Faserverbundkomponenten für die Luftfahrtindustrie

Sicheres Abheben

Präzise Montage von Triebwerksschalen
Kombiniert: An der Unterseite der Kranträger ist der Manipulator von ACS befestigt.
Wenn empfindliche Teile mit schwerem Gerät zu handhaben sind, wird´s meist kompliziert. In Partnerschaft mit Konecranes löst ACS aktuell eine knifflige Aufgabe im Flugzeugbau.

Wo Starkes sich und Mildes paarten, da gibt es einen guten Klang. Wer kennt sie nicht: Schillers Glocke. Diese Zeile genau assoziiert, wer die fragile Triebwerksschale am Ende eines Hebezeugs, montiert an einem schweren Kran, durch eine riesige Halle schweben sieht. Ganz leicht, von nur einem Mann bewegt. Das sieht nicht nur gut aus, es geht auch gut. Die Aufgabenstellung indes klingt eher schwierig:

Bei der Firma Fischer Advanced Composite Components (FACC), einem Zulieferunternehmen für die Flugzeugindustrie, wurde für die neue Produktionshalle im österreichischen Reichersberg eine absolut sichere und zuverlässige Handhabungslösung für die Montage von Schubumkehrgehäusen gesucht – hochempfindliche Teile am Flugzeug. Art und Abmessungen der zu bewegenden Teile ändern sich – um künftig auch andere Montageaufgaben in der 45 mal 25 Meter großen Halle ausführen zu können, musste die Hebetechnik und Handhabungslösung also flexibel gestaltbar sein, ohne aufwendig umgerüstet werden zu müssen. Diese Aufgabe geriet nicht nur kompliziert, sondern auch komplex. Entsprechend trennte sich bei der Ausschreibung rasch die Spreu vom Weizen. „Nur wenige Anbieter von Kran- und Handhabungstechnik trauten sich an diese Aufgabe heran“, resümiert Albert Hofmann, der als Industrial Engineer das Projekt bei FACC von Anfang an betreute. Die Kombination eines großen, schweren Hallenkrans samt Stahlbau mit einem hochsensiblen Handlinggerät für Schalenbauteile, flexibel auslegbar für langfristige Nutzung und obendrein alles aus einer Hand – das konnte schließlich nur ein Unternehmen zufriedenstellend anbieten.

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Starke Partner – starke Lösung

„Bei dieser speziellen Aufgabe hat sich unsere Partnerschaft mit Konecranes sehr bewährt“, erläutert Axel Waldmann, Geschäftsführer der Firma ACS, die den Zuschlag erhielt. „Wir haben für das komplexe Problem bei FACC eine starke Lösung gefunden, weil wir im Zusammenspiel mit unseren Partnern Standardausstattung mit Sondermaschinenbau verbinden konnten: Stahlbau, Kran, Hebegerät und komplexe Sauggreifeinheit. Und bei allem nur eine einzige Schnittstelle, einen einzigen Ansprechpartner.“

Die Lösung für die Aufgabenstellung kommt zwar aus einer Hand, gleichwohl ist sie Ergebnis eines intensiven Zusammenspiels mehrerer Beteiligter. Zug um Zug hat sie sich entwickelt. Die strengen Sicherheits-, Genauigkeits- und Termin- vorgaben, denen FACC als Zulieferer der Flugzeugindustrie unterliegt, taten das Ihre zur Komplexität der Aufgabe. Durch die enge Kooperation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer samt Partnerfirmen lag das Ergebnis binnen sechs Monaten auf dem Tisch – respektive stand in der Halle. Es mauserte sich zu einem womöglich weltweit einzigartigen Konzept:

Schweres Gerät mit viel Gefühl

Ein Brückenlaufkran von Konecranes, ausgelegt für 2,7 Tonnen Tragkraft, ist in der Halle quasi als „mobiler Stahlbau“ installiert. An der Unterseite der Kranträger ist eine Alu-Kranbahn montiert, in der ein Katzrahmen läuft; in ihm ist das elektrische Vertikal-Teleskop von ACS befestigt. Der Hersteller hat sein Hubgerät ACSpowerLift der speziellen Anwendung in Reichersberg angepasst. Wegen des außermittigen Gewichts der Triebwerksschalen ist eine Stahlhubsäule mit Kettenzug verbaut. Über ein Lager ist die Drehung der Hubsäule um 330 Grad möglich; es kann ein Drehmoment bis 4.000 Newtonmeter aufgenommen werden. Mit Frequenzumrichter gesteuerten Fahrantrieben von Konecranes sind freie, sehr feinfühlige Bewegungen möglich; das ist beim Ansaugen der Schalenbauteile wichtig für das sichere Handling. Vier Sauger an der Greifeinheit halten die Schale sanft und zuverlässig fest – sie wird schonend und kollisionsfrei durch den Raum bewegt. Über einen Zugkraftaufnehmer wird das exakte Gewicht des Schalenbauteils der Steuerung gemeldet – so ist sichergestellt, dass der Greifer mit maximal 25 Kilogramm auf die äußerst genau gefertigten Teile drückt.

Beruhigend zu wissen, dass in Reichersberg die Triebwerksgehäuse sicher in die Montagestationen hinein- und unversehrt wieder herausgelangen. Ein richtig schwer Kran und ein richtig sanftes Handling – das spricht für einen guten Zusammenklang. Petra Born

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