Handhaben

Scheren brauchen exakten Schliff

"Neben dem exakten Gang ist der präzise Schnitt für eine gute Schere ausschlaggebend", erklärt Torsten Korb, Geschäftsführer der Müller & Schmidt Pfeilringwerk GmbH & Co. KG. Die Müller+Schmidt Pfeilringwerk setzt daher Schleifmaschinen mit einer hohen Wiederholgenauigkeit ein, deren CNC-Steuerung Andronic 2060 S eine werkstückorientierte Programmierung ermöglicht. So können mit einem internen CAD-System benutzerfreundlich Werkstückprogramme erstellt werden, ohne dass dafür NC-Kenntnisse notwendig sind. Zusätzlich ist es möglich, die Maschine nur auf Basis von Musterteilen zu programmieren, was eine hohe Prozesssicherheit garantiert. Bei gebogenen Scheren müssen Biegung und Schnittpunkt genau abgestimmt werden. Für den perfekten Schnitt ist ein sorgfältiger Schliff erforderlich. Seit über 40 Jahren kommen beim Hersteller von Manikürinstrumenten die Schleifmaschinen der Heinz Berger Maschinenfabrik zum Einsatz. "Diese sorgen für eine hohe Wiederholgenauigkeit und sind einfach zu bedienen. Beides zusammen ist wichtig für die Qualität unseres Produktes", so Korb. Gesteuert werden die Berger Schleifmaschinen der Type BG 0-CnC/RV über eine CNC-Steuerung der Andron GmbH. "Die Vorteile dieser Steuerung liegen grundsätzlich in der werkstückorientierten Programmierung", sagt Marco Chiesura, Geschäftsführer der Berger Gruppe. Mit Hilfe der Windows Oberfläche und einer graphischen Simulation kann der Kunde Werkstückprogramme erstellen und modifizieren. Durch das interne CAD System findet bereits vor dem Bearbeitungsprozess eine Analyse und Optimierung der NC-Programme statt. Dabei wird eine Realsimulation genutzt, die alle konturverändernden Einflüsse wie Beschleunigungs- und Bremsverhalten berücksichtigt. Simuliert wird nicht mit mathematischen Modellen, sondern im tatsächlich ausgegebenen NC-Code der Steuerung. Das PC-basierte Konzept erlaubt die flexible Programmierung in einer Hochsprache. "Die Nutzerfreundlichkeit der verwendeten Hochsprache ergibt sich aus der Möglichkeit, die Eingabemasken für die relevanten Parameter speziell auf die Bedürfnisse der Maschine abzustimmen", erläutert Karl-Heinz Rochlitzer, Geschäftsführer von Andron. Durch globale und lokale Variablen sowie die freie Definition von Funktionen mit Aufrufparametern und Rückgabewert wird die Programmierung komplizierter Abläufe und Berechnungen wesentlich vereinfacht. Zusätzlich können Kontrollstrukturen für wiederholte Ausführungen genutzt werden. Damit wird dem Nutzer ein verständliches Werkzeug an die Hand gegeben, ohne eine Programmiersprache erlernen zu müssen. Somit braucht es für den Umgang mit dem CNC-System keine lange Einlernphase.

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Programmierung der Maschine basiert auf Musterstücken

Für den exakten Schnitt einer Manikürschere ist der genau Schliff ausschlaggebend.

Die Übertragung der Daten in die Oberflächenmaske der Steuerung kann direkt über ein Werkstückmuster passieren. So werden etwa die Schneidenlänge und der Stärkenverlauf des Werkstückrückens und der Schneide in einem Rasterabstand von fünf oder zehn Millimetern eingegeben. "Das System errechnet dann selbst die Konturdaten für den Bewegungsablauf der Bearbeitung", sagt Rochlitzer. Darüber hinaus kann die Form des Musters durch ein automatisiertes Abtasten erzeugt werden, um direkt in Bearbeitungsdaten für den Bewegungsablauf umgesetzt zu werden. "Über dieses Verfahren wird eine höhere Prozesssicherheit erreicht als bei der manuellen Eingabe der Daten", erklärt Rochlitzer. Durch die erzielte Präzision der andronic 2060 S können Innenseite und Schneide der Manikürscheren in einer Aufspannung bearbeitet werden. Aufgrund der Verarbeitung der Werkstückdaten in Verbindung mit entsprechenden mathematischen Funktionen, wird die Kontur sehr genau errechnet und bearbeitet, sodass eine Nachbearbeitung bei der Montage überflüssig ist. "Für uns ist die Automation und damit hohe Produktivität der Schleifmaschinen sehr wichtig, denn nur dann können wir trotz hoher Lohnkosten auch erfolgreich in Deutschland produzieren", sagt Korb. Nur der letzte Feinschliff erfolgt bei jeder einzelnen Pfeilring-Schere immer noch per Hand. Mehr als 4.000 Manikürscheren werden in Solingen täglich produziert. bw

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