Handhabungstechnik

Staukammer-Konzept

Sicheres Vereinzeln sehr ähnlicher Teile
Robo-Pot-Micro mit fünf Staukammern und Vision System meistert die Zuführung, Prüfung und Vereinzelung unterschiedlicher Kontaktstifte mit sehr kleinen Unterscheidungsmerkmalen. (Foto: MRW)
Mit dem Robo-Pot-Zuführsystem von MRW lassen sich unterschiedlichste Kontaktstifte optisch überwachen, vereinzeln sowie sortenrein und lagerichtig zuführen. Ein Vision-System erfasst alle Prüflinge.

Anhand dieser „scheibchenweisen“ Abtastung der Prüflinge beim Durchlauf durch die Zeilenkamera und der damit ermittelten Kontur werden die Teile auf Typ und Orientierung bewertet. Damit lassen sich die Teile auch über ein großes Formatspektrum hinweg sicher handhaben.

Eine Spezialität des Anbieters MRW ist für den Kunden dabei von besonderer Bedeutung: Die Vereinzelungskammern, auch Staukammern genannt: Das sind vom MRW-Rechner gesteuerte pneumatische „Riegel“ quer zur Transportrichtung, die dafür sorgen, dass die Kontaktstifte vereinzelt gepuffert, bereitgehalten und auf Anforderung einzeln ausgegeben werden. Damit wird man auch mit schwer oder gar nicht im Strang staubaren Teilen fertig.

Zusätzliche Flächenkamera

Im Laufe der Zeit sind neue Produkttypen hinzugekommen mit immer feiner werdenden Details und Lagemerkmalen. Die zeilenweise Erfassung stieß an ihre Grenzen. Die Anforderung war nun Lagemerkmale teils unter 0,1 Millimeter Ausprägung zu detektieren. Natürlich sollte auch weiterhin – unabhängig von der Länge des Kontaktstifts und der Position des Lagemerkmals – geprüft werden können. Deshalb wurde ein neues System mit einer zusätzlichen Zwei-Megapixel-Flächenkamera von Keyence konzipiert. Keyence vor allem deswegen, weil sie sich wie der Robo-Pot völlig autark ohne Verwendung eines PCs bedienen lässt. Diese Kamera konzentriert sich auf einen Erfassungsbereich von acht mal sechs Millimeter und erfasst dort auch sehr kleine Merkmale.

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Kleinste Merkmale werden erkannt

Die Stifte kommen wie gewohnt aus dem Wendelförderer und laufen an der Zeilenkamera vorbei. Sie bewertet auf korrekten Teiletyp, sucht nach Resten, Schrott und stellt die Mindestabstände her. Anschließend wird der Prüfling weiter zur Flächenkamera gefördert, und der MRW-Rechner erzeugt ein Triggersignal, sobald der Teileanfang in deren Erfassungsbereich einläuft. Je nach Position des Lagemerkmals wird nun gewartet, bis die Bildaufnahme erfolgt. Der erfasste Bereich erfährt anschließend eine Untersuchung auf das relevante Merkmal, und das Ergebnis geht an den Rechner. Ist der Kontaktstift falsch orientiert, wird er kurze Zeit später in den Wendelförderer zurückgeblasen. Befindet er sich in der richtigen Orientierung, darf er passieren und wird – wie bisher in den Vereinzelungskammern – gepuffert und bereitgehalten.

Der Anwender besitzt damit eine Anlage, die mittlerweile Hunderte und zukünftig wohl auch noch weitere Teiletypen handhaben kann – mit einem Staukammerkonzept das so viele unterschiedliche Teile vereinzeln und puffern kann und mit einem Erkennungssystem, das auch mit extrem kleinen Unterscheidungsmerkmalen an unterschiedlichen Stellen fertig wird. pb

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