Greiferbaukasten

Greifermodule nach Wunsch

Laser-Sinterverfahren ermöglicht frei gestaltete Handhabungsmodule
Entnahme- und Einlegegerät mit interner Mediendurchführung (Foto: Springfeld)
Mit seinem Greiferbaukasten stellt Bilsing Automation, Attendorn, anpassungsfähige und schnell modifizierbare Handhabungslösungen zur Verfügung. Für den weiteren Ausbau des Baukastens arbeiten die Automationsprofis seit geraumer Zeit mit LMD aus Lennestadt/Elspe zusammen. Die Herstellung von frei gestaltbaren Handhabungsmodulen nach dem Laser-Sinterverfahren ist ein neuer Weg, um anspruchsvolle Handlingaufgaben schnell zu lösen.

Seit über 30 Jahren ist Bilsing Automation als Automatisierungsunternehmen in Presswerken sowie im Automobilrohbau weltweit tätig und konnte auch im Bereich der kunststoffverarbeitenden Unternehmen Fuß fassen. Ein erfolgreiches Produkt ist der Bilsing-Greiferbaukasten für anpassungsfähige Handhabungslösungen. Zu seinen Komponenten gehören unter anderem gefederte Saugerhalter, Miniatur-Kurzhubzylinder und -angusszangen sowie Angussschneidzangen, bewegliche Kraftzangen mit Hub und sensorüberwachte Angusszangen, bei denen die Greiferbacken im eingebauten Zustand gewechselt werden können.

Neben der Vervollkommnung des Greiferbaukastens werden Kooperationen gesucht, um den Kunden teilespezifische Lösungen anbieten zu können, die sich schnell und wirtschaftlich herstellen lassen. „Der Einsatz von Kunststoffteilen wächst nicht nur im Bereich der Automobilbranche. Daher erweitern wir den Greiferbaukasten mit weiteren Komponenten für den Einsatz in der kunststoffverarbeitenden Industrie,“ erläutert Michael Treude, Mitglied der Geschäftsführung. „Wir müssen unseren Kunden für das automatisierte Handling von Teilen aus Kunststoff oder anderen Materialien Greifer zur Verfügung stellen, die das Handhabungsgut mit möglichst wenig Kraft aufnehmen, halten und zuverlässig bewegen. Derzeit sind wir mitten im Prozess, unseren Greiferbaukasten mit kraftschlüssigen und damit bauteilspezifischen Greifern, die sich einfach austauschen lassen, zu ergänzen. Es geht um virtuelle Module aus Kunststoff, die in Einzelteilfertigung praktisch über Nacht im Laser-Sinter-Verfahren gefertigt werden. Zur Lösung dieser Aufgabe arbeiten wir seit geraumer Zeit mit der Firma LMD zusammen.“

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Laser-Sinterverfahren

LMD Laser-Forming wurde vor mehr als Jahren gegründet, um das Laser-Sinterverfahren für den Bau von belastbaren Modulen und Endprodukten fit zu machen. Dieses Verfahren kommt ursprünglich aus dem Prototypenbau. LMD hat es inzwischen so modifiziert, dass belastbare und funktionsfähige Einzelteile und Baugruppen entstehen, die den vorgegebenen CAD-Maßen entsprechen und praktisch verzugsfrei sind. Der Schichtaufbau ermöglicht es, frei wählbare und in sich geschlossene Geometrien zu verwirklichen. Im Fertigungsprozess lassen sich beispielsweise Hinterschneidungen realisieren, Hohlkammern und gekrümmte Kanäle aufbauen, die nach herkömmlichen Technologien nicht herstellbar sind. Zur Erhöhung der Steifigkeit lassen sich zusätzliche Querstreben in die Konstruktion einbauen.

Effiziente Handhabungsprozesse

Wenn es bei einem Produktwechsel nicht reicht, die Greiferbacken auszuwechseln, sind die teilespezifischen Greifer komplett auszutauschen. Damit die programmierten Fahrwege (zum Beispiel eines greifertragenden Roboters) erhalten bleiben, entwickelte LMD zusammen mit Bilsing standardisierte Schnittstellen in Form des Roboter-Schnellwechselsystems Quick-Change. Es wird ebenfalls nach dem Laser-Sinterverfahren gefertigt. Die Weiterleitung der Medien erfolgt schlauchlos. Sämtliche Medienleitungen werden in integrierten Kanälen durch das Wechselsystem durchgeführt. Das ermöglicht es, sehr komplexe Handhabungsmodule aufzubauen und sie mit zusätzlichen Funktionen auszustatten.

Sowohl das Schnellwechselsystem als auch die lasergesinterten Handhabungsmodule tragen signifikant zur Gewichtsreduzierung der Greifermodule bei. Mit einer leichteren Greiferhand kann ein Roboter eine größere Last tragen. Bei gleichen Lasten ergibt sich fallweise die Möglichkeit, einen kleineren Roboter einzusetzen. Durch die geringere Massenträgheit seines Arms kann der Roboter schneller arbeiten. Peter Springfeld/gm

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