrich Schanzlin und Jakob Becker das Unternehmen 1871 gründeten, werden heute neben anderen Produkten Armaturen für die Gebäudetechnik, insbesondere für die Heizungs- und Klimatechnik gefertigt. Als Beispiele für das breite Einsatzspektrum der Armaturen und Pumpen seien Kraftwerke, Meerwasser-Entsalzungsanlagen, Großgebäude und Industrieanlagen ge­nannt.

Wie bei KSB die Gestaltung von ergonomischen Handhabungsprozessen zur Gewährleistung von Arbeitssicherheit und Qualitätssicherung beiträgt, zeigt der Einsatz eines Handhabungsgeräts von Zeilhofer zur Bestückung einer automatischen Farbgebungsanlage mit schweren Absperrarmaturen und Ventilgehäusen. „Das Zeilhofer-Handhabungsgerät“, erläutert Roman Bertram, Leiter der Armaturenmontage, Farbgebung und Gebäudetechnik, „haben wir im Schnittpunkt zwischen der mechanischen Bearbeitung beziehungsweise Montage und der Lackierungsanlage platziert. Bei dieser Lösung handelt es sich um ein pneumatisch arbeitendes Säulengerät, das auf einer Grundplatte montiert ist. So kann es variabel eingesetzt werden. Bei Layoutveränderungen im Materialfluss oder einer eventuellen Verschiebung des Übergabebereichs an der Lackieranlage können wir das Handhabungsgerät problemlos nachsetzen. Es lässt sich auch in anderen Werkstatt- oder Montagebereichen einsetzen. Man braucht dort nur einen stabilen Hallenboden und Druckluft. Fundamentarbeiten sind nicht notwendig. Nach dem Anschluss an unser betriebliches Druckluftnetz könnten wir sofort weiterarbeiten.“

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Ausrüstung nach Wunsch

„Die Armaturen, die in der automatischen Lackieranlage beschichtet werden, wiegen bis zu 70 Kilogramm“, erläutert Roman Bertram und beschreibt die Suche nach einem geeigneten Handhabungsgerät: „Aus dem Internet habe ich mehrere Hersteller herausgesucht und sie angesprochen. Darunter auch die Firma Zeilhofer Handhabungstechnik. Auf der Motek in Sinsheim habe ich wenig später Herrn Zeilhofer kennengelernt. Unmittelbar danach kam er nach Frankenthal und sah sich den Einsatzbereich an. Schnell fanden wir die Lösung für unsere Aufgabenstellung. Bei der Aufgabenbeschreibung wurden sowohl die Leistungsanforderungen an das Handhabungsgerät als auch die grundsätzliche Gestaltung festgelegt. Dazu erläuterten die jetzigen Bediener, wie sie das Gerät benutzen wollen, um die Armaturen mit hoher Arbeitssicherheit auf die Gehänge der Lackieranlage zu setzen. Die Firma Zeilhofer“, hebt Bertram hervor, „hat all unsere Sonderwünsche termingerecht und in hoher Qualität erfüllt.“

Das mobile Handhabungsgerät hat 80 Kilogramm Tragfähigkeit und einen Arbeitsradius von 2.900 Millimetern. Dank dieses großen Arbeitsbereichs wurde es so platziert, dass ein ausreichender Sicherheitsabstand sowohl zum Kettenförderer als auch zu den Stellplätzen der Paletten gewahrt bleibt, auf denen die Armaturen lagern. Der ausreichende Platz für die Umschlagsprozesse trägt wesentlich zur Vermeidung von Unfällen bei.

Greiferlösung für zwei Anwendungen

KSB fertigt in Frankenthal weich- und hartdichtende Absperrarmaturen. „Unsere weichdichtenden Armaturen“, erläutert Roman Bertram, „sind einteilig aufgebaut. Daraus resultieren zwei Hauptvorzüge: Es gibt eine potenzielle Leckagestelle weniger und in dieser Bauweise lassen sich kürzere Baulängen realisieren. Gerade bei Gebäudeinstallationen sind kompakte Bauformen gefragt.“

Weitere Unterschiede gibt es im fertigungstechnologischen Ablauf: Die weichdichtenden Armaturen werden erst lackiert und dann montiert. Die Ventilkörper dieser Armaturen werden nach der mechanischen Bearbeitung auf Holzflachpaletten gesetzt, die eine schonende Unterlage besitzen. In der stabilen Transport-Position (mit dem Flansch nach unten) gelangen sie zur Übergabestelle der Lackieranlage. Die hartdichtenden Ventile werden erst montiert und anschließend lackiert.

Für die Ventilkörper der weichdichtenden Absperrarmaturen fertigte Zeilhofer einen Spreizdorn-Greifer. Zur Lastaufnahme führt man die Spreizdorne in den Ventilkörper ein. Weil die Spreizdorne das Armaturengehäuse innen aufnehmen, ist die Gefahr der Beschädigung der Dichtflächen am Flansch ausgeschlossen. Nachdem der Ventilkörper angehoben ist, wird er mit Hilfe der pneumatischen Schwenkeinrichtung stufenlos um 90 Grad nach oben geschwenkt. Um die Dichtflächen der Flansche auch beim Lackieren zu schützen, steckt man den Gehäusehals des Ventilkörpers auf das Gehänge des Kettenförderers. Dazu hat das Handhabungsgerät einen großzügig ausgelegten Hebebereich. Er beginnt bei 150 und endet bei 1.200 Millimetern.

Die hartdichtenden Armaturen werden in ihrer Transportposition an die für sie bestimmten Transportgehänge übergeben. Man muss sie dazu nicht schwenken. So war es möglich, für diese Armaturen einen recht einfachen Adapter für den Greifer zu bauen. Dieser Zusatzgreifer wird einfach auf die beiden Spreizdorne gesteckt. Dieser gabelförmige Zusatzgreifer nimmt die hartdichtenden Armaturen an der Flanschunterseite auf. Die obere Platte verhindert ein mögliches Verrutschen. In dieser Position schwenkt man die Armatur zum Kettenförderer der automatischen Farbgebungsanlage.

Zu den primären Sicherheitseinrichtungen eines pneumatisch arbeitenden Handhabungsgeräts gehört ein ausreichend dimensionierter Druckluftspeicher. Er sorgt dafür, dass man bei Ausfall der Druckluftversorgung jede begonnene Handhabungsoperation sicher beenden und die aufgenommene Last unfallfrei ablegen kann. Damit in der Warteposition unkontrollierte Bewegungen sicher ausgeschlossen sind, werden die Scheibenbremsen an den Gelenkpunkten per Knopfdruck aktiviert. Diese Bremsen kann man nur durch Druckluft lösen. Das heißt, sie werden automatisch aktiviert, wenn der Luftvorrat auch im Sicherheitsdruckluftspeicher verbraucht ist. (Diese Funktion sichert das Handhabungsgerät auch beim Umsetzen.) Zur Grundausstattung gehört ferner eine Überlastsicherung. Sie verhindert, eine Last aufzunehmen, die schwerer als die zulässige Tragkraft ist. Peter Springfeld (gm)

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