Handhabungstechnik

„Unhandliches“ Handling

Palettieren in der Intralogistik
Das Handhaben „unhandlicher“ Lasten stellt eine echte Herausforderung dar, zudem wenn sie groß und schwer sind. Aber mit Hilfe eines Vakuum-Schlauchhebers kann sogar eine einzelne Person beim Kommissionieren diese Anforderungen bewältigen.

Die Produktion verschiedener Holzteile ist erledigt, die Einzelteile sind sorgsam verpackt. Jetzt gilt es noch den gepackten Karton zum Kommissionierplatz zu befördern und dort auf einer Palette zu stapeln. Eigentlich gäbe es dazu so gut wie nichts mehr zu sagen, wenn nicht der Karton auf Grund der Holzteile plötzlich ein ordentliches Gewicht bekommen hätte und sich das gepackte Gut als ziemlich sperrig erweist. Und was jetzt? Jetzt werden für das weitere Karton-Handling mindestens zwei Personen benötigt – oder es wird ein Hilfsgerät angeschafft. Es muss 1.500 mal 300 mal 200 Millimeter große und etwa 20 Kilogramm schwere Kartons handhaben und palettieren können, ebenso Kartons der Abmessungen 2.900 mal 300 mal 300 Millimeter mit maximal 80 Kilogramm Masse. Und das durch nur eine Person! Außerdem sollte es leicht zu bedienen, flexibel zu nutzen, einfach zu installieren und vor allen Dingen kostengünstig sein. Darüber hinaus muss sich das Hilfsgerät auch für einen weiten Einsatzbereich eignen.

So etwa lautete die Aufgabenstellung, die die Firma Dieda Systembauteile, Egenhausen, dem Vakuum- und Handling-Spezialisten J. Schmalz gab. Dazu kam noch die eine oder andere Herausforderung: Die Karton-Vielfalt erfordert ein hochflexibles Handlinggerät. Die Verpackungseinheiten mit schwerem Inhalt können trotz Umreifung manchmal deformiert sein. Zudem sind die Kartons aufgrund ihrer Labilität nicht sonderlich gut zu greifen und zu befördern. Wie in vielen anderen Fällen, hatten die Anwendungstechniker von Schmalz auch für diese kombinierte Materialfluss- und Handlingaufgabe eine Lösung parat, die zudem noch weitgehend aus dem Standard-Baukasten für Vakuum-Handhabungssysteme realisiert werden konnte. Bei den verwendeten Komponenten handelt es sich um einen Vakuum-Schlauchheber JumboErgo 85 (für Traglasten bis 85 Kilogramm), einen Doppelgreifer mit in Längsrichtung einstellbaren Sauggreifern, ein Gebläse für die Vakuumerzeugung und einen Säulenschwenkkran SKJ 110 für Traglasten bis 110 Kilogramm.

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Der Kran, der wahlweise am Boden verdübelt oder auch auf einer Grundplatte verschraubt werden kann und dann „mobil“ ist, nimmt zunächst den Vakuum-Schlauchheber auf. Diesen kann er mit einem vier Meter langen Ausleger und 270 Grad Schwenkbereich in einem großen Arbeitsbereich frei bewegen. Der Doppelgreifer des Vakuumhebers wiederum ist in der Lage, die Kartons aller Größen und Formate ab dem Packtisch aufzunehmen, sicher festzuhalten und auf der Palette abzusetzen. Das Vakuum dazu liefert das Gebläse, so dass es lediglich eines 400-Volt-Netzanschlusses bedarf.

Ansonsten sind zum Betrieb des Vakuum-Handlinggeräts keine weiteren Installationen vorzunehmen. Die Verantwortlichen von Dieda Systembauteile – und vor allem die Bediener des Vakuum-Handlinggeräts – zeigen sich mit dieser vergleichsweise einfachen und wirtschaftlichen Lösung sehr zufrieden. Wurden früher für die manuellen Kommissionier- und Palettierarbeiten ein oder (meistens) zwei Personen benötigt, die außerdem eine schwere und gesundheitsgefährdende Arbeit leisten mussten, so erledigt das heute eine Person mit Hilfe des Vakuum-Handhabungsgerätes. Das Handling geht deutlich Transportgut-schonender vonstatten und das Palettieren ab bestimmten Ladehöhen fällt auch erheblich leichter.Edgar Grundler (gm)

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