Maxolution

Handhaben ohne Hindernisse

Portalroboter für die Getränkeindustrie
Roboloop, ein kurvengängiger Multiroboter und zugleich ein automatisches, fahrerloses Transportsystem, lässt sich hängend in Portalanordnung oder als bodengestütztes System einsetzen.
Für Handhabungs-Aufgaben in der Intralogistik entwickelte Güdel das kurvengängige Transportsystem Roboloop. Es wird in der Getränkeindustrie zum Verteilen, Sortieren und Palettieren eingesetzt. Hierbei ist die Systemlösung Maxolution von SEW-Eurodrive treibende Kraft. Sie umfasst modernste Produkte und Systembausteine der Antriebs-, Steuerungs- und Kommunikationstechnik.

Flexible Automatisierungslösungen für Fertigungssysteme sind die Kernkompetenz von Güdel in Langenthal, Kanton Bern. Die deutsche Niederlassung befindet sich im nordbadischen Osterburken. Das Unternehmen fertigt Linearachsen, Getriebe und Komplettsysteme. Einen wichtigen Produktbereich bilden Portale mit Zahnstangenantrieb für Anwendungen im Maschinenbau, der Fahrzeugindustrie, Intralogistik und Medizintechnik sowie für prozessorientierte Applikationen wie Verpacken, Palettieren, Fügen, Schneiden und Montieren. Neue Möglichkeiten für das Verketten, Speichern und Sortieren eröffnet Roboloop, ein kurvengängiges Portal- und Transfersystem. Ein oder mehrere Laufwagen, sogenannte Robocarrier, zirkulieren in einem geschlossenen System. Loops lassen sich in beliebiger Länge bauen. In jeder Schleife fahren mehrere Robocarrier unabhängig voneinander. Die Laufwagen können verschiedene Funktionen erfüllen und führen die Loop-Verwaltung selbständig aus. Der Rundlauf der Carrier erfolgt unabhängig von der Auftragsverwaltung, die von einer übergeordneten Steuerungs- und Anzeigeeinheit übernommen wird und an die einzelnen Laufwagen Transportaufträge verteilt.

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Vorteile durch Baukastensystem

Das Baukastensystem ermöglicht maßgeschneiderte Kundenlösungen und hat Vorteile. Kostspielige Umladestationen an Knotenpunkten entfallen, und Nebenoperationen wie Waschen oder Entgraten können auf weniger Maschinen verteilt werden. Jederzeit lassen sich zusätzliche Robocarrier nachrüsten. Die gute mechanische Stabilität der Robocarrier ermöglicht den Anbau von Zusatzachsen; dadurch lassen sich auch komplexe Handlingprobleme lösen. Standardmäßig gibt es Teleskopachsen und H-Lader, bei denen zwei unabhängige Arme mit Greifern auf einer Achse parallel angeordnet sind. Hohe Flexibilität, geringer Platzbedarf und minimaler Wartungsaufwand kennzeichnen diese Systemlösung. Verglichen mit herkömmlichen Linearverkettungen erreicht das Multi-Carrier-System eine höhere Verfügbarkeit durch einfaches Ein- und Ausschleusen der Robocarrier. Der Industrieroboter Roboloop verwendet aufeinander abgestimmte Komponenten der SEW-Systemlösung Maxolution: stationäre und mobile Geräte zur kontaktlosen Energie- und Informationsübertragung sowie dezentrale Achs-Antriebssysteme. Mit dem Einsatz der Antriebstechnologie von SEW entstehen weniger Kosten: aus einheitlichen Produkten, der dezentralen Komponenten-Installation, schnellerer Inbetriebnahme und Umrüstung sowie höherer Verfügbarkeit und geringerem Wartungsaufwand. Das Antriebs- und Steuerungskonzept dieser Mehrachsapplikation besteht im Wesentlichen aus einem stationären und einem mobilen Anlagenteil. Die stationären Komponenten stellen die Energieversorgung sicher und bereiten die Kommunikationssignale einer übergeordneten Steuerung auf. Im Zentrum des mobilen Anlagenteils befindet sich die Antriebs- und Steuereinheit Movipro: Sie steuert bis zu drei dezentrale Antriebsumrichter des Typs Movimot MD, eine integrierte Achse, etwa den Servomotor CMP für einen Greifer, sowie eine Hilfsachse Movimot, etwa zur Ansteuerung eines mitfahrenden Kompressors.

Sichere Energieversorgung und Kommunikation

Die Energieversorgung erfolgt über Movitrans, dem System zur kontaktlosen Energieübertragung von SEW. Es funktioniert nach dem Prinzip der induktiven Energieübertragung. Dabei wird die elektrische Energie kontaktlos von einem fest verlegten Leiter auf einen oder mehrere mobile Verbraucher übertragen. Die elektromagnetische Kopplung erfolgt verschleiß- und wartungsfrei über einen Luftspalt, ohne mechanische Kontakte. Weil sämtliche Leitungen isoliert sind, gibt es keine Beeinträchtigung durch Verschmutzungen, Feuchtigkeit oder außergewöhnliche Temperaturen. Die Berührungsfreiheit und großen mechanischen Toleranzen ermöglichen höhere Geschwindigkeiten der Fahrwagen. Auf dem mobilen Anlagenteil werden zwei Übertragerköpfe eingesetzt. Die Energieverteilung erfolgt über die Kopplung des Zwischenkreises der Antriebsumrichter. Movi-PLC ist eine Produktfamilie speicherprogrammierbarer Steuerungen für die komfortable und leistungsfähige Automatisierung von Antriebslösungen sowie Logikverarbeitung. Durch umfangreiche Technologiefunktionen wie Kurvenscheibe oder Synchronlauf und die Fähigkeit, auch anspruchsvolle Applikationen zu steuern, ist die Movi-PLC sehr leistungsstark. Auch für die Kommunikation mit der übergeordneten Steuerung kommen mehrere SEW-Technologien zum Einsatz. Die Informationen werden durch eine stationäre Movi-PLC aufbereitet und grafisch auf dem Bedienterminal DOP dargestellt. Die Steuerung kommuniziert über WLAN mit einer weiteren, in der mobilen Antriebs- und Steuereinheit integrierten Movi-PLC. Das Wireless LAN lässt sich schnell und einfach in Betrieb nehmen, ist hochverfügbar und ermöglicht den Teilnehmern Bewegungsfreiheit. Für den Roboloop von Güdel ergeben sich mit Antriebs- und Steuerungstechnik von SEW technische Vorteile, etwa die einfache Installation und Montage der Komponenten und die galvanisch getrennte, berührungs- und verschleißfreie Energieversorgung und Kommunikation. Das System benötigt keine Streckensensorik, fährt sanft in die Position ein und erzielt eine Positioniergenauigkeit von plus/minus ein Millimeter. Weil sich die Zahl der benötigten Bauteile stark reduziert, sinken die Stillstandszeiten durch Bauteilausfall deutlich. Der Großteil der Geräte ist dezentral angeordnet; daher bleiben die Schaltschränke klein. Im Fehlerfall sich die Komponenten schneller tauschen. Auch bei eventuell erforderlichen Änderungen der Fahrstrecke ist das System sehr flexibel. Gunthart Mau/pb

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