Handlinggeräte

Handling orange

Pneumatische Handhabungsgeräte bei MAN im Werk Krakau
Handhabungstechnik in orange – in der Montagehalle in Polen sind die meisten Geräte an einem Schienenbahnsystem verfahrbar. (Foto: Sitec)
Binnen kurzem entstand das neue Lkw-Montagewerk von MAN Nutzfahrzeuge in Niepolomice bei Krakau – es gehört zu modernsten Werken seiner Art in der Welt. Sitec Aerospace aus Bad Tölz lieferte die Handhabungsgeräte.

Das Werk beeindruckt: Auf einem 142 Hektar großen Gelände in der Nähe von Krakau entstand eine Montage-Fabrik von knapp 250.000 Quadratmetern Grundfläche und 78.000 Quadratmetern überdachter Fläche. Das Investitionsvolumen betrug rund 100 Millionen Euro. Hier wird konsequent Lean Manufacturing umgesetzt. Für den anfangs einschichtigen Endmontage-Betrieb waren 35 Handhabungsgeräte erforderlich für das Handling von Lkw-Teilen – vorwiegend aus der schweren Reihe TGA WorldWide für die östlichen Wachstumsmärkte. Sämtliche Varianten dieser großen Fahrzeug-Baureihe können in Krakau hergestellt werden. Die Kapazität ist im Zweischichtbetrieb auf 30.000 Lkw pro Jahr ausgelegt – das sind 70 am Tag!

Die Anwendungen der Handhabungstechnik sind unterschiedlich: angefangen bei der Prägevorrichtung für die Fahrgestellnummer, ausgelegt für ein Gewicht von 250 Kilogramm, bis zum abschließenden Handling der Räder mit einem Sonder-Manipulator, ebenfalls ausgelegt auf 250 Kilogramm. Außerdem waren für Radringe, Frontunterfahrschutz, Batteriekästen, Abgasschalldämpfer, Motorträger, Prägevorrichtungen, Verteilergetriebe, Blattfedern, Luftfederdämpfungssysteme, Achslenker, Stabilisatoren, Balgträger, Gelenkwellen, Tankträger, Schrauber, Fahrerhausfrontstreben, Getriebequerträger, Batteriekastenmodule, Motorträger und Tanks geeignete Handling-Geräte und individuell angepasste Aufnahmevorrichtungen für die Montage zu entwickeln. Eine Muss-Vorgabe: Ihre Ausfallzeit durfte nur höchstens ein Prozent der Planbelegungszeit betragen.

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Sitec Handhabungstechnik erhielt den Zuschlag; die Handling-Experten in Bad Tölz konstruierten innerhalb weniger Monate 35 Handhabungsgeräte und lieferten sie vormontiert nach Krakau, wo ihre Endmontage erfolgte. Größe und der eng gesteckte zeitliche Rahmen des Projekts waren auch für Sitec eine neue Herausforderung. Aber der Projektablauf hat geklappt, nicht zuletzt dank der guten Zusammenarbeit mit Jens-Andreas Hoheisel, der für MAN in Krakau als Prozessplaner die Fäden gezogen hat.

Im Werk, das nach dem Ein-Linien-Konzept ausgelegt ist, sind vier Geräte vom Typ Primus, 14 Geräte vom Typ Maximus, acht Geräte vom Typ Minimus, sechs Geräte vom Typ Parvus sowie zwei vertikale Hubsäulen im Einsatz. Die Geräte sind in verschiedenen Varianten installiert, einige bodenfest, die meisten jedoch in Schienenbahnsystemen deckenverfahrbar, um die Rohteilanlieferung nicht zu behindern.

Die Modelle Maximus und Primus sind handgeführte, pneumatisch unterstützte Handhabungsgeräte, bei denen alle Dreh-, Schwenk- und Kippgelenke mit wartungsfreien Wälzlagern ausgerüstet sind. Dadurch wird die anwenderfreundliche Leichtgängigkeit, Stabilität und Steifigkeit erreicht. Das Säulenoberteil ist zugleich Druckluftvorratsspeicher und ermöglicht bei Druckluftabfall oder Druckluftausfall den Arbeitsvorgang sicher zu Ende zu führen. Ein jähes Absinken der Auslegeeinheit mit dem 300 beziehungsweise 600 Kilogramm schweren Gut wird durch eine Sicherheitseinrichtung verhindert.

Der Primärauslegerarm ist nach dem Prinzip des Parallelogramms aufgebaut. Somit bleibt der Sekundärausleger stets in der Horizontalen – die Voraussetzung für die lotrechte Stellung der Aufnahmevorrichtung mit dem Steuerteil. Die Einlast-Balanciersteuerung ist ein pneumatisches Regelsystem, mit dessen Hilfe die Hubbewegung des Handlinggerätes ausschließlich durch Einleitung von Handkräften ausgeführt werden kann. Die Bedienelemente und die Aufnahmevorrichtung sind so konzipiert, dass sie ergonomisch und sinnvoll der sachgemäßen und sicheren Handhabung entsprechen. Der Bediener führt und bestimmt das Arbeitstempo. Tasterbetätigungen für Auf- und Abwärtsbewegungen entfallen. Das Lastgewicht wird am Motorradhandgriff eingestellt und nach Aufnahme des Produkts automatisch zugeschaltet – die Last „schwebt“.
Die Modelle Parvus und Minimus sind ebenfalls handgeführte, pneumatisch unterstützte Handhabungsgeräte mit wartungsfreien Wälzlagern an den Dreh- und Schwenkgelenken. Im Gegensatz zu den Maximus- und Primusmodellen sind sie auf eine Last von 70 beziehungsweise 100 Kilogramm beschränkt und vollführen die Bewegung des Guts in vertikaler Richtung mit Hilfe eines Seilzuges. pb

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