Handhabungsgeräte

Neubau auf Zuwachs

Umzug unterstreicht ehrgeizige Pläne
Deutschland-Geschäftsführer Stefan Hafner: „Wir haben auf Zuwachs gebaut.“
Die Handhabungsgeräte des italienischen Unternehmens Scaglia Indeva arbeiten oft in einer schmucklosen Industrie-Umgebung. Die deutsche Tochter hat sich dagegen eine kleine architektonische Perle in Wernau am Neckar gebaut.

Der Bau ist schlicht, zeigt aber Designerqualitäten. Innen wie außen hat sich Scaglia Indeva Deutschland ein kleines Schmuckstück zugelegt. Der Neubau steht in Wernau am Rande des Stuttgarter Speckgürtels in einem Industriegebiet, das mit namhaften Unternehmen die Gemeindekassen füllt. Jedenfalls ist es so, dass die Kommune durchaus wählerisch ist, wenn es um die Neubelegung des Industriegebiets geht. „Wir mussten uns fast bewerben“, schmunzelt Scaglia Indeva-Chef Stefan Hafner, der die Geschicke der deutschen Tochter des italienischen Herstellers von Handhabungsgeräten führt. Er blättert in der Präsentation, die er vor zwei Jahren vor dem Gemeinderat hielt, und zeigt eine Bauplanung, die nahezu identisch eingehalten worden ist. Der Bauherr begrüßt die attraktive Lage des neuen Standorts: nahe zu wichtigen Unternehmen der Automobilwirtschaft, gute Verkehrsanbindung für Auto, Flugzeug und Bahn. Die Mitarbeiter freuen sich, dass Scaglia Indeva auch am neuen Standort für sie attraktiv bleibt.

Die Vorzüge des Unternehmens waren für Wernau wichtig: kein Lärm, keine Abluft, überschaubares Transport- und Verkehrsaufkommen. Das Unternehmen passt in das Profil des Neckarstädtchens. Mit etwa 12.000 Einwohnern ist es Heimat für Bosch Thermotechnik oder die Deutschland-Tochter von Mikro Seiki. Pepperl & Fuchs fertigt hier ebenso wie 2E Mechatronik oder Prakesch. Scaglia Indeva ist erst vor wenigen Wochen aus Stuttgarts Randlage zugezogen – in Eigenregie, wie Hafner beim Blick auf die gestapelten Kartons betont.

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Der Neubau erforderte eine Investition von zwei Millionen Euro. Dafür gab es ein Grundstück mit 2.000 Quadratmeter Fläche, einen Bürotrakt mit 300 sowie Lager-, Montage- und Präsentationshallen mit 600 Quadratmetern. Mehr als ausreichend für die acht Mitarbeiter, die derzeit bei Scaglia Indeva beschäftigt sind. Davon sind zudem drei als Vertriebskräfte außerhalb der Zentrale tätig. „Wir haben auf Zuwachs gebaut“, sagt Hafner und erläutert seine weiteren Optionen: Anbau, Verdoppelung des Grundstücks über eine Option in den nächsten Jahren durch Spiegelung des Gebäudes.

Hafner geht mit Ehrgeiz an den Ausbau der deutschen Niederlassung. Nachdem in den ersten Jahren die Umsätze unter der früheren Geschäftsführung zusammensackten, hat sich der Verkauf zunehmend erholt. Selbst in der Krise entwickelten sich die Umsätze beachtlich. Hafner freut sich: „Bei der Automobilindustrie ist uns die Wirtschaftskrise teilweise sogar zugute gekommen.“ 50 Prozent der Umsätze kommen aus der Kfz-Wirtschaft. Ein weiterer wichtiger Kundenzweig ist die Pharma-Industrie, aber „wir sind überall zu Hause, wo Lasten bewegt werden müssen“, betont Hafner.

Genau genommen entstammt das italienische Familienunternehmen für Handhabungsgeräte der Zulieferindustrie für die Textilwirtschaft. Ende der 60er Jahre wurden die Garnspulen schwerer und schwerer. Heute wiegen sie 40 Kilogramm – leer. Dafür waren Handhabungsgeräte notwendig, um die Mitarbeiter zu entlasten. Hier bietet das Unternehmen nach eigenen Aussagen das umfassendste Programm an pneumatischen und elektronischen Handhabungsgeräten, etwa den Liftronic easy.

In Deutschland erfolgt die Vorkonstruktion der Elemente, die jeweils dem Bedarfsprofil der Kunden angepasst werden müssen. Die endgültige Struktur des Manipulators gibt dann abschließend vor der Fertigung das italienische Konstruktionsbüro. In Deutschland erfolgen die Vormontage bei der Niederlassung sowie bei den Kunden und gegebenenfalls Reparaturen. Bernd Waßmann

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