Eisengießerei Friedrichshütte

Glut der Geschichte

300 Jahre Eisengießerei Friedrichshütte
Vor der Glut, mit der vor 300 Jahren alles begann: Die heutigen Geschäftsführer der Römheld GmbH Friedrichshütte Hans-Joachim Molka (1.v.l.) und Dr. Winfried Ehrhardt (2.v.l.) und der Friedrichshütte GmbH, Armin Knötig (4.v.l.) zusammen mit dem Hauptgeschäftsführer des Deutschen Gießerei-Verbandes Dr. Klaus Urbat (3.v.l.) (Fotos: Friedrichshütte)
Was 1707 von Friedrich Ernst Graf zu Solms Laubach gegründet wurde, hat auch heute – nach über 300 Jahren wechselvoller Geschichte – noch Bestand. Eine Leistung, die sich auf dem Engagement und dem Geschick vieler Unternehmergenerationen und ihrer Mitarbeiter gründet.

Unter dem Motto „Glut der Geschichte“ hat die Roemheld Gruppe in diesem Herbst ein besonderes und seltenes Jubiläum gefeiert. In Anwesenheit des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ließen Ende September Redner und Gäste während einer Feierstunde in Laubach Leistungen, Ereignisse und Anekdoten aus drei Jahrhunderten Revue passieren: vom Oktober 1707, als die Produktion mit der Gewinnung von Roh- und Gusseisen im hessischen Friedrichshütte begann, das zu Herd- und Ofenplatten, zu Bügeleisen und Ambossen verarbeitet wurde, bis zum heutigen Unternehmen mit Weltgeltung auf dem Gebiet der hydraulischen Spanntechnik.

Die Familie Römheld hatte 1870 die Pacht der Friedrichshütte übernommen. Der Standort Laubach mit seinen Ortsteilen blieb bis heute Zentrum der Aktivitäten. Übrigens – noch ein weiteres Unternehmen hat hier seine Ursprünge: Friedrichshütte ist gleichzeitig auch Gründungsort der Buderuswerke. Zwischen der damals erzeugten ersten Glut zur Metallschmelze bis zu den gegenwärtigen, modernen Schmelzmethoden liegen drei Jahrhunderte wechselvoller Industriegeschichte, geprägt von technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen durch Krieg und Zerstörung, aber auch von persönlichem Engagement, Einsatz und Identifikation der Unternehmer und Mitarbeiter. Generationen von Familien haben am Aufbau und Unterhalt des Standorts mitgearbeitet, ihn weiterentwickelt und von ihrer Leistung gelebt. Neben wirtschaftlicher Blüte gab es auch Phasen, in denen die Gießerei vor dem drohenden Aus stand – zuletzt nach dem Ende des zweiten Weltkriegs. 1948 führten schließlich Philipp Römheld und sein Schwiegersohn Ludwig Ehrhardt die Eisengießerei und die inzwischen gegründete Maschinenfabrik A. Römheld KG fort. Ludwig Ehrhardt prägte durch seine unternehmerische Leistung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts maßgeblich den Aufstieg zum weltweit anerkannten Spezialisten für hydraulische Spannsysteme.

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Von seinem Ursprungsstandort aus beliefert die Friedrichshütte GmbH heute weltweit Kunden mit anspruchsvollen, maschinengeformten, kernhaltigen Gussteilen für den Nutzfahrzeugbau, die Armaturenindustie und den allgemeinen Maschinenbau. Die Gussteilgewichte liegen zwischen 100 Gramm und 20 Kilogramm. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Fertigung von Prototypen und Klein- und Mittelserien, die zeitnah geliefert werden können. Die Gießerei ist mit ihren 27 Mitarbeitern und rund 1.000 Jahrestonnen Guss eine der kleineren Eisengießereien in Deutschland; sie ist dennoch ein gut aufgestellter und zuverlässiger Partner der Industrie. Die Basis dafür, dass die Geschichte der Friedrichshütte auch künftig erfolgreich fortgesetzt werden kann, schaffen die Eigentümer durch stetige Investitionen zur Modernisierung der Fertigung. Die Gießerei legt Wert auf kurze Lieferzeiten, Flexibilität und moderne Produktionsmethoden. Auch für 2008 sind weitere Investitionen geplant; neben der produktionstechnischen Weiterentwicklung wird auch die Werkstofftechnik vorangetrieben. PR/pb

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