Handhabungstechnik

Leichte Arbeit an schweren Brummis

Handling von LKW-Dächern
Pneumatische Handhabungsgeräte von Sitec erleichtern die Dachmontage beim Nutzfahrzeughersteller MAN in ­München. Sie verkürzen die Taktzeiten und helfen somit, eine höhere Produktivität zu erzielen. Vor allem jedoch entlasten sie natürlich die Mitarbeiter von schwerer körper­licher Arbeit.

Das seit über 100 Jahren existierende Unternehmen MAN zählt heute zu den international führenden Nutzfahrzeug-Herstellern und setzt immer wieder Maßstäbe in Technik und Qualität. MAN Nutzfahrzeuge ist das größte Unternehmen innerhalb der Firmengruppe. Im Geschäftsjahr 2003 erzielte das Unternehmen mit über 34.000 Mitarbeitern und etwa 56.000 verkauften LKW sowie 6.300 verkauften Bussen einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro.

In München fertigt das Unternehmen die so genannte „schwere Reihe“: alle Fahrerhaus-Kabinen für diese Baureihe werden im Stadtteil Allach produziert. Soweit man die Kabinen nicht gleich hier in die LKW einbaut, werden sie an das MAN-Werk in Salzgitter zur Montage geliefert.

An den Arbeitsplätzen „Dachausstattung“ bestand die Aufgabenstellung, durch die Verkürzung der Taktzeiten die Montageleistung und somit auch die Produktivität zu steigern. An acht Montageplätzen nehmen TR 200-Manipulatoren mit Vakuumsaugern das Rohdach, das auf einem Transportwagen neben dem Arbeitsplatz steht, auf und setzen es in die Montagestation ein. Dort ist das Dach höhenverfahr- und schwenkbar. In der jeweils günstigsten ergonomischen Position baut nun der Werker die individuelle Ausrüstung ins Dach ein, komplettiert die Dachinnenteile und setzt es schließlich mit dem Handhabungsgerät auf ein Gurtförderband. Jetzt kann das komplette Dach in der modernen, voll automatisierten Klebezelle montiert werden.

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Auch am neunten Arbeitsplatz wird das Rohdach auf gleiche Weise zusammengebaut. Diese Station ist aber zusätzlich mit einem deckenverfahrbaren Manipulator des Typs Primus ausgestattet, der mit einem pneumatischen Laufbahnwagen-Antrieb ausgestattet ist. Der Manipulator holt sich von einem gegenüber liegenden Transportwagen auftragsgebunden den Dachspoiler und setzt ihn in der Montagestation auf das Dach auf. Nachdem der Spoiler mit dem Dach verschraubt ist, nehmen die Vakuumsauger des Primus die komplette Dach-Spoiler-Einheit auf und setzten sie auf das Gurtförderband um.

Warum hat man diese Konfiguration gewählt? Natürlich wurden mit MAN verschiedene Lösungen mit Manipulatoren überprüft. Weil sich die Arbeitsplätze auf einem Podest befinden, waren statische und räumliche Gegebenheiten vorgegeben. Der Trommelbalancer TR 200 weist eine geringe Eigenmasse (22 Kilogramm) sowie hohe Tragkraft (100 Kilogramm) auf und hat eine niedrige Bauweise, deshalb ist er die geeignete Lösung. Diese guten Erfahrungen gewann MAN mit dem TR 200 bereits bei einer anderen Applikation. Wolfgang Dreischl, Prozess-Anlagen-Betriebsmittelplaner bei MAN: „Er läuft absolut zuverlässig und wartungsarm.“

Parallelogramm- und Knickarm-Prinzip

Der neunte Arbeitsplatz hat es in sich: Die Zuführung des Rohdachs erfolgt – wie bereits beschrieben – mit einem Manipulator des Typs TR 200. Das Herausnehmen aus dem Montageplatz mit dem aufgesetzten Spoiler übernimmt der leistungsstarke, am Stahlbau deckenmontierte Manipulator Primus.

Wegen der vorhandenen Störkanten – Säule und Querträger – konnte man keinen TR 200 einsetzen. Der nach dem Parallelogramm- und Knickarm-Prinzip konzipierte Primus kann an der Säule vorbeigeführt werden und unter den Querträgern quasi „durchtauchen“. Im ersten Arbeitsgang holt er den Spoiler aus dem Montagewagen und setzt diesen auf dem Dach ab. Nach dem Verschrauben ist es mühelos möglich, die durch den Spoiler auf 170 Kilogramm gestiegen Gesamtmasse zu bewegen und umzusetzen. Auf die Statik der Arbeitsbühne hatte die Installation des schweren Primus-Manipulators keine negativen Auswirkungen. Die neun leichtgewichtigen TR 200 schlagen sich entlastend nieder.

Rationalisierung, Produktionssteigerung, Beschleunigung des Durchlaufs sind oft die Auslöser für die Umgestaltung von Arbeitsabläufen. Die ergonomische Seite darf dabei aber nicht zu kurz kommen: Der Arbeitsplatz muss ergonomisch ausgerichtet sein, ebenso wie die Handhabungsgeräte selbst. Die Anforderungen des Arbeitsplatzes – der Kunde kennt diese am besten – und die Erfahrungen des Herstellers mit Handhabungsgeräten sollten bereits in eine Vorstudie aufgenommen werden. „Das Sitec-Team hat langjährige Erfahrungen,“ schließt Wolfgang Dreischl, „die wir uns zu Nutze machen. Warum sollten wir jedes Mal das Rad neu erfinden? Wir vertrauen unserem langjährigem Partner!“ (gm)

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